Eisenmangel in der Schwangerschaft

Was? Warum? Wie kann ich vorbeugen?

06.Jun 2016
Deutsch

Eisenmangel in der Schwangerschaft. Ist die Rede von Nährstoffen und Spurenelementen, die im Laufe der Schwangerschaft ganz besonders wichtig sind, dann taucht auch immer irgendwo „Eisen“ auf. Aber warum ist das so? Aus dem einfachen Grund, dass unser Eisenbedarf während der Schwangerschaft auf das Doppelte ansteigt. Sind die Speicher nicht entsprechend gefüllt, kommt es bei vielen Frauen zum Eisenmangel, der für das ungeborene Kind negative Auswirkungen haben kann. Doch wofür genau benötigt der Körper Eisen, welche Lebensmittel sind gute Quellen und wie kannst du einem Eisenmangel rechtzeitig vorbeugen? Wir verraten es dir.

Eisenmangel in der Schwangerschaft

Fotos: Shutterstock

Was genau ist Eisen und wofür wird es im Körper gebraucht?

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das durch die Nahrung aufgenommen wird. Neben verschiedenen Stoffwechselfunktionen wird es vor allem für die Blutbildung benötigt. Genauer gesagt für die Bildung von Hämoglobin, dem Protein in den roten Blutkörperchen, das Sauerstoff zu den anderen Zellen transportiert und so die optimale Versorgung des ganzen Körpers gewährleistet. Während einer Schwangerschaft ist Eisen außerdem mitverantwortlich für das Wachstum und die Gehirnentwicklung deines Babys.

Eisenbedarf in der Schwangerschaft?

Bei Schwangeren ist der Bedarf an Eisen erheblich erhöht. Das liegt vor allem daran, dass das Blutvolumen ansteigt – und zwar um fast 50 Prozent. So muss mehr Hämoglobin gebildet werden. Und genau hierfür benötigt der Körper vermehrt Eisen. Sind die Vorratsspeicher nicht ausreichend gefüllt – und das trifft besonders oft im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel zu – besteht die Gefahr einer durch Eisenmangel bedingte Blutarmut (Anämie). Ungefähr eine von fünf Frauen entwickelt diesen Typ von Anämie in der Schwangerschaft.

Wie viel Eisen brauche ich während der Schwangerschaft?

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Menge für schwangere Frauen liegt bei 30 Milligramm (mg) am Tag. Deutlich mehr als 15 mg am Tag, die du vor der Schwangerschaft benötigt hast.

Wie stelle ich einen Eisenmangel fest?

Eine akute Eisenmangelanämie kann sich zum Beispiel durch Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Erschöpfung bemerkbar machen. Schon bevor diese Symptome auftreten gibt jedoch ein Bluttest, der routinemäßig im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt durchgeführt wird, Auskunft darüber, ob deine Hämoglobin-Werte im Rahmen sind oder nicht.

Welche Lebensmittel sind gute Eisenquellen?

Wie bei den meisten Vitaminen und Mineralien sind Lebensmittel auch für Eisen die beste Quelle. Grundsätzlich gilt es 2 Arten von Eisen in der Nahrung zu unterscheiden: Häm-Eisen und Nicht-Häm-Eisen. Häm-Eisen ist in tierischen Lebensmitteln enthalten und zeichnet sich dadurch aus, dass es etwa 3x besser aufgenommen wird. Nicht-Häm-Eisen kommt hingegen in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Dieses Eisen ist weitaus geringer konzentriert und kann vom Körper deutlich schlechter aufgenommen werden.

Tipp: Vitamin C hilft dem Körper Eisen aus der Nahrung aufzunehmen! Zur eisenreichen Mahlzeit also einfach ein Stück Obst oder Gemüse essen oder ein Glas Saft trinken – dies erleichtert die Aufnahme. Kaffee und Tee hingegen erschweren die Eisenaufnahme, vor allem während den Mahlzeiten also meiden!

Info: Das Lebensmittel, das die höchste Konzentration an Eisen aufweist ist Leber – aufgrund der hohen Mengen an Vitamin A sollte es jedoch während der Schwangerschaft lieber gemieden werden! Mehr Infos zu No-Go Lebensmitteln für Schwangere gibts übrigens hier

Eisenmangel in der Schwangerschaft

Und was ist mit Eisensupplementen?

Auf alle Fälle solltest du mit deinem Arzt über deinen Speiseplan sprechen. In der Regel lässt sich einem Eisenmangel gut vorbeugen: durch die Kombination aus dem Verzehr eisenreicher Nahrung und der Aufnahme von Lebensmitteln, die die Eisenaufnahme erleichtern. Eine weitere Option sind Eisensupplemente. Für Schwangere mit Blutarmut (Anämie) sind sie meist Pflicht! Bei Frauen mit normalen Werten jedoch hat die vorsorgliche Einnahme vermutlich keine gesundheitlichen Vorteile. Vor allem da es bei Eisentabletten auch zu unangenehmen Nebenwirkungen, wie etwa Bauch- oder Magenschmerzen oder Verstopfung kommen kann.  

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