Eine Mutter ist eben auch nur ein Mensch

Blog Gastartikel An Ordinary Miracle

20.Sep 2017
Deutsch

Gastbloggerin Susann von An Ordinary Miracle entzückt uns heute mit einer herrlichen Kampagne über den ganz normalen Alltag, Grenzen der Belastbarkeit und emotionale Momente des Mama seins.

Eine Mutter ist eben auch nur ein Mensch

Foto: © Fräulein Zuckerwatte | www.fraeuleinzuckerwatte.com

Mama sein: Sie brodelt wie ein Vulkan, tost wie die stürmische See. Diese scheinbar unbändige Wut gepaart mit einer sich jeden Tag fetter fressenden Ungeduld. Eine explosive Kombination genährt von eklatantem Schlafmangel, unbefriedigten Bedürfnissen und sich selbst verhöhnenden Plänen. Mein täglicher emotionaler Begleiter – einer von vielen. Manchmal begrüßen wir uns erst zum Mittagessen. Wenn nach den Nudeln mit Tomatensoße auch das Avocadobrot im hohen Bogen durch das Zimmer fliegt. Nicht selten treffen wir uns aber bereits zu einer Uhrzeit, die mir früher unter „Nacht“ geläufig war, heute aber ohne mit der Wimper zu zucken unter „mitten am Tag“ läuft.

Wenn Du schwanger bist, kommen sie aus allen Himmelsrichtungen geflogen: Pauschalaussagen über das Leben mit Kindern. Inhaltlich sind die meisten davon tatsächlich wahr. Doch wenn im Tonfall Schadenfreude mitschwingt, beeinflusst das unwillkürlich die eigene Vorfreude. Ich muss gestehen, wenn ich heute eine schwangere Frau sehe, ist oft mein erster Gedanke: „Wenn die wüsste!“

Dabei fehlt nicht ihr eine wichtige Erkenntnis, sondern mir. Nämlich die, dass es ein Wunder ist und immer bleiben wird: Kinder zu kriegen und Kinder zu haben. Zwischen Windelexplosion, vier Zähnen innerhalb von anderthalb Monaten und Hosenbeinen mit mobilem Beschwerer verschwindet dieses über allem hängende Mantra aber schnell in einem Nebel aus negativen Quantitäten.

Wenn ich es zwischendurch schaffe, dem schlechten Gewissen über all diese ungewollten Emotionen einen Arschtritt zu geben, akzeptiere dass es Grenzen der Belastbarkeit gibt und meine eignen Vorstellungen der Über-Mutter begrabe, findet sich hin und wieder ein Strohhalm, an dem ich mich festhalten kann.Dann kann ich mein Kind in den Schlaf wiegen ohne gedanklich gleichzeitig von den endlosen Punkten meiner To Do Liste zertrampelt zu werden. Eins nach dem anderen eben und alles zu seiner Zeit.

Eine Mutter ist eben auch nur ein Mensch. 

Sende diese Seite an einen Freund