Familienurlaub: Entschleunigung einfach mitnehmen

Blog Gastartikel Von Guten Eltern

22.Okt 2017
Deutsch

Entschleunigung: Gastbloggerin Anja vom Familienblog Von Guten Eltern über Urlaub mit der Familie. Und warum es überhaupt nicht schlimm ist, wenn manches anders läuft, als geplant.

Familienurlaub: Entschleunigung einfach mitnehmen

Foto: © Von Guten Eltern 

Vor der Abreise in den Urlaub denkt man immer nur das allerbeste über die kommenden Wochen. Freut sich auf die Tage am Strand in der Sonne. Das herrliche Essen in der Taverne am Hafen. Das entspannende Wandern und die Weite in den Bergen. Das Schwimmen im warmen Meer. Es gibt zahllose Wege, den Sommerurlaub zu verbringen und zu genießen. Aber alle haben ihren Preis, nicht nur in Form der Bezahlung.

Denn Urlaub machen heißt nicht nur Erholung. Seien wir ehrlich: Gerade für Eltern ist Urlaub meistens gleichbedeutend mit dem Verlassen der eigenen und elterlichen Komfortzone. Der Verzicht fängt bei Kleinigkeiten an. Weniger oder gar kein eigenes Spielzeug. Keine Lieblingssachen. Teenager maulen über fehlenden Internetzugang. Aber das sind nur die kleinen Probleme…

Eigentlich sollte im Urlaub ja die Sonne scheinen. Das ist jedenfalls die Erwartung aller. Nun aber regnet es seit drei Tagen. Der Himmel kennt nur grau oder dunkelgrau. Das Ferienhaus am Strand wäre super, wenn das Wasser nur von vorne und nicht auch von oben käme. Dazu steht es in einem anderen Land, in dem eine fremde Sprache gesprochen wird. Das Fernsehprogramm versteht niemand, die drei DVDs auch nicht. Das für Regentage mitgebrachte Spielzeug wird schnell langweilig. Die Spiele im Ferienhaus haben auch so ihre Tücken. Den Kniffelblock kann man noch frei übersetzen, das finnische Monopoly indes ist schon schwieriger zu entziffern. Aber wenn man die Langeweile ein bisschen aushält, entstehen gerade aus diesem Umstand auch wieder neue Ideen. Oft ist es besser, als Eltern weniger Vorschläge zu machen, sondern die Kinder einfach mal machen zu lassen. Denn die besten Impulse kommen doch meist aus ihnen selbst heraus.

Urlaub heißt also in der Regel auch, mit weniger auszukommen. Und schnell merkt man, dass es auch mit viel weniger geht. Mit weniger Spielzeug, aber auch weniger Zeug generell. Dafür gibt es mehr Ruhe, mehr Entschleunigung und letztlich auch mehr Zeit.  So nervig es im ersten Moment sein mag, so hat es auch etwas Befreiendes, sich nicht immer zwischen etlichen Möglichkeiten entscheiden zu müssen. Und irgendwie bleibt auch mehr Zeit fürs Wesentliche.

Diese Erkenntnisse aus dem Urlaub lassen sich wunderbar zuhause umsetzen, um vielleicht mal das unmittelbare Umfeld etwas zu entrümpeln. Braucht man wirklich 50 T-Shirts im Schrank, von denen man schon 30 seit zwei Jahren nicht anhatte? War man im Urlaub nicht mit vier T-Shirts wunderbar ausgekommen, die alle drei Tage in der Waschmaschine landeten? Ist es nicht besser, dass Smartphone mal wegzulegen? Brauchen die Kinder eine Tonne Lego-Steine oder macht es nicht viel mehr Spaß mit einer kleinen Kiste Steine immer etwas Neues zu erschaffen?

Auch der Alltag nach dem Urlaub wird vielleicht entspannter und etwas entschleunigter, wenn alle zu Hause einmal genau überprüfen, was wirklich gebraucht wird. Wir werden jedenfalls erst mal schauen, was wir alles aus den vollen Schränken herausnehmen können, bevor wir den Inhalt unserer Urlaubskoffer dort wieder hineinpacken.

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