Gemeinsam oder einsam schwanger?

Was der Papa in spe in der Schwangerschaft tun kann.

10.Jan 2020
Deutsch

Wenn Frauen schwanger werden, ändert sich eine ganze Menge – und zwar nicht nur körperlich. So unterschiedlich diese Veränderungen bei jeder Frau aussehen, so verschieden fallen auch die Reaktionen bei den Partnern aus. Manche Männer stürzen sich voll Tatendrang in die Vorbereitungen, manche sind erst einmal verunsichert oder müssen ihre Rolle finden und andere fühlen sich wie das fünfte Rad am Wagen. Welche „Aufgaben“ die werdenden Väter übernehmen können, haben wie in dieser – nicht immer todernst gemeinten – Liste zusammengefasst.


Foto: Lindsey Weber on Unsplash

 
  1. Habe Geduld
    Auch wenn es die natürlichste Sache der Welt ist, sind auch viele Frauen von den neuen Umständen und den Veränderungen des eigenen Körpers verunsichert und brauchen erst einmal Zeit. Dazu kommen immense Hormonumstellungen, die sich teilweise recht unkontrollierbar und wechselhaft auf das Gemüt auswirken. Das pendelt sich für gewöhnlich nach einigen Wochen ein.
     
  2. Lagere saure Gurken und Schokolade
    Und halte Autoschlüssel und Geld für nächtliche Kiosk-, Tankstellen- oder Fast-Food-Ladenbesuche bereit. Essensgelüste können überwältigend sein. Es ist allerdings ein Klischee, dass es sich dabei immer um saure Gurken handeln muss. Manchmal ist es ein Burger zum Frühstück. Manchmal ein veganes Curry um 3 Uhr morgens. Manchmal ein bestimmter Schokoriegel. Und zwar wirklich dieser eine, ganz bestimmte. Spannende Hintergründe zum Thema „Heißhunger“ findest du übrigens auch hier.
     
  3. Verkneife dir das Lachen
    Hast du ein spezielles Hobby, liebst du Computer oder vielleicht Autos? Dann kannst du die Gefühlswelt beim Kinderwagenkauf zumindest nachvollziehen – sie hat Ähnlichkeiten mit der Auswahl der Sonderausstattung eines teuren Sportwagens, einer speziellen Hardware für den Rechner oder dem Einkauf der besten Utensilien für das geliebte Hobby. Man wartet auch ungefähr so lange auf einen Kinderwagen, wie auf einen Neuwagen, wenn man mit der Auswahl endlich fertig ist. Lasst euch damit also nicht zu lange Zeit. Bist du mutig, sprichst du das Thema proaktiv in der Halbzeit der Schwangerschaft an. Mach dich keinesfalls lustig über die akribische Recherche und mitunter schwierige Auswahl beim Thema neuer Kinderwagen. Es ist ein ernstes Thema. Wirklich.
     
  4. Lächle auch beim 1000. Möbelhausbesuch
    Gut Ding braucht Weile. Und so eine Kinderzimmereinrichtung ist nicht so einfach auszusuchen. Schon die Farbwahl ist eine Wissenschaft für sich. Gute werdende Väter achten beim Neukauf nicht so genau auf das Preisschild, dafür auf den Gesundheitsfaktor: ist z.B. die Lackierung auch sicher nicht gesundheitsschädigend? Wer sparen will, wird zum Second-Hand-Profi und sucht Möbel auf Online-Plattformen. Hier ist relativ sicher, dass eventuell schädliche Ausdünstungen bereits verflogen sind. Meinungen von Schwangeren können sich schneller Ändern als jene von Politikern – sei ein Held und übernimm ohne mit der Wimper zu zucken den Umtausch der Fehlkäufe.
     
  5. Wundere dich nicht über Tränen – egal worüber
    Wie bereits erwähnt sind die Umstellungen im Hormonhaushalt von Schwangeren Grund für ein äußerst fragiles Gefühlsleben. Auch die Frauen wissen manchmal nicht, warum sie wegen der Auswahl eines Vorhanges oder beim Anblick eines Baby-Bodys weinen müssen. Nimm deine Frau einfach in den Arm. Die Wahrscheinlichkeit, dass du ihr damit eine Freude machst, ist wesentlich höher als das Risiko, damit einen Fehler zu begehen.
     
  6. Lerne das Vokabular
    Maxi Cosi, Sportwagen (nein, nicht der, den du meinst), Strampler, Body, 1er Sauger sind dir schon ein Begriff? Wenn nicht, lege dir ein Abo einer Eltern-Zeitschrift zu (gibt es oft auch günstig als online Ausgabe für Tablets und als Test-Abos) oder stöbere dich durch Online-Shops mit Baby-Ausstattung.
     
  7. Nutze das Wissen und die Erfahrung anderer
    Wenn du erfahrene Väter in deinem Freundeskreis hast, setzt euch unbedingt einen Abend zusammen und tauscht euch aus. Das Wissen ist von unschätzbarem Wert. Du bist nicht alleine. Und du musst nicht bei Null anfangen.
     
  8. Geh zu den Vorsorgeuntersuchungen mit
    Während die Frau die Schwangerschaft ganz schnell spürt, ist für werdende Väter der neue Umstand in den ersten Wochen oft noch sehr abstrakt. So bald wie möglich den Herzschlag zu hören und beim Ultraschall dabei zu sein, ist darum wirklich schwer zu empfehlen. Es ist ein unvergleichliches Erlebnis und macht oft schlagartig sicht- und hörbar, dass da ein kleiner Mensch im Bauch heranwächst. Und zwar dein Kind.
     
  9. Höre zu
    Das gilt zwar zu jeder Zeit in einer Partnerschaft, aber in der Schwangerschaft bringt euch das Zuhören und Reden noch näher zusammen. Deine Partnerin hat vielleicht auch Ängste, bestimmte Vorstellungen und Erwartungen. Sprecht darüber, wie ihr euch die Zukunft als Familie vorstellt, wo das Baby schlafen soll, wie ihr die Elternzeit bzw. Karenzzeit gestalten wollt etc. Überlegt gemeinsam, in welches Krankenhaus ihr gehen möchtet, wie ihr euch die Geburt vorstellt, was dein Part dabei sein kann und vieles mehr.
     
  10. Bereitet euch gemeinsam auf die Geburt vor
    Väter sind meistens bei zumindest einem Geburtsvorbereitungskurs dabei. Du kannst dich aber auch schon vorher und regelmäßig in den letzten Wochen der Schwangerschaft sinnvoll einbringen: zum Beispiel bei einer Dammmassage oder zu Hause beim Üben von Geburtspositionen. Diese können mit liebevollen Massagen verbunden werden und schaffen eine für die Geburt wichtige und hilfreiche körperliche Vertrautheit. Das wird euch beiden bei der Geburt mehr Ruhe und Sicherheit geben – die beste Voraussetzung für ein schönes Geburtserlebnis.
     
  11. Mehr Papa für Bruder und/oder Schwester
    Sind schon Geschwisterkinder da, ist die Schwangerschaft für einige Schwangere eine besondere Herausforderung – besonders am Beginn und Ende der Schwangerschaft. Plagen einen anfangs Übelkeit oder Müdigkeit, muss man den Alltag mit Kind trotzdem schaffen und kann sich nicht beliebig ausruhen. Später sind das Wahrnehmen von Arztterminen oder Einkäufe mit Kind und großer „Kugel“ nicht immer ganz einfach. Werdende Väter können in dieser Zeit gleich 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: zum einen ihrer Frau jede Menge Arbeit abnehmen und zum anderen eine noch stärkere Bindung zum Kind aufbauen. Exklusive Papa-Zeit ist in der Schwangerschaft auf diese Art doppelt sinnvoll: die (werdende) Mutter ist entlastet und die Beziehung zu Sohn oder Tochter kann auf ein neues Level gehoben werden. Nebenbei ist das auch eine gute Vorbereitung auf die Zeit nach der Geburt, wenn Mama für einige Zeit voll und ganz mit dem Neugeborenen beschäftigt ist.

 

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