Gemischte Gefühle am ersten Geburtstag

Blog Gastartikel: Von guten Eltern

22.Mai 2018
Deutsch

Gastbloggerin Anja vom Blog Von Guten Eltern blickt am ersten Geburtstag ihres Knirpses auf dessen Geburt zurück und berichtet darüber, welche verschiedenen Gedankengänge dieser auslösen kann. 

Gemischte Gefühle am ersten Geburtstag

Wenn das erste Babyjahr langsam dem Ende zugeht, blicken viele Mütter zurück. Auf das erste zahnlose Lächeln, die ersten Fortbewegungsversuche und sicherlich auch auf so einige schlafarme Nächte. Aber auch die Erinnerungen an die Geburt werden in den Tagen vor dem ersten Geburtstag wieder präsenter. Die Geburt seines eigenen Kindes ist ein Moment, der für immer im Kopf und im Herzen bleiben wird. Sein Kind das erste Mal in die Arme schließen zu können ist wohl für alle Eltern eine ganz besonders wertvolle und einzigartige Erinnerung.

Doch nicht immer hat man ausschließlich nur glückliche Erinnerungen an dieses Ereignis. Gerade dann nicht, wenn die Geburt nicht so verlaufen ist, wie es erhofft und gewünscht war. Das können zum Beispiel Situationen sein, in denen die Gesundheit von Mutter oder Kind gefährdet waren und deshalb der Geburtsverlauf plötzlich eine ganz andere Wendung bekam. 

Manchmal sind es aber auch scheinbar ganz „normal“ verlaufende Geburten, an die eine Mutter trotzdem belastende Erinnerungen hat. Vielleicht, weil sie sich über lange Zeiten des Geburtsverlaufes allein gelassen gefühlt hat, oder weil begleitende Menschen nicht einfühlsam genug mit ihr in dieser besonderen Situation umgegangen sind.
 

Viele Emotionen

Der erste Geburtstag bringt auf jeden Fall viele Emotionen mit sich. Vor allem Dankbarkeit und Freude darüber, dass es diesen kleinen Menschen gibt. Ein wenig Wehmut, dass dieses erste Jahr so schnell vergangen ist. Aber eben auch besagte Erinnerungen an die Geburt. Nicht wenige Frauen reflektieren erst jetzt zum ersten Mal ihr Geburtserlebnis. Schließlich waren die vergangenen zwölf Monate voll mit neuen Erfahrungen und Gefühlen. Da sind die Gedanken bezüglich der Geburt vielleicht vorerst mal in den Hintergrund gerückt. 
 

Zeit der Auseinandersetzung

Oft ist der erste Geburtstag auch ein Zeitpunkt, an dem Eltern darüber nachdenken, ob sie noch weitere Kinder haben möchten.
Das bedeutet für manche Frauen, Vorfreude diesen besonderen Moment vielleicht noch einmal ähnlich erleben zu dürfen. Für manche Frauen bedeutet, es aber auch Sorge oder sogar Angst, erneut in eine Situation zu kommen, die für sie sehr belastend war. 

Sinnvoll ist es dann, sich wirklich damit auseinanderzusetzten, gegebenfalls mit seinem Partner zu sprechen und möglicherweise sogar den Geburtsbericht anzufordern, um eventuelle Unklarheiten für sich klären zu können. Auch ein Gespräch mit der damaligen Hebamme oder einer auf Geburtstraumata spezialisierten Therapeutin kann sehr hilfreich sein. 

Im Klartext gilt also, was auch immer an Gefühlen zur Geburt da ist – diese sollten Beachtung finden. Gerade bei schmerzhaften Gefühlten ist dies oft der erste Schritt zur Heilung.

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