Geschwisterkinder auf die Geburt vorbereiten

Blog Gastartikel: Tina von Titantina

06.Aug 2019
Deutsch

Die Geburt eines Babys kann das Leben der Geschwisterkinder ganz schön auf den Kopf stellen. Eine neue Familienkonstellation entsteht, und nicht immer läuft alles so, wie man es sich vorgestellt hat. Seine neue Rolle im Familiensystem zu finden, ist nicht immer einfach und erfordert viel Geduld. Gastbloggerin Tina von Titantina verrät uns in ihrem Gastartikel, wie sie ihre Kinder auf die bevorstehende Geburt vorbereitet hat.

Mama mit Kindern

Foto: Titantina

Die Geburt eines neuen Familienmitgliedes bedeutet auch gleichzeitig, dass sich die bestehende Familienkonstellation im Wandel befindet. Diese bahnbrechende Veränderung bewegt uns alle: von den Eltern bis hin zu den Geschwisterkindern.
Abgestimmt auf das Alter macht es Sinn, die Geschwisterkinder auf die Geburt ihres Geschwisterchens vorzubereiten.
 

Jedes Kind ist anders

Als ich mit meinem mittleren Sohn schwanger wurde, hatte sich meine Tochter mit damals  6 Jahren sehr schnell mit ihrer neuen Rolle als „große Schwester“ vertraut gemacht. Sie nahm ihren Bruder bedingungslos an und bewies in jeder Situation Feinfühligkeit. Neid und Eifersucht waren für uns in den ersten Jahren in keinster Weise spürbar. Ganz anders verlief es bei meinem Sohn, der bei der Geburt seines Bruders zweieinhalb Jahre alt war. Für ihn stellte sich die Welt sprichwörtlich auf den Kopf, und er hatte massiv mit dem neuen Lebensabschnitt zu kämpfen. Nun war er nicht mehr der Jüngste im Bunde, und die Aufmerksamkeit galt in erster Linie dem neugeborenen Baby.

Jedes Kind ist einzigartig in seinem Wesen und Charakter. Was bei einem Kind gut klappt, ist noch kein Garant dafür, dass es bei einem anderen Kind auch so reibungslos verläuft. Familiensysteme zeichnen sich durch dynamische, stets veränderliche und oftmals sehr komplexe Strukturen aus. Deswegen ist es ratsam, dem Kind die Zeit zu geben, die es benötigt, um seinen Platz im System zu finden, ihn zu akzeptieren und positiv annehmen zu können. Auch wenn dies ein steiniger Weg sein kann, und manchmal länger dauert als von uns erwartet, gibt es unterschiedliche Wege und Zugänge, die bereits im Vorfeld, in der Zeit der Schwangerschaft, gesetzt werden können.
 

Die Kinder kommen mit

Bei der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung stand für uns fest: die Geschwister kommen mit! Bereits im ersten Drittel  der Schwangerschaft ist der noch winzige Fötus via Ultraschall sehr gut zu erkennen, und ihr könnt euch sicher sein: jeder Schluckauf, jedes Daumenlutschen, ja jede Bewegung wird nicht nur von euch mit Begeisterung für das Wunder Mensch wahrgenommen!
 

Bücher

Kinderbücher rund um das Thema Familienzuwachs stellen eine gute Möglichkeit dar, um ein Kind auf die Geburt des Geschwisterchens vorzubereiten. Sie sind nicht nur informativ und geben Aufschluss über die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft, sie regen auch die Fantasie an („wie wird das dann sein mit dem Baby?“), sie geben Raum, um sich mit der neuen Rolle auseinanderzusetzen und Parallelen zu den Protagonisten des Buches zu ziehen. Diese Bücher zählten zu den unangefochtenen Favoriten in der Schwangerschaft, und wurden immer mit Freude gelesen.
 

Kommunikation ist alles

Wie oft habe ich sie erlebt, diese kräfteraubenden Tage, die gekennzeichnet sind von Müdigkeit und Erschöpfung. Es war mir stets ein Anliegen, meine Tagesverfassung klar und offen gegenüber den Kindern zu kommunizieren. Kinder sind mit sehr sensiblen Antennen ausgestattet, und das Gespräch über die eigenen Befindlichkeiten und auch die der Kinder schafft Klarheit und mindert den Druck.
Kindern die nötige Zeit geben, sich mit der neuen Rolle anzufreunden und sie auf Augenhöhe individuell begleiten ist Gold wert.

Wie du dich selbst entspannt auf die Geburt vorbereiten kannst, erfährst du in meinem Gastartikel Achtsamkeitsübungen in der Schwangerschaft.

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