Gesunde Zähne von Anfang an

Mundhygiene bei Babys und Kleinkindern.

22.Dez 2019
Deutsch

Meist kündigt es sich durch eine Phase mit vermehrtem Quengeln und schlechtem Schlaf schon lange vorher an: durchschnittlich um das 6. Lebensmonat herum ist es plötzlich soweit, und der erste Zahn ist da! Das ist nicht nur ein schöner, weiterer Entwicklungsschritt – Das Ende des zahnlosen Lächelns ist vor allem der Beginn der Zahnhygiene.

Milchzähne sind sehr empfindlich

Der Zahnschmelz von Milchzähnen ist noch nicht fertig entwickelt. Umso wichtiger ist das sanfte und regelmäßige Putzen. Da das Zähneputzen für viele Babys ohnehin noch sehr gewöhnungsbedürftig ist, konzentriert euch erst einmal auf einen reibungslosen Ablauf und Spaß an der Sache. Dafür gibt es auch babygerechte Hilfsmittel, um den Mundraum zu reinigen und so bereits vor dem ersten Zahn eine Routine einzuführen. Oder du kannst deinem Schatz schon früh eine Zahnbürste geben, um damit zu spielen und damit vertraut zu werden. Für Babys gibt es auch spezielle Zahnbürsten – damit können schon Babys die Zahnputzbewegungen der Erwachsenen nachmachen und das Zähneputzen von Anfang an richtig lernen. Das motiviert auch ungemein, denn die meisten Kinder sind schon sehr früh fürchterlich stolz, wenn sie etwas „wie die Großen“ machen dürfen.

 

Zahnpasta ja oder nein?

Ob und wenn ja welche Zahnpasta verwendet werden soll, ist ein heiß diskutiertes Thema. Wenn das Kind ein halbes Jahr alt ist und das Trinkwasser, das in seinem Zuhause zur Verfügung steht, weniger als 0,3 ppm Fluorid enthält (Infos haben Wasserwerke und meistens auch Elternberatungsstellen), kann man mit einer täglichen Fluoridgabe von 0,25 mg beginnen. Entweder durch die Verwendung einer fluoridhaltigen Kinderzahnpasta (1000 ppm) beim Zähneputzen oder durch regelmäßige, tägliche Einnahme und Lutschen einer Fluoridtablette. Aber bitte nicht zu viel des Guten: dauerhaft überdosiertes Fluorid verursacht später auf den Zähnen – zwar ungefährliche, aber nicht hübsche – gelb-braune Schmelzverfärbungen.

Im Zweifel sprich am besten mit dem Zahnarzt bzw. der Zahnärztin deines Vertrauens darüber. Eines ist jedenfalls sicher: die rein mechanische Reinigung mit dem Tuch oder einer weichen Bürste, d.h. das gründliche Entfernen von Essensresten und Zahnbelägen, ist erst einmal entscheidend bei der Zahnhygiene.

 

Wie oft putzen?

  • Ab dem 1. Zahn 1x täglich.
  • Ab dem 3. Lebensjahr: 2x täglich

 

Übungssache und Vorbildfunktion

Bei Babys helfen Singspiele, um aus dem Zähneputzen ein schönes Ereignis zu machen. Bei Kleinkindern kann gemeinsames Zähneputzen Spaß machen und motivieren – die Vorbildfunktion ist auch bei diesem Thema nicht zu unterschätzen! Zähneputzen muss jedenfalls wie vieles andere erst einmal gelernt werden. Zeige deinem (schon älteren) Kind wie es am besten selbst Putzen kann. Trotz aller Selbstständigkeit sollte aber immer ein Erwachsener noch einmal nachputzen. Selbst bei Schulkindern empfiehlt sich eine Kontrolle und gegebenenfalls eine elterliche Extrarunde mit der Zahnbürste.

Mittlerweile gibt es sogar eigene Zahnbürsten mit Apps, die Kleinkinder zum längeren Putzen animieren sollen. Wenn man auf solche Hilfsmittel zurückgreifen möchte, sollte man aber unbedingt darauf achten, ob das Kind wirklich gründlich putzt. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass das Kind nur noch auf Smartphone oder Tablet starrt und 2 Minuten auf derselben Stelle schrubbt. Die genaue Kontrolle wird den Eltern also auch von derartigen Helferlein nicht abgenommen.

 

Der Zahnarztbesuch

Wenn alle Milchzähne da sind, ist eine regelmäßige Kontrolle in einer Zahnordination angesagt. Der erste Besuch beim Zahnarzt kann aber bereits ab dem 1. Zahn erfolgen.

Das hilft zum einen dabei, frühzeitig Probleme und Fehlstellungen zu erkennen. Zum anderen wird der Zahnarztbesuch zu einer gelernten Routine – eine wichtige Lektion für das ganze Leben!

Ein wesentlicher Teil der Zahnhygiene ist auch das richtige Essen und Trinken. Dass nach dem Zähneputzen nichts mehr gegessen und keine Zucker- oder Stärkehaltigen Getränke an die Zähne kommen dürfen, sollte von Anfang an eine Regel sein. Eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung stärkt auf alle Fälle auch die Zähne und ist somit einmal mehr entscheidend, um rundum gesund groß zu werden.

 

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