Ein Jahr Elternzeit als Vater - meine Bilanz

Blog Gastartikel: Von guten Eltern

20.Apr 2018
Deutsch

Unser Gastblogger Christian vom Blog Von Guten Eltern schreibt darüber, warum ihm die lange Elternzeit von zwölf Monaten als Vater so wichtig ist und was es bedeutet, eine so intensive Familienzeit erleben zu dürfen.

Ein Jahr Elternzeit als Vater - meine Bilanz

Mein Jahr Elternzeit geht zu Ende. Ein Jahr, in dem ich hauptverantwortlich für unseren Familienbetrieb war. Als Angestellter erschien es mir sinnvoller, diese zwölf Monate zu nehmen als für Anja. Sie arbeitet rein freiberuflich und viele Aufträge für das kommende Jahr waren bereits geplant.

Wir sind also nicht über Monate gereist – was allerdings natürlich auch ein gutes Vorhaben für die Elternzeit sein kann. Bei uns ging es tatsächlich darum, den Familienalltag zu stemmen, wenn Anja arbeitete. Auch, wenn dieses Arbeiten meist in Babynähe stattfand und stattfindet, weil die Kleine eben noch klein ist und gestillt wird.

Doch abgesehen vom Stillen, das Anja übernimmt, gab es mehr als genug für mich als Vater in der Elternzeit zu tun. Viel Zeit habe ich damit verbracht, unser kleines Babymädchen durch die Gegend zu tragen, ich habe gefühlt tausende Windeln und oft mehrmals täglich auch ihre Kleidung gewechselt, mit ihr gespielt, gelacht und sie getröstet. Es waren wirklilch zahllose Stunden, allesamt schön und wichtig. Aber natürlich auch anstrengend.
 

Elternzeit als Vorbereitung auf die Aufgaben danach

Aber was für eine Zeit für mich als Vater und meine Familie! Eine wichtige Zeit vor allem. Denn sie begründet ein zentrales Fundament. Diese ersten Monate im Leben meiner kleinen Tochter so intensiv begleitet zu haben, hat uns beide intensiv zusammengeschweißt. Einfach deshalb, weil ich Tag und Nacht erlebt habe, was sie beschäftigt und was mit ihr passiert. Zudem habe ich das Leben der gesamten Familie in dieser Zeit ganz nahe erlebt.

Mir ist sie persönlich wichtig, diese Zeit mit Kindern und als Familie. Zu wissen, was es heißt, den Haushalt zu schmeißen, Berge von Wäsche zu waschen, einkaufen zu gehen, zu kochen für fünf, sechs oder mehr Menschen und natürlich das Ganze zeitgerecht zu organisieren. An den allermeisten Tagen ist es ein Vollzeitjob, den wir beide ebenso lieben wie unsere berufliche Arbeit. In einem Haushalt mit vier Kindern ist der Zusammenhalt und ein bestmöglich geregelter Ablauf jedoch nicht nur für uns, sondern auch für die Kleinen ganz besonders wichtig.

So gesehen war dieses Jahr eine Art Vorbereitung auf die Zeit, die nun kommen wird. Mit mehreren Stunden in der Arbeit. Mit weniger Präsenz bei der Familie. Es wird anders sein, sicherlich auch anstrengend, und Dinge müssen wieder neu ausgelotet werden. Die ganze Familie hat sich schließlich in diesem Elternzeitjahr immerhin gut “eingegroovt“ und das wird sie nun neu tun müssen. Aber wir werden es schaffen, denn die lange Elternzeit hat allen in diesem ersten, besonders fordernden Jahr geholfen. Sie hat uns Zeit zum Ankommen gegeben.

Bald wird die Kleine laufen, ihre ersten deutlichen Worte sprechen. Vieles wird "einfacher" werden, manches auch "schwieriger". Aber wir sind eine große Familie. Wir helfen uns. Und haben Freunde und auch Familie um uns herum, die uns ebenfalls immer beiseite stehen, wenn es drauf ankommt.

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