Geburt künstlich einleiten

Wann, wie und warum?

08.Okt 2016
Deutsch

Sobald das ungeborene Baby bereit ist und sich die Hormonkonzentration im Organismus von der werdenden Mama verändert, regt der Köper die Geburt von selbst an. Manchmal will der Prozess jedoch nicht so recht in Gang kommen – dann wird oftmals eine künstliche Einleitung der Geburt erwogen. Doch wann und warum muss eine Geburt eingeleitet werden? Und welche Methoden werden hierfür heutzutage eingesetzt? Welche Alternativen gibt es? Wir haben die Antworten auf diese Fragen.

Geburt künstlich einleiten

Foto: Shutterstock 

Wann muss man eine Geburt einleiten?

Fünf bis Sechs Tage über dem errechneten Geburtstermin zu sein, ist in der Regel nicht weiter schlimm. Doch es gibt ein paar Faktoren, welche das Einleiten der Geburt notwendig machen. Bei Plazentainsuffizienz muss der Arzt z. B. sofort die Geburt einleiten. Gleiches gilt, wenn eine Gefährdung für Baby und Mutter besteht.

Doch auch wenn aus ärztlicher Sicht keine Gefahr besteht, der Nachwuchs aber zu lange auf sich warten lässt, müssen früher oder später Einleitungs-Maßnahmen ergriffen werden. Je nach Arzt und Krankenhaus ist dies in der Regel nach 10-14 Tagen über dem errechneten Geburtstermin der Fall.

Was sind im konkreten die Gründe, eine Geburt künstlich einzuleiten?

  • Chronische Erkrankung wie etwa Präeklampsie oder Nierenleiden
  • eine Diabetes mellitus Erkrankung der Mutter
  • ein vorzeitiger Blasensprung
  • Versorgungsprobleme des ungeborenen Kindes
  • eine vorgeburtliche Wachstumsstörung

Welche Möglichkeiten habe ich bei der Geburtseinleitung zur Auswahl?

Es gibt verschiedene Methoden, mit deren Hilfe sich die Geburt einleiten lässt. Dazu zählen Medikamente, aber auch alternative Methoden. Gemeinsam haben alle Methoden, dass sie nur wirken wenn Mama und Baby sind bereit für die Geburt.

1. Wehencocktail

Dies ist in der Regel der erste Schritt um der Geburt auf die Sprünge zu helfen und die Wehen anzuregen. Das im Cocktail enthaltene Rizinusöl wirkt stark abführend, das heißt er regt die Darmaktivität an. In der Schwangerschaft wird die Gebärmutter immer größer, wodurch sich der Darm nach hinten beziehungsweise oben verschiebt und eng um die Gebärmutter herumliegt. Durch die hohe Darmaktivität werden so auch die Muskeln der Gebärmutter in Gang gebracht. Das Resultat: nach drei bis sechs Stunden kommt es meistens zu Wehen. Viele Hebammen und Ärzte schwören auf diese Methode!

2. Eipol-Lösung

Eine Eipol Lösung wird heutzutage routinemäßig Frauen angeboten, welche überfällig sind. Bei dieser Methode wird während einer vaginalen Untersuchung der innere Muttermund von den Eihäuten gelöst. Dabei werden Hormone (Prostaglandine) ausgeschüttet, die eine Reifung des Muttermundes bewirken und so zu Wehen führen können.

3. Prostaglandin

Prostaglandin ist eine hormonartige Substanz, die bei der Stimulierung von Gebärmutterkontraktionen hilft. Das Hormon muss seine Wirkung so nahe wie möglich am Muttermund entfalten und daher greifen Ärztinnen häufig zu Zäpfchen, Pessaren oder Tampons, die in die Scheide eingeführt werden. Prostaglandinpräparate werden üblicherweise dann zur Geburtseinleitung eingesetzt, wenn der Muttermund noch zu hart und nicht weit genug geöffnet ist.

4. Syntocinon

Syntocinon ist eine synthetische Form des Hormons Oxytocin. Es wird in der Regel intravenös verabreicht und regt die Kontraktion der Gebärmutter an. Aufgrund der Nebenwirkungen wird Syntocinon Schwangeren in der Regel nur angeboten wenn Methode 1 bis 3 nicht funktioniert haben.

5. Natürliche Methoden

Es gibt auch natürlich und sanfte Alternativen um den Geburtsvorgang einzuleiten. So können auch Homöopathie, Akupunktur und sogar eine Fussreflexzonen-Massage zum Einsetzen der Wehen führen.

6. Blasensprengung

Achtung! Vor einigen Jahren noch recht häufig durchgeführt wird diese Methode heutzutage nicht mehr empfohlen. Bei der künstlichen Blaseneröffnung handelt es sich um einen Eingriff, bei dem der  Arzt einen kleinen Riss oder ein kleines Loch in die Fruchtblase macht.

Wichtig: Spreche in Ruhe mit deinem Arzt beziehungsweise deiner Hebamme. Du allein hast die Wahl ob du eine Einleitung wünscht oder nicht und auch welche Methode verwendet werden soll. Je nach Zustand des Muttermundes ist eine Methode in deinem Fall womöglich sinnvoller als die andere. 

Sende diese Seite an einen Freund