Fertiggerichte in der Schwangerschaft – Teil 2: Ja oder nein?

Gefahrenquelle Bakterien

08.Aug 2017
Deutsch

So gesund wir uns auch ernähren möchten, realistisch gesehen kommt man als vielbeschäftigte werdende Mama zumindest gelegentlich nicht um den Verzehr von Fertignahrung herum. Neben den Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern, die häufig Allergien auslösen, sind Fertiggerichte in der Schwangerschaft noch aus einem anderen Grund problematisch: Sie enthalten Bakterien, die das Infektionsrisiko bei Schwangeren erhöhen. Warum dies so ist und was du tun kannst, um dich vor einer Infektion zu schützen? Das erfährst du hier.

 

Foto: Shutterstock

 

Wie gelangen Bakterien in Fertiggerichte und was sind die Folgen des Verzehrs?

Die für Fertiggerichte verwendeten Lebensmittel können während der Herstellung und Verarbeitung verunreinigen. Vorgekochtes kann durch Kontakt mit rohen Lebensmitteln von schädlichen Mikroorganismen wie Listeria-Bakterien befallen werden. Listeria sind in der Schwangerschaft ein Risikofaktor, denn sie können frühzeitig Wehen auslösen. Die Krankheit Listeriose kann durch eine Entzündung des Mutterkuchens (Plazenta) auf das Ungeborene übertragen werden. Die Symptome sind ähnlich wie bei einer Grippe und können sich durch Gliederschmerzen, Fieber oder Halsschmerzen äußern.

Aber auch andere Erreger können durch Hygienemangel auf Fertiggerichte übertragen werden. Zum Beispiel Salmonellen oder E-Coli Bakterien, die über Tierfutter weitergegeben werden. Selbst unzureichend sterilisierte Konserven, oder ungekühlt haltbare Fertiggerichte können Bakterien enthalten. Und nur wenige Stunden bis Tage nach einer Infektion, kommt es dann beim Menschen zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfen und Durchfall.

Fertiggerichte in der Schwangerschaft – Wie vermeide ich eine Infektion?

Die richtige Lagerung und Kühlung von Lebensmitteln wird oftmals unterschätzt. Während einige Bakterien Tiefkühltemperaturen bei minus 18 °C überleben, sind die Mehrheit bakterieller Erreger nicht beständig gegen das Erhitzen bei Temperaturen über 60-70 Grad. Zum einen geht es deshalb um eine möglichst lückenlose Tiefkühlkette beim Transport von Fertiggerichten, und zum anderen um das richtige Auftauen und Zubereiten.

Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft - Tipps für Einkauf, Lagerung und Verzehr von Tiefkühlkost:

  • Lebensmittel aus der Tiefkühlabteilung solltest du erst am Ende des Einkaufes in den Wagen packen.
  • Bei längeren Wegen und hohen Außentemperaturen nimm für den Transport eine Isoliertasche mit.
  • Lege die tiefgekühlten Lebensmittel in der Einkaufstasche dicht aneinander, sodass sie einen Block bilden. Das hält die Kälte besser, als bei einzeln liegenden Paketen.
  • Tiefkühlkost sollte im Gefriergerät bei mindestens minus 18 Grad Celsius oder im Sternefach des Kühlschranks eingelagert werden.
  • Für eine optimale Auslastung des Gefriergerätes und einen geringeren Stromverbrauch, sollte das Gefrierfach voll befüllt werden.                                                   
  • Der Kühlschrank sollte eine Temperatur von 0°C bis 4°C halten. Zum langsamen Antauen, kann das Tiefkühlprodukt im Kühlschrank gelagert werden. Allerdings muss das Abtauwasser abfließen können, und rasch entfernt werden. Lege die Lebensmittel deshalb in ein Gefäß.
  • Vollständig aufgetaute Lebensmittel sind im Kern nicht mehr gefroren. Damit dies schneller gelingt sollte die Verpackung von tiefgekühlten Produkten entfernt werden!
  • Aufgetaute Lebensmittel sollten rasch verarbeitet oder verzehrt werden.
  • Wiedereinfrieren ist im Prinzip möglich, allerdings solltest du das so rasch als möglich abwickeln. Verpacke die Lebensmittel gut und beschrifte sie mit dem aktuellen Datum. Sofortiges Wiedereinfrieren ist hygienisch und für die Haltbarkeit besser, als das längere Aufbewahren von Lebensmitteln im Kühlschrank.

 

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