Epilepsie und Schwangerschaft

Warum die chronische Erkrankung kein Hindernis für den Kinderwunsch ist

26.Jun 2017
Deutsch

Epilepsie und Schwangerschaft: Epileptikerinnen haben durch ihre Erkrankung mehrere Einschränkungen in ihrem Leben. Die Auswirkungen können für die Betroffenen immer wieder belastend sein. Denn es kann ganz plötzlich zu heftigen Anfällen kommen. Obwohl die chronische Erkrankung meist mit Medikamenten - sogenannten Antiepileptika – behandelt wird, ist Epilepsie grundsätzlich kein Hindernis für eine Schwangerschaft. Warum dies so ist und was Schwangere mit Epilepsie beachten müssen? Wir beantworten euch die wichtigsten Fragen rund ums Thema Kinderwunsch mit Epilepsie sowie Epilepsie und Schwangerschaft. 

Schwangerschaft und Epilepsie

Fotos: Shutterstock 

Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist ein vorübergehendes Anfallsleiden, wobei es sich um eine plötzliche Funktionsstörung des Gehirns handelt. Es kommt darauf an, welche Bereiche im Gehirn betroffen sind. Denn es entladen sich dabei in schneller Abfolge Gruppen von Nervenzellen der Großhirnrinde. Dabei kann der ganze Körper von Muskelzuckungen und Verkrampfungen betroffen sein. Im extremen Fall kann es zu Stürzen und sogar zum Bewusstseinsverlust kommen. Die Anfälle sind zeitlich begrenzt, können aber bis zu zwei Minuten andauern.

Je nach Beschaffenheit der Krankheit, kann es generell zu Gefühls- und Verhaltensstörungen kommen. Epilepsie ist eine gut behandelbare chronische Erkrankung, und beginnt meist bereits während des Kindesalters. In manchen Fällen kann es bei Neugeborenen durch Komplikationen bei der Geburt zu Epilepsie kommen. Zum Beispiel durch Sauerstoffmangel bei Frühgeborenen.

Epilepsie und Schwangerschaft

Warum ist Epilepsie kein Hindernis für eine Schwangerschaft?

  • Sexuelle Aktivität löst keine Anfälle aus
  • Die Fruchtbarkeit einer Epileptikerin unterscheidet sich nicht von anderen Frauen
  • Epilepsie kann nicht vererbt, also auf das Baby übertragen werden
  • Eine Wirkung der Anfälle auf den Fötus konnte noch nicht erwiesen werden
  • Epileptische Mütter gebären im Normalfall gesunde Kinder ohne Fehlbildungen

Was sollte bei Kinderwunsch mit Epilepsie beachtet werden?

  • Eine Ernährungsumstellung mit einer angepassten Menge an Folsäure, sollte die Befruchtung und die Entwicklung des Fötus begünstigen
  • Das Weglassen oder die Reduktion der Antiepileptika kann zu häufigeren Anfällen während der Schwangerschaft führen. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit der Gynäkologin mit dem behandelnden Facharzt für Neurologie sehr wichtig.
  • Regelmäßige Kontrollen durch Fachärzte während der Schwangerschaft und nach der Geburt ist erforderlich. Durch die Einnahme der Antiepileptika kann es nach der Geburt zu Entzugserscheinungen beim Baby kommen. Diese sind aber nur halb so schlimm wie sie klingen und werden sofort behandelt.
  • Die Geburt sollte unter fachlicher Betreuung in einer Klinik stattfinden.
  • Experten raten zwar nicht vom Stillen ab, aber die Antiepileptika gelangen dadurch weiterhin in den Organismus des Kindes.
  • Schlafentzug im Wochenbett kann Anfälle begünstigen, deshalb ist eine intensive Unterstützung der Mutter durch den Partner und die Familie notwendig

Epilepsie und Schwangerschaft

Mehr als 90% der Epileptikerinnen haben eine komplikationslose Schwangerschaft. Und das Baby kommt ganz gesund zur Welt. Blutungen in der Schwangerschaft oder vorzeitige Wehen sind bei Schwangeren mit Epilepsie nicht häufiger als bei gesunden Müttern. Eine Geburtseinleitung oder ein Kaiserschnitt sind ebenfalls nicht unbedingt notwendig. Auch Frühgeburten sind selten. Nur von Hausgeburten raten Spezialisten dringend ab.

 

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