Fruchtsaft - Vitaminkick oder Gefahr?

Wir nehmen das gesunde Plus für das Kleinkind unter die Lupe

15.Nov 2017
Deutsch

Nichts geht über frisches Obst! Es zählt ganz einfach zu den besten Lieferanten von Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen. Gilt das denn aber auch für Fruchtsaft aus dem Kühlregal? Smoothies und Fruchtmus in Quetschies sind die neuen Trendsetter im Snackbereich. Für kleine und für große Genießer.

An jeder Ecke wird der gesunde Getränkehappen für zwischendurch angeboten. Was solltest du aber bedenken, wenn du deinem kleinen Sprössling damit eine leckere und bekömmliche Freude machen willst? Wir haben den Hype um den Fruchtsaft ein wenig durchleuchtet. Und erst mal recherchiert, ob Kleinkinder diesen tatsächlich brauchen.

Fruchtsaft - Vitaminkick oder Gefahr? Foto: Shutterstock

#1        Eine Frage der Verträglichkeit

  • Fruchtzucker ist für das Baby noch nicht vollständig im Darm abbaubar. Deshalb ist er für viele Kleinkinder nicht bekömmlich, und kann zu Durchfall führen. Ein überhöhter Fruchtzuckergehalt kann langfristig sogar eine Unverträglichkeit auslösen.
  • Obstsaft sollte deshalb bis zum ersten Lebensjahr gar nicht gegeben werden. Ab einem bis drei Jahren, ist ein halbes Glas pro Tag völlig ausreichend. Wasser und ungesüßte Tees bleiben die gesunden Durstlöscher.
  • Knackige Obststücke sind für das Kleinkind die bessere Alternative, als 100% frisch gemixter Saft weil der Fruchtzucker durch den hohen Ballaststoffgehalt in frischem Obst besser abgebaut werden kann.

 

#2        Frisch gepresst aus dem Supermarkt

  • Frisch gepresster Saft sollte sofort nach der Zubereitung getrunken werden. Bis auf die Fasern der Ballaststoffe, gehen dabei die meisten der wertvollen Inhaltsstoffe die im Obst stecken, direkt in den Saft über.
  • Steht der Saft länger im Kühlregal, verflüchtigen sich mit der Zeit durch die Einwirkung von Licht, Sauerstoff und Wärme viele der gesunden Inhaltsstoffe.
  • Neben Fruchtmark können in abgefüllten Smoothies Saftkonzentrate, Milch Joghurt oder Getreideflocken stecken. Aber auch Verdickungsmittel, damit das Obstgetränk über den Tag sämig bleibt. Die Zusammensetzung ist vielfältig, weil sie bisher nicht geregelt ist. Sind auch noch Vitamine, Farb- und Aromastoffe zugesetzt, ist der Smoothie kein Frischgetränk mehr.

 

#3        Quetschobst: die Alternative?

  • Ein Frucht-Quetschie enthält viel Süße. Ist künstlicher Zuckerzusatz enthalten, verliert das Obstmus das gesunde Plus. Vor allem für Kleinkinder besteht dann die Gefahr, dass dadurch Zahnfäule entsteht. Lese deswegen am besten immer auf der Verpackung unter dem Punkt mit den Inhaltsstoffen nach, ob tatsächlich nur Früchte aufgelistet sind. 
  • Besonders die Schneidezähne werden beim Saugen von gesüßtem Fruchtmus umspült. Entschärfen kannst du die Säureattacke auf die Zähnchen durch ein paar Schlucke Wasser danach.

 

#4        Direktsaft und Fruchtnektar

  • Fruchtsaft sollte nach Angaben der Hersteller ohne künstlichen Zuckerzusatz und zu 100% direkt gepresst worden sein. Dann ist er am besten verträglich. Lichtgeschützt in Tetrapacks oder in dunklen Flaschen abgefüllt und gekühlt gelagert, bleiben wichtige Inhaltsstoffe wie das Vitamin C länger erhalten.
  • Fruchtnektar ist eine Kalorienbombe, weil er einen hohen Anteil an Zuckerzusatz enthält. Konzentrate und Sirups haben einen noch geringeren Fruchtsaftanteil als Nektar, der maximal einen Fruchtsaftgehalt von bis 50 % hat.

Ernährungsprofis raten generell, immer die Zutatenliste zu checken oder den Fruchtsaft einfach selbst zu pressen. 

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