Heißhunger in der Schwangerschaft: Ist der wirklich so krass?!

Blog Gastartikel: Lächeln und Winken

07.März 2019
Deutsch

Früher, bevor ich selbst zum ersten Mal schwanger war, dachte ich, dass sich werdende Mütter oftmals ein wenig zu sehr auf dieser Hormon-Nummer ausruhen würden. Ich selbst aß zwar immer schon eher ungesund, aber was die Menge meines Essens anging, ließ ich lieber mehr als weniger Kontrolle walten. Und es stand für mich völlig außer Frage, dass ich mich auch in anderen Umständen nicht wahllos auf Essen stürzen würde. – So jedenfalls der Plan unserer Gastbloggerin Anke vom Blog Lächeln und Winken.

Heißhunger in der Schwangerschaft: Ist der wirklich so krass?!

Foto: Shutterstock

Ich konnte schon immer gut auf Essen verzichten – von Chips mal abgesehen ;) . Alles andere ließ mich allerdings kalt. Daher empfand ich meinen Vorsatz, in der Schwangerschaft auf keinen Fall mehr als 10 Kilo zuzunehmen, als durchaus realistisch. Dabei ging es mir gar nicht mal so sehr um meine Figur (die würde sich ja eh verändern), sondern vielmehr um meine angeschlagenen Gelenke, denen ich nicht mehr Extra-Kilos als unbedingt notwendig zumuten wollte. Tja, was soll ich sagen: Bei beiden Kindern schoss mein Gewicht während der 10 Monate „Brutzeit“ so dermaßen in die Höhe, dass mir jeder Mediziner schon aus zehn Metern zurief: „Waren Sie eigentlich schon beim Zucker-Test???“ Ja, war ich. Kein Zucker. Nur Heißhunger. Und völliger Kontrollverlust. Herzlichen Glückwunsch zu 28 Extra-Kilos pro Baby!
 

Isst du das noch?

Zumindest bei mir setzte beide Male schon kurz nach der Befruchtung der Eizelle ein Heißhunger ein, der mir in dieser Form nicht nur vorher völlig unbekannt, sondern meiner Willenskraft auch völlig überlegen war. Ich verputzte morgens plötzlich die doppelte Menge Brote, konnte mittags vor lauter Gier kaum entscheiden, was ich denn nun als erstes wie ein Krokodil verschlingen sollte, genoss abends gerne mal 2-3 Schnitzel und aß später sogar im Bett noch eben schnell ein bis zwei Bananen, weil ich sonst kein Auge zugetan hätte vor Magenknurren. Mein Mann traute sich schnell nicht mehr, ohne „Mitbringsel“ für seine Frau die Küche zu verlassen und auf der Straße benahm ich mich manchmal wie ein kleines Hündchen, das an einer Wurstbude vorbeigeht. „Schatz, riechst du das auch? Das riecht köstlich! Komm, wir gehen da lang!“ Nie, nie, niemals hätte ich gedacht, dass ich als Schwangere SO drauf sein würde!
 

Der Körper holt sich, was er braucht.

Das Ding ist: Während einer Schwangerschaft läuft der Körper größtenteils auf Autopilot. Und das ist auch gut so, denn er weiß schließlich, wie Mama und Baby am besten versorgt sind. Ich konnte es mir damals zwar noch nicht vorstellen, aber um zu stillen, benötigte ich all diese Polster... die ganzen 28 Kilo. Und nach etwa 10 Monaten mit Kind waren sie wieder weg. Mein Körper hatte also völlig recht daran getan, sie anzulegen. Dieser Heißhunger und das Unvermögen von Schwangeren, sich dagegen zu wehren, macht also meistens – wer hätte das gedacht – einfach Sinn!

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