Hautausschlag beim Baby: Milchschorf versus Kopfgneis

Warum ist Babys Kopfhaut schuppig?

23.Jul 2017
Deutsch

Hautausschlag beim Baby: Innerhalb der ersten Lebenswochen bildet sich bei vielen Babys am Kopfbereich eine dicke, gelblich-braune Schicht aus Schuppen. Die kurze Google Suche ergibt: Milchschorf beziehungsweise Kopfgneis muss es sein. Die beiden für Säuglinge typische Reaktionen der Haut sind äußerlich zwar schwer zu unterscheiden, allerdings ist die Ursache beider Hautkrankheiten eine andere. Und damit auch die Behandlungsmethode. Milchschorf versus Kopfgneis – wo liegen die entscheidenden Unterschiede? Wir haben die wesentlichen Charakteristika, Symptome und Begleiterscheinungen beider Hautkrankheiten einander gegenübergestellt. Und sagen euch, was ihr gegen die Schuppen an Babys Kopfhaut tun könnt. 

Hautausschlag beim Baby: Milchschorf versus Kopfgneis

Fotos: Shutterstock 

1. Kopfgneis

In der Regel beruht Kopfgneis auf einer Überproduktion der Talgdrüsen im Kopfbereich. Nach der Geburt dauert es bei vielen Säuglingen eine gewisse Zeit, bis sie sich an das Leben außerhalb des Mutterleibs gewöhnt und angepasst haben. So muss es erst noch lernen die Talgproduktion und viele andere physiologische Abläufe optimal zu regulieren. Mit zunehmender Reife pendelt sich der Hormonhaushalt der Säuglinge ein, so dass der Kopfgneis bis zum dritten Lebensmonat von selbst verschwindet.

2. Michschorf

Wie der Name schon andeutet, sieht der Ausschlag auf den ersten Blick auf der Haut aus, wie im Topf angebrannte, verkrustete Milch. Beim Milchschorf ist häufig nicht nur der Kopfbereich betroffen: Der Ausschlag beginnt an Waden des Babys und breitet sich rasch auf Stirn, Hals und den Achseln aus. Die Schuppen können nässen und intensiven Juckreiz verursachen. Unter den krustigen Schuppen ist die Haut meist stark gerötet oder gar entzündet. Bei vielen Kindern verschwindet auch Milchschorf ganz von selbst. Allerdings kann diese Reaktion auch ein erstes Anzeichen einer angeborenen Überempfindlichkeit der Haut sein. Oftmals ist sie ein Hinweis auf Neurodermitis - hervorgerufen durch eine allergische Reaktion auf bestimmte Nahrungsmittel, wie Kuhmilch oder auch andere Nahrungsmittel. Aus diesem Grund sollte jeder Verdacht auf Milchschorf vom Kinderarzt frühzeitig geprüft und entsprechend behandelt werden. In der Regel wird hier gleich ein Allergietest durchgeführt!

Hautausschlag beim Baby: Milchschorf versus Kopfgneis

Schuppen durch Milchschorf versus Kopfgneis – was tun?  

Die oberste Regel lautet: Auf keinen Fall solltest du Krusten und die Schuppen vom Kopf kratzen. Damit könntest du die empfindliche Haut deines Säuglings verletzen!

Handelt es sich um Kopfgneis so kannst du etwas sanftes Mandelöl auf die betroffenen Stellen auftragen und es über die Nacht einwirken lassen. Am nächsten Tag lassen sich die Ölreste gemeinsam mit den aufgeweichten Hautflocken ganz einfach mit einem feuchten Tuch, einem Schwamm oder auch einer weichen Bürste vorsichtig ablösen. Um die Durchblutung der Kopfhaut zu fördern und die Produktion der Talgdrüsen zu stimulieren, hilft eine leichte Kopfmassage.

Handelt es sich hingegen um Milchschorf, solltest du die Schuppenschicht am besten völlig in Ruhe lassen. Die Haut unter der Kruste ist meist stark gereizt, ein Entfernen ist nicht nur schmerzhaft für dein Baby, sondern kann auch zu kleinen Wunden oder in Folge zu Entzündungen führen. Wichtig ist es in erster Linie den Juckreiz zu lindern:  Hier helfen kühle, feuchte Umschläge.

Außerdem empfiehlt es sich, die Fingernägel deines Babys kurz zu schneiden, damit es sich beim Kratzen der juckenden Stellen die Haut nicht zusätzlich schädigen. Selbst kleine Kratzer können sich jetzt schnell entzünden. Nässende Formen müssen in jedem Fall mit speziellen entzündungshemmenden Cremes oder Lotionen, unter Umständen auch mit Kortison behandelt werden. Deshalb solltest du beim Verdacht auf Milchschorf unbedingt einen Kinderarzt um Rat fragen! 

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