Erziehung rund um den Globus

Ein Vergleich der Kulturen: Was beschäftigt alle Eltern?

03.Apr 2018
Deutsch

Natürlich kommt es auf das Umfeld an, in dem ein Kind aufwächst. Ob ein Kind in einem winzigen Apartment mitten in Tokyo, einer engen Gasse in Rio de Janeiro, am Ufer des Ganges oder einem deutschen Reihenhaus aufwächst – es macht natürlich einen Unterschied. Aber wie Ist denn nun das Leben in einer Wellblechhütte Afrikas tatsächlich für ein Kind? Hat das Aufwachsen in einer großen Gemeinschaft nicht doch auch etliche Vorteile?

Erziehung rund um den Globus

Foto: Shutterstock

Wonach suchen Eltern, wenn es um Erziehungsfragen geht und darum, ihren Sprösslingen eine glückliche Zeit mit den schönsten Kindheitserinnerungen zu bieten? Sind es nicht sogar sehr ähnliche Ängste, Sorgen, Wünsche und Hoffnungen, die alle Eltern miteinander verbinden?

Viele Eltern in der westlichen Welt stöbern in Buchläden oder rackern durch unzählige Websites von Experten mit den besten Tipps und Ratschlägen in Sachen Erziehung. Wir tendieren dazu, uns Unterstützung bei Erziehungstherapeuten, Psychologen und Familienberatern zu suchen. Einfach nur die eigene Mutter zu befragen, scheint nicht mehr den O-Ton vorzugeben. Eltern wollen, dass ihre Kinder lernen, rasch unabhängig zu werden. Dabei haben Eltern im internationalen Vergleich ganz unterschiedliche Ansätze.

 

Norwegen

In Norwegen, wie in vielen der skandinavischen Länder und auch in Frankreich, ist die Kindheit stark institutionalisiert. Nach dem Elternjahr kommen die Kleinen in eine Tagesstätte.

Frischluftaktivitäten stehen dabei ganz oben auf dem Programm des täglichen Ablaufs. Sogar an den kältesten der skandinavischen Wintertage. Kindern wird in Norwegen, Dänemark oder Schweden viel Raum gegeben. Kindern wird in Norwegen, Dänemark oder Schweden viel Raum gegeben. Sie haben mehr Rechte und Möglichkeiten, selbst zu entscheiden auf was sie Lust haben und was sie wann Lernen möchten als in anderen Ländern

 

Japan und China

Selbst in Großstädten wie Tokyo oder Shanghai lernen die kleinen Abenteurer oft schon ab dem Alter von 5 Jahren, sich ohne Begleitung der Eltern oder anderer Aufpasser auf den täglichen Weg zum Kindergarten oder zur Schule zu machen.

Was bei uns in Mitteleuropa oder in den USA als fahrlässig gilt, gehört in vielen Teilen Asiens zur täglichen Routine. Japanische Eltern gehen prinzipiell sehr geduldig und liebevoll mit ihren Kindern um. Sie würden ein Kleinkind, das einen Trotzanfall hat, niemals einen „kleinen Tyrannen“ nennen.

 

Korea

Auch in Korea bauen Eltern auf die Betreuung der Kleinen in Lerngruppen und anderen Tageseinrichtungen. Vor allem auf das frühe Erlernen von Fremdsprachen legt man hier meist sehr viel Wert.

Außerdem ist enger Körperkontakt zum Baby in Korea ein wichtiges Erziehungselement, obwohl es innerhalb der Familienstruktur eher autoritär zugeht.

 

Afrika

In vielen Ländern Schwarzafrikas sind Kinder eingebunden in einen Familienkreis aus Geschwistern, Omas und Opas, Onkeln und Tanten, Neffen und Nichten, Cousins und Cousinen. Dabei sind Kinder früh füreinander verantwortlich, und haben die jeweils Älteren zu respektieren.

Hier ist Erziehung also definitiv nicht nur Sache der Eltern. Oft haben vor allem in großen Spiel- und Freundesgruppen die älteren Kinder einen großen Einfluss auf die jüngeren.

 

Australien

Für Kinder die in australischen „Outbacks“ aufwachsen, gibt es weniger Möglichkeiten für eine Tagesbetreuung. Der Unterricht findet dann oft über die „School of the Air“ via Videotelefonie, entweder als Gruppen- oder Einzelunterricht, statt. Nur drei bis vier Mal im Jahr treffen sich Schüler und Lehrer einer Gruppe für je eine Woche.

Deshalb lernen die Kinder sehr rasch, selbstständig ihre Schularbeiten zu machen, denn pro Tag haben sie nur gut eine Stunde "Schule". Den Rest verbringen sie mit den Aufgaben, die sie bekommen haben. Die anderen Familienmitglieder oder Tutoren helfen ihnen dabei. 

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