Entwicklungsförderung: soll ich meinem Baby vorlesen?

Warum das Vorlesen eine sinnvolle und sinnliche Sache ist

18.Mai 2017
Deutsch

Das Abendliche Vorlesen hat sich in vielen Familien als festes Ritual etabliert. Es dient dabei gar nicht nur als reine Einschlafhilfe. Ja, die positiven Auswirkungen des Vorlesens auf Kleinkinder dürften sich unter Eltern bereits herumgesprochen haben: es fördert nachweislich auch Kreativität und die soziale Kompetenz. Schließlich hat jedes Buch eine Botschaft. Ferne Kulturen werden vorgestellt und das weite Reich der Fantasie wird erkundet. Wenn die Buchfiguren in schwierige Situationen geraten, wird am Ende immer eine Lösung angeboten. Allein das gemeinsame Ansehen von Bilder- oder Klappbüchern ist schon für unsere Kinder faszinierend.Doch wie sieht es mit der Entwicklungsförderung bei den Kleinsten aus? Ab wann soll ich meinem Baby vorlesen ohne es zu überfordern? Die Antwort ist einfach: Seinem Kind vorzulesen, zahlt sich aus – ganz egal wie alt es ist.

Entwicklungsförderung: soll ich meinem Baby vorlesen?

Foto: Shutterstock 

Vorlesen fördert die Sprachkompetenz und Kommunikationsfähigkeit von Kindern. Babys hilft es dabei, ein Gefühl für Sprache zu entwickeln. Ab einem Alter von etwa 3 Monaten kannst du ruhig mit dem Vorlesen beginnen. Natürlich wird dein Baby den Inhalt und Kontext der Geschichte nicht verstehen. Doch es nimmt nicht nur die Laute wahr, sondern auch, wenn du beim Vorlesen Tonhöhen veränderst, bewusst bestimmte Betonungen setzt, dein Sprechtempo variierst und so mit deinem Sprössling kommunizierst. Dein Baby wird sich frühzeitig an den Klang deiner Stimme gewöhnen, was sich unter anderem positiv auf eure Bindung auswirkt. 

Übrigens: Mache dir keine Sorgen, wenn dein Wonneproppen während des Vorlesens wie gebannt auf sein Mobile starrt oder schnell die Konzentration verliert. Gehe auf dein Baby ein, gönn ihm in diesem Fall einfach eine Pause oder versuche mit einem anderen Laut seine Aufmerksamkeit wiederzugewinnen. 

Doch nun zur Praxis: Zu welchen Büchern sollte ich greifen, wenn ich als Mama oder Papa meinem Baby vorlesen möchte? Die Auswahl an guten Kinderbüchern ist riesig. Prinzipiell gibt es auch kein Patentrezept für den Kauf von Büchern zum Vorlesen. Ein etwas größeres Kind (Kleinkindalter) werden Bücher mit großen, farbigen und freundlichen Bildern und einfachen Texten begeistern. Auch Bücher ohne Text reichen, sodass du deinem Sprössling anhand der Bilder jedes Mal eine andere Geschichte erzählen kannst. Babys hingegen können durchaus auch an Gedichten, eigentlich für Erwachsene verfasst, großen Gefallen finden. Vermutlich liegt dies daran, dass Reime und spezielle Klangmelodien ihr musikalisches Gehör ansprechen.

Lesen und Vorlesen hat zahlreiche positive Effekte. Für Groß und Klein. Daher werden wir ab sofort in unserer Reihe Lesetipps des Monats immer wieder tolle Kinderbücher vorstellen. Dabei wollen wir alle Altersgruppen ansprechen. Empfehlungen sind selbstverständlich willkommen. Welches sind eure liebsten Bücher zum Vorlesen?  

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