Elternzeit: Zwölf Monate Väterzeit

Blog Gastartikel Von Guten Eltern

30.Jun 2017
Deutsch

Elternzeit: Unser Gastautor Christian vom Familienblog Von Guten Eltern ist gerade zum viertem Mal Papa geworden und hat sich nun für zwölf Monate Väterzeit entschieden. In diesem Artikel geht er auf die Gründe ein, die für diesen Entschluss ausschlaggebend waren und verrät uns, wie er sich die Zeit mit der Familie vorstellt. 

Elternzeit: Zwölf Monate Väterzeit

Foto: © Von Guten Eltern

Ende März ist unsere Tochter geboren worden - und direkt mit ihrer Geburt begann meine Elternzeit. Ich nehme zwölf Monate Elternzeit, als festangestellter Kulturjournalist in leitender Funktion. Warum? Weil es geht und ich das will. Es sind "nur" zwölf Monate, in denen ich aber unmittelbar und intensiv daran teilhaben darf, meine Tochter in ihrem ersten Jahr zu begleiten. Und mit ihr den Alltag der drei anderen Kids und meine Frau. Es ist ein Jahr für die Familie, ich bin dankbar, dass es diese Option gibt. 

Klar, ich verzichte auf einen Teil meines Einkommens und weiß am Ende nicht ganz genau, wie gut oder schlecht mein Chef diese Entscheidung findet. Von den damit verbundenen Ängsten muss man sich allerdings wirklich frei machen, denn sie führen ohnehin ins Nichts. Und alles, was man dafür bekommt, ist so viel mehr wert als ein paar tausend Euro auf der Bank. Bestätigt hat mich in meiner Entscheidung ein Zufallstreffen mit einem ZDF-Kameramann, der genau den gleichen Weg schon vor 15 Jahren gegangen ist - komplett ohne Elterngeld übrigens und er kannte damals niemanden sonst, der das beim Zweiten Deutschen Fernsehen getan hatte.

Seine Frau arbeitete freiberuflich, ebenso wie meine. Es war einerseits viel simpler, dass er Elternzeit nimmt, ebenso wie bei uns. Aber viel wichtiger war dieser eine Satz, den er sagte: "Meine Tochter und ich haben bis heute ein so inniges Verhältnis, können über alles reden und haben einen tollen Zugang zueinander." 

Natürlich sind zwölf Monate Elternzeit keine Garantie dafür, dass ich als Vater später ein tolles Verhältnis zu meinem Kind habe. Aber es legt einen Grundstein; auch zwei Monate legen den. Je mehr man sich Zeit für Kind und natürlich den Rest der Familie nimmt, umso höher die Chance auf ein festes Fundament. Es ist eben eine so wichtige Zeit für alle. Je mehr Druck man rausnehmen kann als Familie, umso besser. Anja arbeitet freiberuflich, das macht es natürlich einfacher in der Organisation. Dennoch verzichten wir gemeinsam auf Geld und leben von Ersparnissen, die nicht in materielle Güter fließen. Wir bekommen dafür im Gegenzug Zeit für Familie, Liebe und schaffen Vertrauen, von dem wir in den kommenden Jahren zehren werden. Wir haben das bei allen Kindern so oder so ähnlich versucht und gemacht. Das hat sich für uns vielfach ausgezahlt.

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