Die Liebe zu Baby Nummer zwei – von einem Herzen, das sich verdoppelt hat

Blog Gastartikel: Little Paper Plane

22.Feb 2019
Deutsch

Es mag vielleicht ein Tabu sein, dennoch stellen sich bestimmt viele Eltern die Frage, ob man das Baby Nummer zwei genauso lieben wird wie das erste Kind. So auch die Gastautorin Evelyn vom Blog Little Paper Plane.

Die Liebe zu Baby Nummer zwei – von einem Herzen, das sich verdoppelt hat

Kann man das zweite Kind genauso lieben? Eine Frage, die sich wohl fast jede Frau einmal stellt, wenn sie mit Baby Nummer zwei schwanger ist. Kann man denn dem kleinen, im Bauch heranwachsenden Wesen, die Liebe schenken, die das Erstgeborene bereits genießt? Wie soll das möglich sein?

Spoiler: Es funktioniert.

Und es mag kitschig klingen und vielleicht auch ein bisschen abgedroschen, aber wenn der kleine Spatz erst einmal da ist, dann ist er gar nicht mehr wegzudenken. So war das zumindest bei uns.

Lange haben wir auf den kleinen Mister gewartet. Es kam mir nicht wie 40 Wochen, sondern eher wie 40 Monate vor. Immer wieder brachte die Schwangerschaft Rückschläge mit sich, die ich mir niemals hätte vorstellen können, zumal bei der Großen immer alles glatt gelaufen war.

Die ersten Wochen waren von Übelkeit geprägt und dann, in der 14. Schwangerschaftswoche, war die Nackenfaltenuntersuchung auffällig. Panik machte sich breit und erst nach vier Wochen angespannter Warterei stellte sich die Angst als Fehlalarm heraus. Anschließend musste ich die letzten vier Monate der Schwangerschaft im Bett verbringen. Die gesamte Zeit war eine Warterei, die eher mit Angst, als mit Vorfreude verbunden war. Gerade deshalb habe ich oft gedacht, dass es mir unmöglich erscheint, die Gefühle, die ich für meine Tochter empfinde, auch für den kleinen Mister aufbringen zu können. Oh, wie falsch ich da lag.

Am Tag der Geburt, war ich innerlich ganz ruhig. Ich wusste, dass sich jetzt alles verändern würde und war schließlich doch bereit für die große Liebe, die ich bald in den Armen halten würde.

Dann der erste Schrei, ein Quaken, das mir gleich ein Lächeln aufs erschöpfte Gesicht zauberte. „Ja, er ist gesund“, habe ich mir gedacht und gemerkt, wie all die Anspannung der letzten 40 Wochen einfach abfiel.

Ein kleines, zerknautschtes, hochrotes Menschlein starrte mich aus lichtempfindlichen Äugelein an und um mich herum war es geschehen. Hatte es jemals eine Zeit vor ihm gegeben? Und wieso war mein Herz plötzlich so voll?

All die Ängste, all die Zweifel waren verpufft und übrig war nur diese Erleichterung, diese Zuversicht und diese Liebe, die aus allen Fugen platzte und ich wusste plötzlich, dass sich die Warterei und all die Momente voller Unsicherheiten gelohnt hatten, denn jetzt waren wir zu viert. Endlich war Luis da.

Ja, es ist normal daran zu zweifeln, ob das mit der sich verdoppelten Herzen stimmt, ob man wirklich auf einmal so viel Liebe empfinden kann. Und ich kann garantieren: Nein, mein Herz hat sich nicht verdoppelt, es hat sich verfünffacht, es ist kurz vor dem Explodieren und trotzdem gibt es immer noch Luft nach oben.

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