Du bist schwanger? Oh Gott, bei mir war´s GENAU so!

Blog Gastartikel: Stadt Land Mama

31.Mai 2019
Deutsch

Wenn die Freundin dir eröffnet, dass sie ein Baby bekommt – und du dich durch die vielen Parallelen zurückversetzt fühlst als du selbst schwanger warst… dann können sich Freundinnen nah sein wie nie, findet Lisa von Stadt Land Mama

Du bist schwanger? Oh Gott, bei mir war´s GENAU so!

Foto: Shutterstock

Manchmal kann aus einem kleinen „Hey, wie geht’s dir?“ bei WhatsApp ein Dialog werden, der einen noch länger beschäftigen wird. Denn wenn auf diese kleine, harmlose Frage plötzlich „Pssssst“-Smileys folgen, zusammen mit einem „Schwör, dass du nichts weitersagst“, dann weißt du, dass wohl Großes ansteht… und so kam es, dass mich meine Freundin in ihr derzeit größtes Geheimnis einweihte: „11. Woche, Juhuuuu!“

Endlich, dachte ich, wie lange hatte sie versucht, schwanger zu werden... „Drück mir die Daumen“, schrieb sie. Und ich war gerührt. Gerührt, dass sie mich einweihte. Gerührt, wie sehr sie sich freute. Denn ich freute mich so sehr mit und schrieb ein „Jippppiieh“, und „Hoffentlich ohne Übelkeit“ hinterher. Immerhin hatte ich selbst beim ersten Kind echt gelitten. Mir war so kreuzschwindelig zu Beginn, da war auch nichts mit Morgenübelkeit, da war Rund-um-die-Uhr-Übelkeit und Übergeben angesagt. Dazu war ich so müüüüde, dass ich heimlich von einem neun Monate andauernden Winterschlaf träumte. „Ich mach drei Kreuze, wenn die zwölf Wochen um sind. MIR GEHT’S FURCHTBAR“, antwortete sie prompt. Oooh, und dann griff ich tief in die Dumme-Sprüche-Kiste, weil mir auch nichts anderes einfiel: „Das ist ein SUPER Zeichen, denn Speiberl sind Bleiberl“. Und überhaupt werden das ja bekanntlich die intelligentesten und hübschesten Kinder. „Danke“, schrieb meine Freundin zurück, „ich hab´s mir wirklich NIEMALS so übel vorgestellt“.

Und plötzlich erlebte ich diesen riesigen Flashback. Wie ich zu Anfang nicht mal mehr wusste, ob Tag oder Nacht ist, weil ich mich so oft übergeben musste. Wie ich es mit einem Armband gegen Reise-Übelkeit versuchte, mit zitronigem Duftöl, mit Akupunktur, mit Essen am Bett, mit Trinken, mit Traubenzucker. Ja, ich hätte sogar Handstand in der Fußgängerzone gemacht, wenn mir jemand gesagt hätte, dass das hilft. Ich dachte: Das GIBT´s doch nicht, eine Schwangerschaft ist doch keine Krankheit. Anderen geht es doch auch nicht so. In mein Tagebuch schrieb ich „Ich fühle mich wie vom LKW überrollt und durch den Fleischwolf gedreht“.

Und dann war es mit der zwölften Woche tatsächlich vorbei! Plötzlich wölbte sich der Bauch, das Leben fühlte sich wieder wie Leben an – und noch besser: wie ZWEI Leben. Diese Positivgeschichte teilte ich meiner Freundin mit. Wie ich plötzlich strahlend durch die Gegend lief, mich und meine wachsenden Rundungen im Schaufenster betrachtete und vor Vorfreude hätte platzen können. „Halt durch“, schrieb ich. „Es lohnt sich“ und „Immerhin wird da grad ein Mensch in dir zusammengebaut“. Sie schickte einen Grinse-Smiley. Und ich hatte plötzlich vor Augen, wie sehr auch sie vor lauter Vorfreude durchs Leben schweben wird, wenn sie diese ersten Wochen erstmal gepackt hat. Manchmal, nee, meistens, lässt sich das große Glück nämlich noch viel intensiver spüren, wenn der Weg bis dahin etwas steiniger war. Dann können wir erst recht stolz und dankbar sein für das, was wir geschafft haben.

Ob sie mich dann wohl auch in die Namensfindung für ihr Baby mit einbezieht oder ob sie da ein Geheimnis draus macht? Wir werden sehen… „Ich könnte schon jetzt in jeder un-üblen Stunde nur Heulen vor Glück“, schreibt sie. Und ich denke: Siehste! 

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