Die Regionale Osterfeier

Brauchtum & Traditionen in deutschsprachigen Ländern

01.Apr 2018
Deutsch

Es gibt ja den Mythos, dass Ostern ursprünglich mit der Göttin Ostara zu tun hatte. Sie ist als die Botin des Frühlings und der Fruchtbarkeit bekannt. Um sie rankt sich die Legende, dass sie in ihrer Rolle als Göttin der Morgenröte von Jägern gehetzt wurde. Die oberste Gottheit hat sie zu ihrer Rettung in einen Hasen verzaubert. Seither soll Ostara im Frühjahr über das Land fliegen, um überall bunte Eier zu verteilen. Ob sich das so abgespielt hat?

Jedenfalls huldigten die Germanen zur Tagundnachtgleiche im Frühjahr mehreren Gottheiten. Und daraus haben sich viele unserer Osterbräuche und Traditionen abgeleitet. Es wurden zum Beispiel Eier als Opfergaben vergraben und verschenkt. Der Brauch kunstvoll geschmückte Eier zu verschenken, hat sich bis heute gehalten. Wie auch an Weihnachten, stehen zu Ostern oft die Kinder im Mittelpunkt des Geschehens. Osternester werden für sie versteckt, und auch sonst drehen sich fast alle Aktivitäten um ihr leibliches Wohl. Alte Bräuche werden in der Familie mit frischem Wind aufgepeppt. So bleiben Traditionen erhalten und strahlen wieder in neuem Glanz!

 

Im DACH-Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz), hat die Osterfeier sowohl Gemeinsamkeiten als auch viele Besonderheiten.
 

Osterlamm, Osterfeuer und Schibbeln in Deutschland

Das Backen von speziellen Broten, das Eierfärben und das Dekorieren der Gärten und der Häuser steht im gesamten DACH Raum auf dem Programm. Am Ostersonntag werden dann in den Kirchen bunte Sträuße und Leckereien für das Festessen geweiht. Die traditionellen "Roteier" symbolisieren die Farbe des Blutes Christi, des Lebens, der Freude und des Siegens.

Mit einem aufwendig verzierten, süßen Kuchen in Lamm-Form wird das Osterlamm dargestellt. Es ist wichtiger Bestandteil des Festtagstisches. Noch bedeutender ist der Brauch, dass in der Nacht zum Sonntag eine Osterkerze angezündet wird, um das Osterfeuer zu entfachen. Es ist das Symbol für die Sonne und steht für neues Leben, Wachstum und Ernte.

Eierschibbeln ist ein Wettbewerb, der in manchen Regionen sehr beliebt ist. Dabei werden bunt bemalte Ostereier über Leisten abgerollt, umgangssprachlich „geschibbelt“. Am Ende werden Schibbelkönig und Schibbelkönigin gekürt.

Die Regionale Osterfeier

Foto: Shutterstock

Eierpecken und Ratschen in Österreich

Neben der Ostereisuche am Ostersonntag, ist das „Eierpecken“ ein vor allem bei Kindern beliebter Brauch. Dabei treten zwei Spieler mit hartgekochten Eiern gegeneinander an, wobei mit der Spitze eines Eies auf das Ei des Gegners geschlagen wird. Gewonnen hat der Spieler, bei dem die Eierschale ganz geblieben ist.

In der Karwoche gehen noch in vielen ländlichen Gegenden Kinder mit „Ratschen“ durch die Ortschaften. Das sind spezielle hölzerne Instrumente, die einen unglaublichen Lärm machen. Dazu singen sie Lieder.

Am Palmsonntag werden in Österreich sogenannte „Palmkatzerl“ oder „Palmkätzchen“ geweiht. Das sind pelzig blühende Zweige der Weide. Sie werden für das Fest mit Schleifen und Ostereiern geschmückt.

Kunstvoll geflochtener Hefeteig ist fester Bestandteil des kulinarischen Brauchtums an den Osterfeiertagen. In der Steiermark heißt die süße Brioche „Pinze“, in Niederösterreich „Godnküpfi“. Sie werden als Geschenk für die Patenkinder mit einer Münze gespickt und zusammen mit Ostereiern beim Familienbesuch überreicht. Am Ostersonntag kommt die flaumige Köstlichkeit neben dem traditionellen Osterschinken dann zum Essen auf den Tisch.
 

Zwänzgerle in der Schweiz

Der Brauch „Zwänzgerle“ ist vor allem im Raum Zürich sehr beliebt. Kinder und Erwachsene treffen sich am Ostermontag an der Limmat und stellen sich einander gegenüber. Der Erwachsene hält dabei ein Zwanzigrappenstück, das Kind ein Osterei. Das Osterei wird vom Kind so hingehalten, dass der Erwachsene das Zwanzigrappenstück mit einem Wurf in der Eierschale versenken könnte. Dies hört sich einfacher an als es ist! Gelingt es dem Erwachsenen, darf er das Ei verdrücken, ansonsten geht das Zwanzigrappenstück an das Kind. So bessern die Kleinen jedes Jahr ein wenig ihr Taschengeld auf!

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