Die Sache mit dem Schwangerschaftstest und der Reaktion des Mannes

Blog Gastartikel: Familianistas

11.Mai 2018
Deutsch

Gastbloggerin Nicole vom Blog Familianistas über die zwei Streifen im Fenster des Schwangerschaftstests, welche die Welt auf den Kopf stellen. Und darüber, wie Männer in diesem Moment heikle Fettnäpfchen umschiffen können.

Die Sache mit dem Schwangerschaftstest und der Reaktion des Mannes

Ein positiver Schwangerschaftstest löst so manches aus: Angst, Freude, Überraschung, Schockstarre. Als Frau hat man dem Mann gegenüber natürlich einen wesentlichen Vorteil, wenn es um die erste ungeschminkte Reaktion geht: Denn Frauen sitzen immerhin bereits, wenn das Resultat im Fenster des Teststreifens erscheint. Und zwar hinter verschlossenen Türen. Eine Frau kann also ihren ersten spontanen Gefühlen total freien Lauf lassen. Und ob sie dann jubelnd in die Luft springen, geschockt wimmern, oder ein kleines Freudentänzchen vollziehen möchte, ist dabei ganz ihr überlassen. Niemand wird eine Frau je für ihre erste spontane Reaktion zur Rechenschaft ziehen. Ganz anders schaut`s da beim Mann aus.
 

Der männliche Eiertanz

Die Gefahr auf einen positiven Schwangerschaftstest in ein Fettnäpfchen zu treten, ist definitiv vorhanden. Denn Männer werden nicht um einen brutalen Frontalunterricht herumkommen. Der Satz „Du, ich bin schwanger!“, ist von Frauenseite klar mit einer Erwartungshaltung verbunden. Oder anders gesagt: Eine Frau erhofft sich auf ihre Aussage hin meist eine Liebesbekundung. Daran gibt es nichts zu rütteln. Ihre Aussage wird meist von einem observierenden Blick begleitetet, der mehr oder weniger Folgendes ausdrückt: „Sag mir JETZT, was du fühlst - dann sag ich dir, ob du mich auch wirklich liebst!“. Zugegeben Männer haben es in diesem Fall nicht ganz einfach. Denn letztlich bricht so eine Botschaft ja auch für sie meist ziemlich aus heiterem Himmel über sie herein.
 

Die No-Goes

„Shit!“ war der erste spontane Ausruf meines Mannes auf unseren ersten positiven Schwangerschaftstest. Worauf mir natürlich gleich die Tränen in die Augen schossen. Und dies, obwohl ich ein paar Stunden zuvor genauso geschockt auf der Toilette gesessen bin, wie er in diesem Moment aus der Wäsche guckte. Kein Wunder eigentlich. Schließlich saßen wir ja beide im gleichen Boot, waren jung und hatten unser Studium noch nicht ganz abgeschlossen. Trotzdem trage ich ihm diese Reaktion noch bis heute nach. Denn bei aller Liebe: „Shit!“ auf einen positiven Schwangerschaftstest hin, geht natürlich gar nicht. Zum Glück boten sich ihm in der Folge noch zwei weitere Versuche, um seine Sache besser zu machen.

Der männlichen Leserschaft rate ich deshalb aus Sicht einer dreimal positiv getesteten Schwangeren zu folgender Reaktion: Spielt den Ball zurück - das geht immer. Beispielsweise mit der Frage: „Und, Schatz, wie fühlst du dich?“ Ein simpler aber durchaus wirkungsvoller Trick. Und außerdem bekommt man als Mann auf diese Art ein kleines Zeitfenster geschenkt, um die ersten Gedanken schon mal zu ordnen. Zudem wird schnell klar, in welcher emotionalen Verfassung sich die frischgebackene Schwangere gerade befindet - und darauf kann und sollte man unbedingt aufbauen.

Ganz egal, was eure Liebste euch antwortet: Nehmt sie auf jeden Fall in die Arme und drückt so lange zu, bis sie sich völlig entspannt ergibt. Wahrscheinlich entspricht dieses Verhalten nicht unbedingt euren realen Emotionen in diesem Moment. Aber letztlich geht es jetzt vor allem darum, sich gemeinsam vom dünnen Eis aufs Festland zu retten. Viel Glück!

PS: Bringt euren Frauen unbedingt Blumen mit. Verzichtet dabei aber auf Lilien - die vertragen sich nämlich so gar nicht mit dem hypersensiblen Geruchsempfinden von Schwangeren.

Sende diese Seite an einen Freund