Die Winterschwangerschaft

Blog Gastartikel: Von Guten Eltern

26.Feb 2017
Deutsch

Unsere Gastautorin Anja vom Blog Von Guten Eltern wird in diesem Frühjahr zum vierten Mal Mama. Aus diesem Anlass hat sie sich in ihrem heutigen Beitrag dem Thema Winterschwangerschaft gewidmet. 

Die Winterschwangerschaft

Obwohl eines unserer drei Kinder im März geboren ist, hatte ich wohl ein bisschen verdrängt, wie „unpraktisch“ so eine Schwangerschaft im Winter ab und an ist. Viel präsenter sind mir die Erinnerungen an luftige Kleidchen und Schuhe, in die man einfach barfuß hineinschlüpfen kann. Dazu dann lange Spaziergänge in der Sonne in den letzten Monaten der Schwangerschaften mit unseren beiden Sommerkindern.

Jetzt warten wir auf unser Frühlingskind. Der Bauch wird gefühlt täglich runder und die Auswahl an Kleidung täglich kleiner. Schon längst ist die Winterjacke mit einer Jackenerweiterung vergrößert worden, weil es natürlich zu kalt ist, um sie einfach offen zu lassen. Schwangerschaftshosen sind auch nicht so wirklich warm, also sind maximal dicke Strumpfhosen eine gute Idee. Bisher habe ich aber weder Thermostrumpfhosen noch welche aus Wolle in der schwangerentauglichen Variante gefunden. Gegen die Kälte da draußen hilft ja auch, sich schneller zu bewegen. Nur geht es immer langsamer vorwärts, je weiter so eine Schwangerschaft voranschreitet. Das führt zwangsläufig zu einem langsamen und frierenden Dasein unterwegs. Selbst die sonst gerne trödelnden Geschwisterkinder rufen mir zu: „Mama, beeil dich doch mal ein bisschen!“

Der Temperaturwechsel zwischen Heizungswärme und Winterkälte macht zudem die Haut empfindlicher. Der Juckreiz kommt also dieses Mal nicht nur allein von der Dehnung der Haut. Aber dagegen kann man ja ölen, abends nach der warmen Badewanne, die mir gerade schwanger besonders gut tut. Doch selbst die Aktivitäten in Bezug auf die Schwangerschaft plane ich diesmal ein bisschen entsprechend der Jahreszeit. Deshalb geht es bei der Wahl des Schwangerenyogakurses nicht unbedingt darum, wer den schönsten Kursraum hat, sondern wo ich notfalls auch zu Fuß ohne Erfrierungen gut hinkomme. Denn schwanger wage ich mich nicht mehr unbedingt aufs Fahrrad, wenn die Straßen vereist und rutschig sind. In der letzten Schwangerschaft radelte ich noch in der 42. Schwangerschaftswoche gewärmt von den den letzten Sonnenstrahlen des schönen Sommertages abends entspannt nach dem Yogakurs nach Hause. Acht Stunden später wurde unser drittes Kind dort vor dem Sofa geboren. Jetzt laufe ich halt mit rutschfesten Schuhen und im Dunkeln nach Hause…

Und ein bisschen wird der Winter wohl noch andauern und mich stellenweise gehörig nerven. Aber wenn dann unser Baby kommt, ist auch der Frühling endlich wieder zurück. Und Sonnenlicht tut gut, gerade bei Schlafmangel, der mit einem Neugeborenen unumgänglich sein wird. Die aufgeregten Geschwisterkinder könne ihre Energie auch wieder etwas länger draußen im Park oder auf dem Spielplatz austoben, ohne binnen Minuten festzufrieren. Ich muss unser Baby nicht in etliche Schichten einpacken, wenn wir die ersten gemeinsamen Spaziergänge draußen machen. Auch das Stillen draußen wird deutlich angenehmer sein, wenn es langsam endlich wieder wärmer wird. Und es steht uns ein langer Sommer mit Baby bevor. Wenn wir die erste Erschöpfung, die die Babyzeit nun mal mit sich bringt, so richtig spüren, wird es nämlich in den Urlaub gehen. Keine Schule für die großen Kinder und kein Zeitdruck für die Eltern. Stattdessen gemütliches in den Tag hinein leben in einem kleinen Häuschen am Meer. Die ersten gezielten Greifversuche wird unser Kind vielleicht im Gras oder im Sand am Meer machen. Eigentlich doch gar nicht so schlecht, so eine Winterschwangerschaft…

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