Folsäure während Schwangerschaft

7 Fragen rund ums Thema

05.Aug 2016
Deutsch

Folsäure beziehungsweise Folat – ein großes Thema vor, während und kurz nach der Schwangerschaft. Warum? Ganz einfach, Folsäure spielt im Körper eine zentrale Rolle für Wachstum und Entwicklung und ist dementsprechend während der Schwangerschaft besonders wichtig. Doch was hat es mit der Folsäure auf sich? In welchen Lebensmitteln ist es enthalten und ab wann empfiehlt es sich tatsächlich Supplemente einzunehmen? Wir verraten es dir.

Folsäure während Schwangerschaft

Foto: Shutterstock

1. Folsäure oder Folat?

Ähnlich aber nicht das Gleiche: Bei Folsäure handelt es sich um eine synthetische Verbindung, als Folat hingegen wird das natürlich vorkommende Vitamin bezeichnet.Folsäure beziehungsweise Folat gehört in die Gruppe der wasserlöslichen B-Vitamine.

2. Was und wofür?

Folsäure, oft auch Vitamin B9 genannt, ist ein essenzielles und somit lebenswichtiges Vitamin. Der Körper kann es nicht selbst herstellen, es muss also durch die Nahrung zugeführt werden. Folsäure spielt im Körper eine Rolle für die Bildung der roten Blutkörperchen, die Produktion der Hormone Noradrenalin und Serotonin und ist auch an der Zusammensetzung der DNA beteiligt.  Außerdem unterstützt sie die Gehirnfunktionen und ist ein Bestandteil der Rückenmarksflüssigkeit.

3. Empfehlung versus Tatsächliche Aufnahme?

Tatsächlich leiden in unseren Graden sehr viele Menschen unter einem Folsäure-Mangel. In der Regel ohne es zu wissen! Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen täglich eine Aufnahme von 300 Mikrogramm. In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Folsäure um fast 50%, d.h. auf 550 Mikrogramm. Dieselbe Menge wird auch Frauen mit Kinderwunsch empfohlen. Bei Stillenden liegt die Empfehlung bei 450 Mikrogramm.

4. Warum erhöhter Bedarf während der Schwangerschaft?

Vom aller ersten Tag an ist Folsäure für die Zellteilung und Wachstum des ungeborenen Kindes unentbehrlich.Innerhalb der ersten vier Wochen der Schwangerschaft schließt sich beim Embryo das sogenannte Neuralrohr. Dies ist die erste Entwicklungsstufe des zentralen Nervensystems des Kindes mit Rückenmark und Gehirn. Voraussetzung dafür ist ein ausreichend hoher Spiegel an Folsäure! Und genau aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich Frauen mit Kinderwunsch ausreichend früh mit dem Thema beschäftigen.

5. Sind Folsäure Präparate wirklich notwendig?

Vor allem für Schwangere ist es sehr schwierig, die empfohlene Menge Folat lediglich über die Nahrung aufzunehmen. Bei dem erhöhten Bedarf an Vitamin B9 reichen natürliche Lebensmittel oftmals schlichtweg nicht aus. Deswegen empfehlen Ärtzte und Ernährungsexperten Frauen möglichst frühzeitig – idealerweise schon einige Wochen vor der Empfängnis – sowie in jedem Fall während der ersten zwölf Schwangerschaftswochen täglich mindestens 400 µg – 600 Mikrogramm  Folsäure/Folat pro Tag (in Tablettenform) einzunehmen.Zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung versteht sich.

Frauen mit dem Plan, schwanger zu werden, sollten also rechtzeitig mit ihrem Arzt über Nahrungsergänzung durch Folsäure-Tabletten sprechen. Eine Einnahme von Präparaten in der Schwangerschaft ebenso wie auch während der Stillzeit hat für Mutter und Kind keinerlei negative Auswirkungen, wie in diversen Studien nachgewiesen wurde.  

6. Folathaltige Lebensmittel?

Zu den Vitamin B9 reichen Nahrungsmittel gehören Kohlsorten vor allem Gemüse (Grünkohl, Rosenkohl, Spinat, Salat) aber auch Hülsenfrüchte (Linsen, Sojabohnen), Vollkornprodukte (Brot, Haferflocken, Weizenkeime) sowie Eier und Obst.

Wichtig: In einer gemischten Kost können bestimmte Lebensmittelinhaltsstoffe die Aufnahme von Folat vermindern. Daher wird die Bioverfügbarkeit von Vitamin B9 bei etwa 50% angesetzt – das bedeutet nur die Hälfte der ursprünglich aufgenommenen Menge an Folat kann tatsächlich vom Körper verwertet werden.

7. Folgen eines Mangels?

Ist zu wenig Folat vorhanden, besteht die Gefahr, dass sich das Neuralrohr nicht richtig schließt. Man spricht dann von einem Neuralrohrdefekt, auch „Offener Rücken“ genannt. Dieser hat schwere Fehlbildungen von Wirbelsäule, Rückenmark und Gehirn zur Folge. Weitere bekannte Folgen: Herzfehler, Harnwegsdefekte oder auch Lippen-Kiefer-Gaumenspalte.

 

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