Die ersten Schritte

Wann ist es so weit und kann man sein Kind dabei fördern?

10.Mai 2020
Deutsch

Im ersten Jahr warten viele wundervolle Meilensteine im Leben mit einem Baby. Einer der einprägsamsten und am meisten gefeierten sind die ersten eigenen Schritte. Vielleicht gibt es darum auch so viele Hilfsmittel und manchmal fast schon einen Wettbewerb unter Eltern. Aber kann und soll man das Laufen-Lernen überhaupt fördern? Und wann sollte es soweit sein?

Foto: Jakob Owens via Unsplash

Laufen ist ein hochkomplexer Vorgang

Um Laufen zu können, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein – und diese lernt kein Kind von heute auf morgen. Für den aufrechten Gang sind schließlich nicht nur Muskeln in den Beinen nötig, sondern auch im Po, Rücken und Nacken. Neben der Kraft braucht es außerdem Koordinationsfähigkeit und eine entsprechend entwickelte „Steuerzentrale“ im Gehirn, um Arme und Beine richtig zu bewegen sowie das Gleichgewicht zu halten.

Nach der monatelangen Schwerelosigkeit im Bauch der Mutter muss erst einmal trainiert werden, gegen die Schwerkraft zu kämpfen und den Kopf zu stabilisieren. Um sich hochzuziehen, braucht es einen entsprechend starken Griff.

Sind diese und andere Fähigkeiten da, hanteln sich viele Kinder erst einmal seitwärts an z.B. Möbeln entlang. Aber das muss nicht sein, denn:

 

Wann und wie Kinder laufen lernen ist individuell sehr unterschiedlich

Nicht nur die altersmäßige Bandbreite ist wie bei vielen Entwicklungsschritten enorm groß, auch die Reihenfolge variiert mitunter. Bei vielen Kindern lautet der Ablauf: robben, krabbeln, stehen, laufen. Ob dein Baby sich daran hält, ist allerdings eine andere Sache. Bewegungstalente, die ihren Drang auch ausleben dürfen, gehen manchmal schon mit 8 Monaten ihre ersten Schritte. Andere ziehen sich aber auch erst mit 16 Monaten hoch.

Wenn du unsicher bist, was die Entwicklung deines Schatzes betrifft, sprich mit einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin darüber und vermeide – dir und deinem Kind zuliebe –Vergleiche mit Gleichaltrigen. Die verbreitete Meinung ist aber, dass man ärztlichen Rat erst einholen sollte, wenn das Kind mit 20 Monaten noch nicht alleine laufen kann.

Die meisten Kinder können mit spätestens 20 Monaten alleine laufen.

 

Wie du deinem Kind helfen kannst

Oberstes Gebot: habe Geduld und gib Zuversicht. Letzteres ist vor allem wichtig, damit dein Kind keine Angst hat, wenn es bei den ersten Versuchen am Po landet. Das ist kein Drama! Ermutige deinen Schatz zu einem neuen Versuch, aber ohne falschen Ehrgeiz.

Lauflerner sollten übrigens so viel wie möglich barfuß laufen, um die Fußmuskulatur zu stärken. Auf rutschigen Böden reichen Socken mit Gumminoppen. Solltet ihr schon draußen unterwegs sein, sind Schuhe mit einer möglichst flexiblen Sohle ideal. Bei trockenem Wetter reichen z.B. auch schlichte Lederpuschen.

Abgeraten wird von starren Schuhen und sogenannten „Lauflernhilfen“. Sie stärken meistens nicht die gesamte, notwendige Muskulatur und begünstigen im schlimmsten Fall Fehlhaltungen.

Das beste Lauflern-„Training“ findet eigentlich von Anfang an statt, indem du deinem Baby so viele Gelegenheiten wie möglich zum Bewegen gibst. Das kann zu Beginn einfach nacktes Strampeln sein und später viel Raum zum Robben, Krabbeln und Hochziehen. Eine kindersichere Umgebung, in der sich die Kleinen möglichst frei und selbstständig bewegen können, ist die beste Unterstützung. Auch Babyschwimmen und PEKiP-Kurse sind eine schöne Gelegenheit, sowohl Körpergefühl als auch eure Bindung zu stärken.

 

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Quellen:

https://www.netdoktor.de/baby-kleinkind/babys-erstes-jahr/laufen-lernen/

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