Frauen brauchen Frauen – Vor allem in der Schwangerschaft

Blog Gastartikel: Katharina von Stadt Land Mama

15.Aug 2019
Deutsch

Frauen brauchen andere Frauen. Das ist klar. Aber selten brauchen Frauen andere Frauen so dringend wie vor und nach der Geburt eines Kindes. Wenn man selbst nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht, wie man das Leben mit Kindern meistern soll, dann hilft eben oftmals eine andere starke Frau, findet Gastbloggerin Katharina vom Blog Stadt Land Mama

Schwangere Freundinnen

Als ich das erste Mal schwanger wurde, hatte ich so viele Fragen. Mein Frauenarzt hatte schon Löcher im Bauch, aber so richtig glücklich machten mich seine Antworten nicht. Wie sollte er denn wissen, wie ich mich fühlte, was meine Hormone mit mir machten - er selbst hatte dieses Wunder ja nie erlebt. 

Ich traf mich mit einer entfernten Bekannten, mit der ich eigentlich nie viel zu tun gehabt hatte, die aber zur gleichen Zeit schwanger war und fühlte mich dank ihr zum ersten Mal so richtig verstanden. Bei ihr konnte ich mein Herz ausschütten, sie wusste, wie es sich anfühlt, wenn die Brust plötzlich zu explodieren scheint, wenn einem vom Lieblingsparfüm plötzlich schlecht wird. Sie wusste, wie es ist, wenn man nur noch müde ist. Ich merkte: In dieser aufregenden Zeit braucht man einfach andere Frauen um sich. 

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es in Indien früher ganz normal war, dass die Frau nach der Geburt 40 Tage lang im Bett blieb und dass sich dann ausschließlich Frauen um sie kümmerten. In dieser Zeit hatte sie kaum Kontakt zu ihrem Ehemann, dafür nonstop Mutter, Schwestern und Tanten um sich. Das finde ich natürlich schon ein bisschen krass, denn mein Mann ist toll und für uns war es wichtig, gemeinsam Zeit mit dem Baby zu verbringen – aber, dass eine frischgebackene Mama viel Hilfe von anderen Frauen hat, ist doch absolut großartig. 

Andere Mütter können uns deshalb so gut verstehen, weil sie bereites alles selbst erlebt haben. Wenn eine andere Mutter mir nach einer kurzen Nacht sagte: „Das wird auch wieder besser“, dann tröstete mich das unglaublich. Von meinen Mami-Freundinnen nahm ich also dankbar jeden Tipp an, wir tauschten uns über Beikost und Stillen aus, sprachen über unsere Geburtserfahrungen und lästerten manchmal auch über unsere Männer. Wir teilten unsere Sorgen, wie sich unser berufliches Leben weiterentwickeln würde, wir bestaunten die Fortschritte unserer Kinder und tranken gemeinsam den ersten Wein nach der Stillzeit. 

Klar gibt es auch Gezicke unter Müttern, sogenannte Mommy-Wars. „Was, du stillst nicht?“ oder „Wie bitte, du stillst noch immer?“ Aber im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass ich durch meine Mutterschaft so viele tolle Frauen kennengelernt habe, die alle begriffen haben, dass es zusammen so viel leichter und schöner ist als allein. Und das ist eine wunderbare Erfahrung, die ich jeder frischgebackenen Mama wünsche. 

Falls du gerne noch mehr darüber lesen möchtest, gibt es übrigens noch einen weiteren Artikel von mir zum Thema, warum wir Mutti-Freundinnen unbedingt brauchen.
 

Foto: Shutterstock

Sende diese Seite an einen Freund