Hilfe, bin ich eine Helikopter-Mama?

10 typische Anzeichen und 3 Tipps zum Loslassen

03.Jul 2019
Deutsch

Bin ich eine Helikopter-Mama? Diese Frage stellen sich wohl viele Eltern. Auch wenn das Wort „Helikopter-Eltern“ bereits zum Unwort gekürt wurde und einen negativen Touch hat - Tatsache ist: es gibt immer mehr Eltern, die super vorsichtig sind. Sie wollen ihren Nachwuchs vor allen Widrigkeiten des Lebens schützen. Denn es lauern heute an jeder Ecke ungeahnte Gefahren und diese kann man den Kleinen einfach nicht zumuten. Du als Mama hast es wirklich nicht einfach. Liebevoll und fürsorglich willst du dich um den Nachwuchs kümmern. Tust du das nicht, wirst du verächtlich als „Rabenmutter“ abgestempelt. Wie soll man bloß die Balance halten und den bösen Kommentaren entgehen? An welchem Punkt bist du Übermutter - oder im Sprachgebrauch des 21. Jahrhunderts: eine Helikopter-Mama?

Wir verraten die Top 10 der Anzeichen einer Helikopter-Mama und Tipps, wie das berühmt-berüchtigte Loslassen leichter fällt.
 

Frau mit BabyFoto: Shutterstock

Helikopter-Mama im Check – Diese 10 Anzeichen deuten auf eine Hubschrauber-Erziehung:

1. Bist du rund um dein Baby übervorsichtig und ängstlich?

2. Schwirrst du ununterbrochen in seiner Nähe herum, auch wenn jemand bereits auf deinen Sprössling Acht gibt?

3. Stehst du andauernd helfend und alarmiert zur Seite, selbst wenn dein Kleines nur spielt und keiner Gefahr ausgesetzt ist?

4. Lässt du dein Kind aus übertriebener Vorsicht gar keine Dinge alleine tun?

5. Überwachst du unermüdlich und selbst während des Schlafs jede Aktivität deines Kindes?

6. Willst du um jeden Preis sämtliche Frustrationen von deinem Kind fernhalten?

7. Machst du dir bereits Sorgen, obwohl deinem Kind allen Anschein nach gar nichts fehlt und es keine Bedürfnisse äußert?

8. Übst du durch deine Erwartungen enormen Druck auf dein Kind aus?

9. Verplanst du jede freie Minute mit Nachmittagsaktivitäten und Förderprogrammen?

10. Spielst du deinem Kind die heile Welt vor und lässt es nicht aus Fehlern lernen?
 

Du als Mama hast das Ziel, dass dein Liebling aufwächst ohne Schaden zu nehmen. Das ist ein natürliches Bedürfnis und keinesfalls falsch. Die Sorge um das Wohlergehen des Nachwuchses ist einfach Teil des Mama-Seins. Auch Ängste sind dabei ganz normal. Nur sollten Eltern nicht über ihr Ziel hinausschießen und ihre Kleinen quasi 24 Stunden am Tag überwachen. Denn im Vergleich gesehen braucht dein Kind dich nicht als Glucke, sondern vielmehr als fürsorgliche Gärtnerin.
 

Hier unsere Tipps, wie du vermeidest, ein Helikopter zu werden und wie du dir einiges an Sorgen und Nerven ersparst:
 

1. Überwachungs-Polizei vs. frei sein

Du bist keine Rabenmutter, wenn du dein Kind nicht auf Schritt und Tritt begleitest, um ungeahnte, mögliche Gefahren von ihm fernzuhalten. Spielplätze sind für Kinder und Babys als Freilauf- bzw. Krabbelzonen gedacht. Anstatt deinen Nachwuchs an der Hand zu halten oder es auf dem Arm zu tragen, mach´ es dir auf der Parkbank gemütlich und beschäftige dich mit Stricken oder knüpfe Kontakte zu anderen Eltern. Du kannst deinem Kleinen auch mal ganz einfach beim Spiel zusehen und fröhlich zuwinken, sobald es mit Blicken nach dir sucht. Selbstverständlich braucht es die Sicherheit, dich in seiner Nähe zu wissen. Im Fall des Falles, bist du gleich zur Stelle. Mut zur Gelassenheit ist hier der Schlüssel.
 

2. Vertrauen stärkt Selbstwert und Erfolg deines Kindes

Selbstständigkeit müssen Kinder in kleinen Schritten lernen. Das ist ein wichtiger Teil ihres Entwicklungsprozesses. Jedes Kind hat dabei sein eigenes Tempo, das du als Mama richtig einschätzen kannst. Je mehr du deinem Kind zutraust und es lobst, wenn etwas klappt, desto größer wird sein Selbstvertrauen. Vertraue darauf, dass dein Kind lernen will, mit den weniger sonnigen Seiten des Lebens klarzukommen. Gib ihm den Raum, auch mal frustriert, ängstlich oder wütend zu sein. Lernt es damit umzugehen, kann es seine Erfolge besser wahrnehmen. Und gemeinsam könnt ihr euch darüber freuen und jeden Meilenstein feiern!
 

3. An die Zukunft denken

Was passiert mit meinem Kind in der Zukunft, wenn ich es übermuttere? Diese Frage kann vielen Helikopter-Eltern helfen, jetzt in der Gegenwart nicht zu fürsorglich zu sein und sich nicht überall einzumischen. Fördere die Selbstständigkeit deines Nachwuchses schon früh, so hilfst du deinem kleinen Schatz später Verantwortung für sein eigenes Tun zu übernehmen.

Lass uns doch in den Kommentaren wissen, wie du zum Thema Helikopter-Eltern stehst und ob du ein paar Geheimwaffen für überfürsorgliche Eltern parat hast.

Vielleicht hilft es auch dem ein oder anderen sich verschiedene Erziehungsstile anzusehen!

 

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