Hebammenbetreuung von Anfang an

Blog-Gastartikel Von Guten Eltern

09.Jun 2016
Deutsch

Gastautorin Anja vom Blog Von Guten Eltern ist Hebamme aus Leidenschaft. Heute erzählt sie uns warum es empfehlenswert ist, sich schön früh in der Schwangerschaft nach der passenden Hebammen-Betreuung umzusehen. 

Hebammenbetreuung von Anfang an

Foto: Shutterstock

Mittlerweile hat sich der Hebammenmangel in Deutschland doch ziemlich herumgesprochen. Viele Frauen kümmern sich schon kurz nach dem positiven Schwangerschaftstest um eine Hebamme. Und das ist nicht nur aus dem Grund gut, dass es die Chancen erhöht, überhaupt eine Hebamme mit freien Kapazitäten zu finden. Nein, werdende Mütter haben auch in den ersten Wochen der Schwangerschaft viele Fragen und Sorgen. Meist wesentlich mehr Fragen als nach der 12 . Schwangerschaftswoche, wenn sich alles schon ein wenig eingespielt hat und die so genannte "Phase des Wohlbefindens“ beginnt. 

Das erste Schwangerschaftsdrittel ist die Anpassungsphase. Körper und Kopf stellen sich auf den kleinen Menschen ein, der da gerade in einem heranwächst. Für die allermeisten Frauen spielt sich das nicht ohne Beschwerden ab. So leiden über zwei Drittel der Frauen an Übelkeit in der Frühschwangerschaft, häufig begleitet von einer bleiernen Müdigkeit. Gerade wenn Familie, Freunde und auch Arbeitgeber noch nichts von der Schwangerschaft wissen, mangelt es nicht selten an Rücksichtnahme auf diese besonderen Umstände. Doch sogar, wenn es bekannt ist, erleben viele Frauen nicht die Unterstützung, die ihnen eigentlich gut tun würde. Wie oft weinen sich Mütter bei mir in der Schwangerenvorsorge darüber aus! Trotzdem trauen sie sich nicht, sich krank zu melden, obwohl es ihnen körperlich gerade einfach schlecht geht. Natürlich ist eine Schwangerschaft erst einmal aus sich heraus keine Krankheit, aber trotzdem kann sie sich mitunter einfach anstrengend und körperlich sehr kräftezehrend anfühlen. Gerade in den ersten Wochen und Monaten passieren die größten Entwicklungsschritte, wenn sich aus der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle innerhalb kurzer Zeit ein kleiner Mensch entwickelt. All das passiert nicht nur so nebenbei, auch wenn vielleicht noch gar kein Bäuchlein bei der Mutter sichtbar ist. Ein Gespräch kann da manchmal hilfreich sein, Mütter dabei zu unterstützen, ihre Prioritäten zugunsten des Kindes und sich zu setzen. Außerdem fallen in diesen ersten Wochen oft schon weitreichende Entscheidungen, wenn es um die Möglichkeiten der Pränataldiagnostik geht. Auch damit fühlen sich viele Eltern teilweise überfordert und haben Fragen und Bedenken. 

In der Hebammenbetreuung gibt es von Anfang an Raum für alle Sorgen oder Beschwerden – und ebenso für alle Gedanken, die das Baby und die Schwangerschaft betreffen. Auch die Bindung zum Kind stellt sich meist von Anfang an ein und damit meist auch die Sorge, das Baby verlieren zu können. Der Verlust des Kindes durch eine Fehlgeburt kommt in den ersten Wochen statistische gesehen häufiger vor als nach dem dritten Schwangerschaftsmonat. Deshalb weihen manche Eltern Freunde und Familie erst später ein. Traurig und schmerzhaft sind Fehlgeburten aber zu jedem Zeitpunkt. Und gerade dann ist es doch gut, Hilfe und Unterstützung an der Seite zu haben. Das sage ich auch immer wieder den Frauen, die mich fragen, ob es nicht zu früh sei, sich schon in  den ersten Schwangerschaftswochen um eine Hebamme zu kümmern. Die ersten Wochen einer Schwangerschaft stecken voller Vorfreude, aber auch ebenso vieler Zukunftsängste. Als Hebamme bin ich gerne Ansprechpartnerin dafür – von Anfang an.

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