Gönnt euch einen Babysitter!

Blog Gastartikel: Familianistas

26.Jun 2018
Deutsch

Gastbloggerin Nicole vom Blog Familianistas über die Notwendigkeit von Dates mit dem eigenen Mann und darüber, warum man sich einen Babysitter unbedingt leisten sollte.  
 

Gönnt euch einen Babysitter!
Foto: Shutterstock

Klar, man kann sich bezahlte Aufpasser für die Kinder auch sparen. Und statt mit dem Partner oder der Partnerin auszugehen, geht man dann eben abwechslungsweise mal mit Freunden weg. Das kann man sich dann auch immer wieder schönreden und sich gegenseitig versichern, dass es zu Hause eh am schönsten ist und man bei Gelegenheit bestimmt die teure Flasche Wein öffnen wird, um gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden übers Leben zu philosophieren. Aber sind wir ehrlich, das Leben von Paaren mit Kleinkindern sieht in Wirklichkeit ganz anders aus: Während der eine bereits zum fünften Mal in dieser Woche kauernd neben dem Babybettchen in einen Tiefschlaf gefallen ist, schaut sich der andere gerade mal wieder in der Endlosschlaufe durchs Netflix-Programm. Die gute Flasche Wein bleibt zu und der langersehnte Paarabend rückt in unbestimmte Ferne. 

Na, wiedererkannt? Dann sucht euch dringend einen Babysitter! Außer ihr seid in der glücklichen Situation und mit Großeltern gesegnet, die in der Nähe wohnen und kostenlos auf eure Kinder aufpassen. Dann stellt sich allerdings die Frage, warum ihr nicht schon lange von eurem Glück Gebrauch gemacht habt. Denn Ausreden, um euch mit eurem Liebsten mal wieder die Nacht um die Ohren zu schlagen, habt ihr dann natürlich keine mehr. Müdigkeit zählt als Argument übrigens nicht. Denn „Müdigkeit“ ist der Vorname von Elternschaft und wird euch noch ein ganzes Weilchen erhalten bleiben. Drum also nochmal: Sucht euch einen Babysitter! Für alldiejenigen unter euch, die jetzt mit dem Kostenargument kommen und lieber Bekannte fragen möchten, um auf den Nachwuchs aufzupassen, lasst euch folgendes sagen: Vergesst es, ihr werdet es nie tun! Denn es kostet euch zwar kein Geld, aber in der Regel ganz schön Überwindung Freunde darum zu bitten ihren Feierabend zu opfern. Irgendwie blöd, ist aber so.
 

Aber, ja, ihr habt recht: Babysitter sind eine kostspielige Angelegenheit. Da gibt es nichts daran zu rütteln. Und so ein Abend mit dem Liebsten - Restaurant, Kino, Drinks in einer Bar inklusive Babysitter - wird schnell einmal so teuer, wie eine Übernachtung im Fünfsternehotel. Aber leistet es euch trotzdem. Unbedingt. Denn Eltern müssen auch mal raus - und zwar zu zweit!  Und wer weiß, vielleicht landet ihr ja sogar in einem Club, wie damals als ihr euch kennengelernt habt und rockt gemeinsam durch die Nacht. Später werdet ihr durch die Tür kommen, immer noch den Rhythmus im Herzen spüren, überglücklich sein, dass ihr es immer noch gemeinsam krachen lassen könnt und der jungen Dame, die auf eure Schätze aufgepasst hat, voller Dankbarkeit die Geldscheine in die Hand drücken. Ganz ohne Reue. Auch wenn sie kein einziges Mal nach euren Kindern hat schauen müssen und den Abend über lediglich eure teure Schokolade gefuttert hat, ihre Fingernägel lackiert und durch ihr Instagram gescrollt ist.

Übrigens: Achtet unbedingt darauf, dass euer Babysitter in der Nähe wohnt. Denn kommt ihr erst nach zwölf Uhr nach Hause - was dringend zu raten ist - werdet ihr euch ansonsten verpflichtet fühlen, dem Sitter ein Taxi zu spendieren. Das solltet ihr vermeiden, denn so eine Taxifahrt kostet euch unter Umständen nochmal genauso viel wie die Entlohnung selbst (in meiner Heimatstadt Zürich ist das zumindest gut möglich). Mit dem eingesparten Taxi-Geld gönnt ihr euch lieber in zwei Wochen nochmal einen richtig wilden Paarabend. Let`s rock! Ihr habt es verdient. 

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