Geburt: 6 Arten von Wehen

Senk- oder Presswehe - So unterscheidest du richtig!

22.Aug 2017
Deutsch

Sie kommen in der Regel ganz plötzlich und unverhofft, sind schmerzhaft und für jede Mama in spe eine wahre Herausforderung: Die Wehen. Im Allgemeinen versteht man unter Wehen das rhythmische Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur während des Geburtsvorganges. Sämtliche Gebärmutterkontraktionen verfolgen im Prinzip das Ziel, das ungeborene Baby sicher durch den Geburtskanal zu bringen und haben damit einen maßgeblichen Anteil daran, dass es auf natürlichem Wege das Licht der Welt erblickt. Was junge werdende Mamas immer wieder erstaunt: Schon in der Schwangerschaft sorgen Kontraktionen für Verwirrung, denn auch jetzt gibt es verschiedene Arten von Wehen. Wir klären auf.

 

Geburt: 6 Arten von Wehen Fotos: Shutterstock

1. Braxton Hicks Kontraktion

Diese, nach dem britischen Arzt benannten, Kontraktionen können bereits ab dem 2. Schwangerschaftsmonat auftreten. Der Großteil aller Schwangeren nimmt sie gar nicht bewusst wahr, da sie im Regelfall keinerlei Schmerzen verursachen. Und so unterscheiden sich die Kontraktionen vor allem in ihrer Intensität von den Geburtswehen. Aber auch ihre Aufgabe ist eine andere: Sie trainieren die Gebärmutter.

2. Vorwehen

Wenige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ändern sich die Wehen. Die Vorwehen werden oftmals auch als Übungswehen bezeichnet. Diese sind nicht ganz schmerzfrei: Typisch ist ein Ziehen im Unterleib sowie Beschwerden im Rücken. Und weil das Baby noch mehr auf die Blase drückt ist Harndrang stärker, als in den Monaten vor.

3. Senkwehen

Wenn Vorwehen zunehmen, statt schwächer zu werden, spricht man von Senkwehen. Oftmals werden beide Begriffe jedoch gleichbedeutend verwendet. Durch Senkwehen wird der der Körper des ungeborenen Babys in Richtung des Geburtskanals geschoben, so dass das Köpfchen in das Becken der Mutter eintritt. Somit dienen diese Wehen also der unmittelbaren Vorbereitung auf die Geburt – nun wird es nicht mehr lange dauern, bis das Baby auf die Welt kommt!

4. Geburtswehen

Bei den Geburtswehen unterscheidet man Eröffnungswehen und Presswehen

I. Eröffnungswehen

Eröffnungswehen treten in der ersten Phase der Entbindung auf. Sie bewirken eine Verkürzung des Gebärmutterhalses und sorgen dafür, dass sich der Muttermund schrittweise bis zu 10cm öffnet. Woran du sie erkennen kannst?

  • Jede Wehe dauert etwa eineinhalb Minuten
  • Sie kommen regelmäßig und in immer kürzeren Abständen
  • In ihrer Art erinnern sie an die Schmerzen während der Menstruation (nur intensiver)
  • ie werden mit der Zeit schmerzhafter

Tipp: Wer sich unsicher ist, ob es sich tatsächlich um Geburtswehen handelt, der kann dies mit einem warmen Bad in der Wanne testen. Vorwehen werden dadurch gelindert, Eröffnungswehen verstärkt.

II. Presswehen

Wenn die Geburt unmittelbar bevorsteht, treten Presswehen ein. Jetzt wird das Baby aus der Gebärmutter durch den Geburtskanal gedrückt. Entsprechend schmerzhaft sind diese Wehen. Die Vorfreude, dein Baby bald im Arm halten zu können, macht die Schmerzen allerdings erträglich. Außerdem hilft auch die Tatsache, dass du nun aktiv mithelfen und pressen darfst.

Geburt: 6 Arten von Wehen

7. Nachwehen

Einige Stunden nach der Geburt kommt es zu den sogenannten Nachwehen. Diese dauern meist 10 bis 15 Minuten, sind jedoch deutlich schwächer als die Geburtswehen, weswegen sie von vielen Frauen in ihrem Enthusiasmus auch gar nicht bemerkt werden. Nachwehen bewirken die Ablösung und die Ausstoßung der Plazenta, wodurch auch die Blutung gestoppt wird und bringen außerdem den Rückbildungsprozess der Gebärmutter in Gang. Dieser wird wiederum durch das erste Stillen des Babys direkt nach der Geburt unterstützt.

 

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