Eltern - Control-Freaks die das Kind umkreisen?

So vermeidest du die ausufernde Helikopter-Erziehung

10.März 2019
Deutsch

Du bist fürsorglich und das ist selbstverständlich gut so! Es ist ein natürlicher, wichtiger Impuls. Aber du als Mama bist nicht nur die Milchtankstelle oder als Papa der pure Spaßmacher. Ihr seid beide für eure Sprösslinge der sprichwörtliche „Fels in der Brandung“ was die Erziehung anbelangt. Nur, das Fiese ist, dass die Spanne zwischen Fürsorge und Überfürsorglichkeit dehnbar ist und nicht selten von Mama und Papa nach Bedarf zurechtgerückt wird. Dabei kann der ungewollte Einstieg in das berühmt berüchtigte Helikopter-Parenting leicht übersehen werden. Zunehmend aber betonen Erziehungsexperten, wie wichtig die Fähigkeit zur Selbstregulation für die Entwicklung unserer Kleinen ist. Helikopter Eltern sind jedoch stetig darauf bedacht, dem Nachwuchs jede Entscheidung abzunehmen. In manchen Situationen werden selbst die Gefühle des Kindes kontrolliert. Toben oder Weinen wird tunlichst vermieden und wenn möglich völlig ausgeklammert.

Eltern - Control-Freaks die das Kind umkreisen?

Foto: MAM

Solltest du nun sorgenvoll die Stirn runzeln und überlegen, ob du nun zu jenen Eltern zählst, die manchmal (oder oft) zum übermäßigen Kontrollieren neigen, dann bist du hier richtig. Willkommen im Club! Du bist nicht alleine. Nimm´ es gelassen, oder noch besser: mit Humor! Denn tatsächlich lauern nicht überall Gefahren. An manchen Tagen läuft nicht alles wie am Schnürchen. Es kann einfach nicht zu jeder Zeit alles perfekt ablaufen. Und ja, Mini-Du darf laut Experten auch mal gelangweilt oder unglücklich sein!
 

Keine Bange, so kommst du aus dem Helikopter Erziehungs-Schlamassel:

Die gute Nachricht ist, dass der Impuls deinem Kind jedes Hindernis aus dem Weg räumen zu wollen, ganz normal ist. Droht Verletzungsgefahr oder Ähnliches, ist klar, dass du auf mögliche Gefahren reagierst. Um Überbehütung handelt es sich nur dann, wenn du zum Beispiel beim Gehen lernen jeden Sturz auf den Windel-Po vermeiden willst. Wichtig ist deshalb, dass du die Meilensteine in der Entwicklung eines Babys und Kleinkindes kennst. Sobald klar ist, welche Dinge dein süßer Knopf lernen will und was dabei zu beachten ist, wirst du sicher in deinem Verhalten und bist automatisch gelassen.

Enorm wichtig ist in der Erziehung auch auf alle Fälle, dass beide Eltern an einem Strang ziehen. Sollte es zu Unstimmigkeiten kommen, ist Disziplin gefragt. Wenn irgendwie möglich, sollten Debatten rund um die Erziehung nicht vor dem Kind ausgetragen werden. Es wird dadurch ansonsten verunsichert und kommt garantiert auf die Idee, Mama und Papa bei Gelegenheit auszubooten. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für andere Betreuungspersonen wie Kita-Tanten, Onkels, Großeltern etc.

Fazit: was im Grunde notwendig wird sobald du dich dabei ertappst, dein Kind wie ein Helikopter zu umkreisen, ist DEINE Erziehung. Ja (seufz), Selbsterziehung ist hier das Schlüsselwort. Denn dein Kind spürt deine Ängste und Unsicherheiten und reagiert darauf indem es diese herausfordert. Vielleicht benötigst du etwas mehr Me-Time, mal wieder einen Mädels/Kumpels-Abend, um etwas Abstand zu gewinnen. Der Klassiker aller Tipps für Eltern ist, höre auf dein Bauchgefühl und mach´ mal Pause im Kopf. Verzichte darauf, dir Schreckensszenarien auszudenken. Denke seltener an eine mögliche oder unmögliche Zukunft. Führe ausreichend kuschelige Pyjama-Tage zu Hause ein. Oder gönne dir entspannte Spaziergänge in der Natur anstatt immerzu Programmpunkte wie Kurse, Partys usw. einzuhalten.

Hilfestellung bieten dir wunderbare Ratgeber zu jedem erdenklichem Thema in der Kindererziehung. So findest du zum Beispiel heraus, was der Unterschied zwischen gesundem "Attachment Parenting" und übertriebener Fürsorge ist. Oder welche Dinge du zur Beruhigung während der wiederkehrenden Trotzphasen einsetzen kannst. Ein Schnuller kann manchmal wirklich Wunder wirken, auch wenn nicht jedes Kind den liebevoll genannten "Schnulli" unbedingt braucht. Das Nuckeln und Saugen baut nämlich Unbehagen ab und dient zur Entspannung. Alles also nur eine Frage der Organisation!

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