Die Zeichensprache der Kindergebärden

Eine Übersicht zu den Signalen unserer Kleinsten

12.Aug 2019
Deutsch

Babyzeichensprache ist die Verständigung zwischen Eltern und ihrem Baby, noch bevor das Kleine sprechen lernt. Obwohl es Laute von sich gibt und brabbelt, haben manche Eltern Mühe zu verstehen, was ihr Liebling genau ausdrücken will.

Baby Gestik

Neugeborene reagieren bereits unmittelbar nach der Geburt auf menschliche Stimmen. Sogar viel eher, als auf andere Umgebungsgeräusche. Und auch das Gesicht eines Menschen wird vom Baby deutlich intensiver angesehen, als Gegenstände. Dass Baby beginnt nach und nach sein Gegenüber zu imitieren. Durch den Ausdruck von Signalen, wie Weinen oder Lachen, vermittelt das kleine Kraftbündel schon früh seine Gefühle. Diese Ausdrucksweise ist bei manchen Babys unglaublich vielseitig und faszinierend.

Im Grunde ahmen Babys die Mimik ihrer Eltern nach. Ein Stirnrunzeln bedeutet deshalb nicht unbedingt üble Laune. Je besser das Kleine deine verschiedenen Gesichtsausdrücke erkennen und interpretieren kann, desto schneller lernt es, selbst durch Mimik und Gesten zu kommunizieren. Wenn Mama oder Papa nach einem bestimmten Verhalten erfreut lachen, versteht ihr Baby das als Aufmunterung und Lob.
Das Baby begreift zunehmend, was es mit den verschiedenen Ausdrücken der Erwachsenen auf sich hat. Es reagiert unmittelbar darauf. Das Kleine findet beispielsweise Gegenstände spannend, die von dir erstaunt angeschaut wurden.

Möchte das Baby mit dir Kontakt aufnehmen, beginnt es mit den Beinen zu strampeln, und sucht den Blickkontakt zu dir. Erreicht das Baby dadurch nicht was es will, weil du seine Geste nicht verstehst, reagiert es mit Weinen. Wenn du es mit plötzlichen Geräuschen oder Dingen überraschst, bekommt das Baby Angst und verbirgt sein Gesicht zum Beispiel hinter den Händen. Es möchte der Situation ausweichen.
Durch das Erlernen von speziellen Babyzeichen im Sinne von Gebärden und Gesten, erhalten die kleinen Plaudertaschen etwa ab dem 6. Lebensmonat die Möglichkeit, ihre Wünsche und Gefühle klar mitzuteilen.
 

Babyzeichensprache lernen

Die Eltern wiederholen laufend konkrete Handzeichen. Dadurch wird dem Baby rasch klar, was genau gemeint ist. Es fühlt sich nun zunehmend verstanden. Das Kleine ahmt die Zeichen nach, und übersetzt deren Bedeutung in seine Welt der Bedürfnisse. Nun entsteht ein spielerischer Dialog. Je häufiger Mama und Papa so mit ihrem Sprössling kommunizieren, desto mehr Spaß hat bald die ganze Familie damit. Falls das Lernen der neuen Sprache nicht gleich klappt, lohnt es sich, einen Kurs in Babyzeichensprache zu besuchen. Denn das Kleine vertieft durch diese gezielte Ausdrucksweise sein Vertrauen in die Welt.

Statt ausgedachter Handzeichen, macht es Sinn, die Abläufe der offiziellen Kindergebärden zu nutzen. Sie basieren auf der deutschen Gebärdensprache und sollten nicht vereinfacht werden. Durch den Einsatz dieser speziellen Gebärden hast du als Mama oder Papa die Möglichkeit konkret auszumachen, was dein Kleines bereits versteht, was es wiedererkennt und woran es sich erinnert. Das Baby zeigt, lange bevor es sprechen kann, mit vollem Körpereinsatz welche Dinge es haben möchte.

Das Kleine ist bereit für die Zeichensprache, wenn es anfängt

  • Dinge absichtlich auf den Boden zu schmeißen,

  • im Bilderbuch auf Dinge zu zeigen und dich dann anzuschauen,

  • Gegenstände genau zu untersuchen,

  • Geräusche und Bewegungen nachzuahmen, zum Beispiel Winken oder

  • Versteckspiele zu lieben.

Babyzeichen werden parallel zur normalen Sprache verwendet. Im ersten Lebensjahr sind grundsätzlich die Wahrnehmung, das Gedächtnis und die Fingerfertigkeit des Kindes soweit ausgebildet, dass es Gebärden erkennen, behalten und selbst produzieren kann. Die Zeichensprache spielt eine große Rolle in der Kommunikation zwischen Eltern und Baby.
Eine Übersicht von 100 Gesten und Gebärden bietet unter anderem der Verlag Kindergebärden an.

Falls ihr bereits Erfahrungen mit der Babyzeichensprache habt, freuen wir uns sehr über eure Berichte in den Kommentaren.
 

Foto: Shutterstock

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