Geschwister auf das neue Baby vorbereiten

Wie du dein Großes für die neue Rolle fit machst

19.Jun 2017
Deutsch

Geschwisterrolle: Du und dein Partner, ihr freut euch beide über den Zuwachs? Elternliebe wächst ja bekanntlich mit der Zahl der Kinder. Aber wie sagt ihr es dem älteren Schatz? Wie erklärt man die Sache mit der Schwangerschaft und dem Geschwisterchen am Besten? Wann ist der richtige Zeitpunkt und was gilt es zu beachten, wenn Baby Nummer zwei da ist? Geschwister auf das neue Baby vorbereiten – wir verraten dir, wie es geht und wie du dein Großes für seine neue Rolle fit machst.

Geschwister auf das neue Baby vorbereiten

Fotos: Shutterstock

1. Gehe schonend vor!

Immerhin war er bisher unumstritten der Mittelpunkt eurer Familienwelt – und das wird sich nun ändern. Stets ein guter Trick um das ältere Kind auf sein Geschwisterchen vorzubereiten ist es, ganz einfach die Fotos aus der eigenen Schwangerschaft des Kindes zu zeigen. Je nach Alter und Reife in die richtige Sprachform gebracht, könnt ihr euch mit dieser Hilfe in das Thema vertiefen. So kann sich dein Großes ein richtig gutes Bild über die Zeit im Bauch und mit Baby machen, und bleibt dabei vorerst im Zentrum der Aufmerksamkeit. Sei aber in den Erzählungen realistisch. Auch von den Anstrengungen der durchwachten Nächte darf berichtet werden.

Kleinkinder haben kein Zeitgefühl, deshalb solltest du deinem Toddler von der neuen Schwangerschaft erst erzählen, wenn der Babybauch richtig schön sichtbar ist. Es gibt zur Unterstützung kluge Bilderbücher, die das Thema gut veranschaulichen. Und je gelassener die Eltern mit den Vorbereitungen auf das kommende Baby umgehen, desto natürlicher fassen Geschwisterkinder die Aussicht auf den Zuwachs auf.

Geschwister auf das neue Baby vorbereiten

2. Wenn das Baby da ist: Rivalität hat einen Platz!

Nachdem nun der eigene Thron gefährdet ist, kann beim älteren Kind durchaus Eifersucht und ein Gefühl der Rivalität gegenüber dem Neuankömmling entstehen. Je nachdem wie sich diese Gefühle zeigen - lass sie immer wieder zu. Gib der Eifersucht einen geschützten Rahmen. „Toben aus heiterem Himmel“ kann ein Zeichen der Überforderung sein. Denn die plötzliche Anforderung von Selbstständigkeit und die neue Verantwortung, können beim älteren Geschwisterkind zu Erschöpfung und Gereiztheit führen. Das schlägt dann auch leicht in Eifersucht um. Denn das Baby muss ja gar nichts dazu tun, um mit großer Aufmerksamkeit umsorgt zu werden.

Manchmal scheint das ältere Kind Rückschritte in seiner Entwicklung zu machen, indem es sich wieder babyähnlichverhält. Das ist völlig normal, denn es hätte einfach gerne wieder dieselbe intensive und intime Zuwendung wie das kleine Geschwisterchen. Erkläre dem Älteren, dass du das Baby so umsorgst, wie du es auch bei ihm getan hast. Und wie wichtig diese Zuwendung ist.

Nimm dir immer wieder bewusst Zeit für das ältere Kind. Es braucht dich in den nun so kostbaren Momenten, in denen du die Arme frei hast. Häufiges Kuscheln tut dem Großen in jedem Fall gut! Und Papa, Großeltern und Freunde werden herzlich dazu eingeladen, ihre Aufmerksamkeit vorerst mal eingehend auf das Erstgeborene zu lenken.

3. Die Unterstützung der Großen ist wichtig!

Ältere Schwester oder großer Bruder zu sein ist nun mal eine große Aufgabe. Die älteren Kinder wachsen und reifen aber in dieser Rolle. Sie lernen so Schritt für    Schritt Verantwortung zu übernehmen. Und das tut ihnen gut. Ob das Babybäuchlein einreiben, die Rassel schütteln, wenn das Baby weint, oder den Kinderwagen schieben: Geschwisterkinder sind für viele Dinge zu haben.

Wenn du zum Beispiel mal auf die Toilette gehen kannst, ohne das Baby mitnehmen zu müssen, weil dein Älteres darauf achtet, dann ist das ja eine tatsächliche Entlastung. Je mehr du  seine Unterstützung wertschätzt, desto eher fühlt sich das ältere Kind in der neuen Rolle wohl und aufgehoben. Und freut sich über ein Lächeln des kleinen Rivalen!

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