Geburt: Muffensausen bei Vätern

Wenn das große Ereignis nicht wie geplant verläuft

29.März 2018
Deutsch

Als werdender Papa hast du womöglich den Eindruck, dass du deine Partnerin bei der Geburt des Babys nicht alleinlassen darfst. Vor allem nachdem du mit ihr eine Reihe von Stunden beim Geburtsvorbereitungskurs verbracht hast. Zusammen mit erfahrenen Hebammen hast du dich mit deinen Ängsten und Sorgen intensiv auseinandergesetzt und willst mit Sicherheit nicht als Feigling, oder gar als lieblos gelten. Dennoch kann es sein, dass du in der Hitze des Geschehens ganz einfach ausfällst. Wenn das tatsächlich geschieht, musst du dir aber keinesfalls Vorwürfe machen. Jedoch solltest du auch auf diese vielleicht unvorhergesehene Situation vorbereitet sein. Denn den Geburtsverlauf selbst kann man nie planen.

Solltest du schon eine Weile vor dem großen Ereignis Bedenken haben, dann teile dies am besten deiner Partnerin in aller Offenheit mit. Es gibt immer Lösungen. Du kannst dich vielleicht sogar besser einbringen, indem du dich um Geschwisterkinder kümmerst, oder zu Hause Klarschiff machst, bevor das Baby nach Hause kommt. Was keinesfalls passieren sollte ist, dass du während der Geburt einen richtigen Schock erlebst, und dich davon anschließend nur langsam erholst. So mancher Vater ist regelrecht traumatisiert, wenn es im Kreißsaal hektisch wird, oder er es plötzlich einfach nicht mehr aushält, dass seine Liebste unter heftigen Schmerzen leidet.

Es erfordert natürlich ganz schön viel Mut zu äußern, dass du der Geburt lieber fernbleiben würdest. Versuche aber schon früh die richtige Antwort für dich zu finden. Denn selbst wenn die Mama-to-be von deinem Wunsch erstmal enttäuscht ist, ist es vielleicht letztlich für den Ablauf besser, wenn ihr euch rechtzeitig im Klaren seid, wo eure Grenzen liegen.

Geburt: Muffensausen bei Vätern

Foto: Shutterstock

Wie kann postnatale Depression beim Mann entstehen?

Erfahrene Geburtshelfer und Hebammen sind bei einer Geburt am allerwichtigsten. Sie erkennen rasch, wann sich zum Beispiel der Muttermund öffnet oder die Austreibungsphase des Babys beginnt. Sollte es Komplikationen geben, reagieren sie sofort darauf. Da kann es schon vorkommen, dass du dich hilflos oder sogar fehl am Platz fühlst.

In den ersten Stunden der Geburt ist es noch sinnvoll Dinge zu tun, wie deiner Partnerin den Rücken zu stützen, mit ihr zu atmen oder eine Entspannungsmusik anzumachen. Aber bei fortschreitendem Geburtsverlauf ist für dich nicht viel mehr zu tun als anwesend zu sein.

Selbst wenn die Beziehung bisher sattelfest war, kann es vorkommen, dass deine Partnerin dadurch gehemmt ist und ihr die Geburt schwerer fällt. Vor allem, wenn sie spürt, dass es dir nicht gut geht.

Damit die Geburt nicht langwieriger als nötig wird, solltest du deswegen abschätzen, an welchem Punkt du lieber Abstand nimmst. Das hat nicht unbedingt zu bedeuten, dass du den Kreißsaal oder das Geburtszimmer verlassen musst. Wenn du allerdings bemerkst, dass du plötzlich überfordert bist, oder panische Angst in dir aufkommt, dann solltest du dich besser zurückziehen. Denn es kann sein, dass dich dieses unbegreifliche Naturereignis oder Dinge wie der Eingriff eines Kaiserschnitts einfach zu sehr überwältigen.

Für das Bonding mit dem Baby und die Erholung der frischgebackenen Mama ist nämlich vor allem wichtig, dass du beiden nach der Geburt zur Verfügung stehst. Denn solltest du eine Panik nur schwer überwinden können, dann spricht man von postnataler Depression. Und in dieser Verfassung willst du vermutlich nicht das neue Familienmitglied in der Welt begrüßen.
Selbst, wenn alles anders verläuft als geplant, erinnere dich immer an deine Qualitäten.

Du bist mutig, du bist stark – und auf keinen Fall ein Feigling!

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