Die unterschiedliche Erziehung des ersten, zweiten und dritten Kindes

Rangfolge und Rollenverteilung dreier Kinder

20.März 2018
Deutsch

Sowohl der Altersabstand und das Geschlecht der Kinder sind wichtige Faktoren in der geschwisterlichen Rangfolge. Bei drei Kindern handelt es sich um das Erstgeborene, das Sandwichkind und das Nesthäckchen. Dies beeinflusst neben dem Charakter natürlich auch durch die Unterschiede in der Erziehung den Familienalltag.

Die unterschiedliche Erziehung des ersten, zweiten und dritten Kindes

Foto: Shutterstock

Das Erstgeborene: Die Pole-Position

Das erstgeborene Kind erhält viel an Zuwendung und Liebe. Jungeltern sind zwar in manchen Dingen noch unsicher, aber alles dreht sich um die Nummer 1. Sobald ein Geschwisterkind dazukommt, ändert sich die Rolle des Kindes und es muss seine Pole-Position aufgeben. Das Erstgeborene sollte ausreichend auf die Ankunft des kleinen Geschwisterchens vorbereitet werden. Damit es später nicht zu häufig zu Auseinandersetzungen kommt, ist es wichtig, dass dem älteren Kind genügend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es sollte dabei nicht zu sehr mit Aufgaben überhäuft werden, jedoch im altersgerechten Rahmen schon die eine oder andere Verantwortung übernehmen.

Es muss klargestellt sein, dass die Erziehung der Jüngeren bei den Eltern und nicht beim Erstgeborenen liegt. Streit um Spielsachen und Platz entsteht mit einem zweiten Krabbelkind nicht selten. Dabei kann es auch zu Eifersucht kommen. Mama und Papa sind dann besonders gefordert, immer wieder korrigierend einzugreifen.

Sobald das Drittkind da ist, gibt es erneut Änderungen in der Rollenaufteilung. Auch hier brauchen die Kinder die Unterstützung der Eltern sehr.

Väter sind ab der zweiten Schwangerschaft oft gefragt, mit dem älteren Kindern mehr zu unternehmen, damit Mama genügend Zeit für die Babypflege hat. Das vertieft die Vater-Kind Beziehung mit den Älteren, und steigert deren Selbstwert.

 

Das Zweite: Das Sandwichkind

Für das mittlere Kind ist es selbstverständlich, dass es seine Eltern mit anderen teilen muss. Es ist in vielen Fällen unbekümmert, und lernt rasch sich in der Familie zu behaupten. Beim zweiten Kind sind die Eltern erfahrener und deshalb in vielen Dingen gelassener. Weil die Eltern weniger Zeit für jedes Kind haben, wird es im Handumdrehen selbstständig. Sobald aber das Dritte da ist, kann es sein, dass sich das Sandwichkind übergangen fühlt. Das Älteste beginnt vielleicht mit Schule und das Jüngere steckt noch im Babyalter. Der Alltag wird dadurch turbulent und manchmal vielleicht sogar chaotisch. Eltern sind also gerade beim mittleren Kind gefordert, ihm die entsprechende Beachtung zu schenken.

Damit sich die Geschwisterbindung festigt, können Eltern allen Kindern Aufgaben zuteilen, die sich je nach Entwicklungsstand verändern. Und wenn Streit in der Bande entsteht, sollten die Erwachsenen alle drei dabei unterstützen sich wieder zu versöhnen. So lernen die Kinder Konflikte zu lösen, und Vertrauen zu allen Familienmitgliedern aufzubauen.

 

Das Drittkind: Das Nesthäkchen

Beim dritten Kind sind viele Eltern richtig entspannt. Der wuselige Alltag kann sie nicht mehr so leicht aus der Fassung bringen. Dennoch läuft das Jüngste nicht einfach nur mit, sondern hat eine besondere Stellung. Die Großen wollen das Kleine umsorgen und beschützen, können aber mit den neuen Aufgaben überfordert sein.

Das Nesthäkchen hingegen hat zwei ältere Vorbilder und eifert ihnen nach. Es muss dabei lernen sich zu behaupten, denn die beiden anderen sind ihm in ihrer Entwicklung ein ganzes Stück voraus. Und wenn die Eltern nun weniger strikte Prinzipien in der Erziehung haben, darf es vielleicht Dinge tun, die den anderen womöglich nicht erlaubt waren.

Es besteht also die Gefahr, dass Mama und Papa das Jüngste nach Strich und Faden verwöhnen. Die Frage des Altersabstands ist dabei sicher ein wichtiger Faktor. Das Nesthäkchen hat aber grundsätzlich den Bonus schwächer und niedlicher zu sein. Deshalb sind die Eltern gefordert, ihm nicht alles durchgehen zu lassen. Sie sollten auch mal Partei für die Älteren ergreifen. Die gerechte Verteilung der Aufmerksamkeit an alle Kinder, ist mit Sicherheit eine der größten Herausforderungen für Clan-Eltern!

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