Hilfe, ich bekomme ein Kind!

Ängste vor der Geburt und Bewältigungsstrategien.

19.Jan 2020
Deutsch

Eine Geburt ist ein Naturereignis. Dass Frauen davor großen Respekt haben, ist sicher normal. Schwangere mit Geburtsängsten bekommen oft als gut gemeinten Trost zu hören, dass Frauen schon seit Ewigkeiten Kinder auf die Welt bringen. Das ist allerdings meist wenig hilfreich – schließlich bekommt die Betroffene nicht schon seit hunderten Jahren Kinder und ist damit alles andere als routiniert. Außerdem: wer kann schon sagen, wie man die Schmerzen subjektiv empfindet? Wird das Baby gesund auf die Welt kommen? Es gibt viele berechtigte Fragen rund um eine Geburt. Mit welchen Strategien man seinen Ängsten begegnen, und sie im besten Fall überwinden kann, schauen wir uns hier an.


Foto: Shutterstock

Gute Begleitung

Frauen bekommen seit Ewigkeiten Kinder – und das meistens nicht alleine. Die Unterstützung anderer Frauen ist enorm hilfreich, ganz gleich ob es sich dabei um Verwandte, Freundinnen, Doulas oder Hebammen handelt. Unterschätze die Macht von Gesprächen mit erfahrenen Frauen nicht. Oft kann diese Art der Begleitung schon eine Menge an Ängsten nehmen. Vor allem, wenn es um Geburtsschmerzen, Fragen rund um den Dammschnitt oder mögliche Notfallszenarien geht. Auch der Partner kann eine große Stütze in der Schwangerschaft und während der Geburt sein. Vor allem, wenn auch er gut vorbereitet ist und man sich gemeinsam mit dem großen Ereignis auseinandersetzt. Schließlich kann derjenige am besten helfen, der die Ängste und Wünsche des Partners fast wie die eigenen kennt.

 

Mit Theorie leichter zur Praxis

Geburtsvorbereitungskurse sind sehr sinnvoll, vor allem wenn es sich nicht nur um einzelne Termine, sondern um eine längerfristige Vorbereitung handelt. Es braucht schließlich manchmal einfach Zeit, sich mit neuen oder sich ändernden Umständen vertraut zu machen. Hier lernt man nicht nur richtiges Atmen, Tönen und sinnvolle Bewegungen bei der Geburt, sondern praktischer Weise auch gleich Frauen in der gleichen Situation kennen. Hilfreich kann es auch sein, einfach jede Menge Wissen zum Thema Geburt von Fachleuten zu erhalten. Wenn man weiß, was auf einen zukommt, ist vieles leichter zu bewältigen. Die Auseinandersetzung mit Ängsten, das schrittweise Gewöhnen und „Hineinspüren“ in die Geburtssituation im Rahmen eines Geburtsvorbereitungskurses ist auch eine Möglichkeit, Sicherheit zu gewinnen.

 

Positive Einstellung

Der Freundeskreis und besonders das Internet sind voll von Geschichten. Und weil sich Horror-Stories einfach besser erzählen, gibt es davon ganz besonders viele. Auch wenn Notfälle natürlich vorkommen können, sind solche Berichte selbstverständlich nicht die beste Basis dafür, eigene Ängste zu verlieren. Filtere das Negative einfach heraus und lies ganz bewusst schöne Geburtsberichte. Tausche dich mit Frauen aus, die schöne Erlebnisse hatten. So bringst du dich aktiv – und auch dein Unterbewusstsein – in eine entspanntere Haltung.

 

Vertraute Orte sind sichere Orte

Apropos entspannter: Suche den Ort, wo du dein Kind bekommen möchtest, in aller Ruhe aus. Besuche Geburts- oder Krankenhäuser nach Möglichkeit mehrmals, um dich mit den Räumlichkeiten vertraut zu machen. Das nimmt dir den Stress des Unbekannten und du kannst bei der Geburt leichter loslassen.

 

Planung ist gut, Flexibilität aber auch

So sinnvoll eine gute Vorbereitung ist, macht ein gewisses Maß an „Dinge auf sich zukommen lassen“ eine Geburt wesentlich stressfreier. Man kann eben nicht alles planen – und schon gar nicht die Ankunft eines neuen Menschen. Es ist durchaus sinnvoll, sich mit möglichen Szenarien wie z.B. einem Kaiserschnitt auseinanderzusetzen und sich bewusst zu machen, dass auch ein ungeplanter Verlauf eine schöne Geburt sein kann. Das spart im Idealfall zu große Angst am Anfang und Enttäuschungen am Ende.

 

Die Power von Hormonen

Alles in dir ist perfekt darauf vorbereitet, ein Kind zu bekommen. Sag dir das immer wieder vor: Hebammen und viele andere schwören auf die Kraft von stärkenden Affirmationen. Diese sind wie kleine Mantras, die du dir immer wieder vorsagen kannst. Diese Methode wird unter anderem auch beim Hypnobirthing angewandt. Dabei handelt es sich um eine Art Tiefentspannung bis hin zur Selbsthypnose, um den Schmerz der Geburt zu übertauchen und die Wehenpausen optimal zu nützen – und ebenfalls ein gutes Mittel, Ängste zu bewältigen.

Sicher ist: Dein Körper ist eine tolle Maschine, die jede Menge Möglichkeiten hat, Abläufe zu steuern. Hormone sind zum Beispiel mächtige Mittel – sie werden dir bei der Geburt mit Sicherheit eine große Hilfe sein und unglaubliche Kräfte in dir wecken.

Und wir sind uns auch sicher: Dein Baby und du werdet das gemeinsam ganz toll machen und schaffen!

 

Das könnte dich auch noch interessieren:

Die Bilderbuchgeburt

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Tags: 
Sende diese Seite an einen Freund