Die ersten Stunden nach dem Kaiserschnitt

Was dich im Anschluss an die OP erwartet

08.März 2019
Deutsch

Ob notwendig oder gewollt: ein Kaiserschnitt wirkt sich auf dich als Frau und frischgebackene Mama körperlich und emotional aus. Speziell bei einer ungeplanten Schnittentbindung. Die Frage ist, ob es zu Komplikationen während der OP kam. Durch diesen Unsicherheitsfaktor kann niemand punktgenau sagen, wie es dir danach geht. Nachdem aber beruhigender Weise der Schnitt in die Bauchdecke für sämtliche Kliniken zu den Routine-Eingriffen zählt, gibt es dementsprechende Richtwerte. Auch was die Auswirkungen auf Mama und Baby betrifft.

Die ersten Stunden nach dem Kaiserschnitt

Foto: Shutterstock

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine bessere Verarbeitung ist, dass nicht über dich hinweg entschieden wurde. Das Gefühl der Mitbestimmung und Kontrolle ermöglicht dir, mit dem verhinderten Erlebnis einer vaginalen Geburt deutlich besser klar zu kommen. Aber wie gesagt, es kommt stark darauf an, welche Umstände zum Kaiserschnitt geführt haben. Insbesondere bei einer medizinischen Notsectio: verharmlosen sollte man das nicht.

Die Kaiserschnittverarbeitung verläuft in mehreren Phasen. Die ersten Stunden sind dabei tonangebend, damit du nicht in ein Gefühl der Ohnmacht absinkst. Denn du sollst dich ja so rasch als möglich um dein Baby kümmern können. Die Rolle des Papa-to-be ist dabei extra wichtig. Denn er wird bei einer Sectio der Erste sein, der das Baby in den Armen hält. Ist er voll und ganz bei der Sache, dann ist seine Unterstützung in den ersten Tagen Gold wert.
 

Das ist der Ablauf direkt nach dem Kaiserschnitt:

- Du kommst in einen Aufwachraum und wirst nachbetreut. Wenn alles gut verlief, ist das Baby in deiner Nähe. Sollte das Neugeborene zur Beobachtung auf die Säuglingsstation gebracht worden sein, wird es da gut versorgt und dein Partner ist bei ihm.

- Es ist fies, aber du wirst wegen des Schnitts Schmerzen im Unterbauch haben, besonders beim Sitzen, Stehen, Gehen, Wasserlassen etc. Sie können richtig markerschütternd sein. Je nach Geburtsverlauf und Art der Narkose hält dies unterschiedlich lange an. Sollte es nicht anders gehen, musst du Schmerzmittel nehmen. Trotzdem kannst du das Baby stillen wenn du das möchtest! Mit der Vormilch überbrückst du die ersten Tage bis zum regulären Milcheinschuss.

- Nimm dir zur Stütze mehrere Kissen bequem um die Hüften und am Bauch. Das sollte helfen, den Druck auf die Bauchmuskulatur ein wenig zu mindern. Nun wirst du für das Heben des Babys auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Aber halte durch, es geht vorbei!
 

Gemischte Gefühle nach der Schnittentbindung

Die körperlichen Vorgänge stehen erstmal im Vordergrund und du bist damit beschäftigt, wieder auf die Beine zu kommen. Dinge wie dein Stuhlgang sind zwar nach einer Spontangeburt genauso Thema, aber (außer bei einem Dammschnitt) weniger mit Schmerzen verbunden. Das alles kann heftig an dir nagen und dir die Freude über das Baby richtig vermiesen.

Es muss sich bei deinem Kaiserschnitt nicht um einen Notfall gehandelt haben. Selbst bei einem geplanten Wunschkaiserschnitt kannst du widersprüchliche Gefühle wie Enttäuschung, Ärger oder Schuld empfinden. Vielleicht fällt es dir jetzt schwer, Muttergefühle zu entwickeln, weil sich alles nur um deine Körperfunktionen dreht. Das Neugeborene 24/7 zu versorgen, ist für Kaiserschnittmütter nämlich generell eine ziemliche Herausforderung und kann dich im gesamten Wochenbett überfordern.

Für die Partnerschaft ist essentiell, möglichst viel über das Erlebte zu sprechen. Denn die Belastung betrifft beide Eltern, soll aber keinesfalls zur Krise überkochen.
Ganz wichtig ist deshalb, dass du dir viel Hilfe und Unterstützung holst. Speziell in Haushaltsdingen! Lass´ andere anpacken! Die schmerzhaften Gefühle werden sich zunehmend auflösen. Körperlich und auch seelisch. 

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