Hilfe! Ich fühle mich wie ein Heißluftballon

Blog Gastartikel: Einer schreit immer

09.Okt 2018
Deutsch

Schwangere sind schön“, haben sie gesagt. „Schwangere sind sexy“, haben sie gesagt. „Schwangere umgibt diese ganz besondere Aura“, haben sie gesagt. Ich erinnere mich noch ganz genau: Ich fühlte mich wie ein Heißluftballon. Christina vom Blog Einer schreit immer öffnet heute die geheimen Tagebücher ihrer Zwillingsschwangerschaft. Vorsicht! Sarkasmus!

Hilfe! Ich fühle mich wie ein Heißluftballon

Schwanger sein soll angeblich schön machen. Schwangere versprühen vermeintlich eine Aura des Glücks und der allumfassenden Mutterliebe. Ich versprühe jeden Tag ungefähr eine Dose Deo-Spray, um meine Schweißausbrüche unter Kontrolle zu bringen und bewege mich dabei mit der Eleganz eines Rasenmähertraktors. Um genau zu sein eines Trekkers, der einen Platten hat und ein Gebüsch hinter sich herzieht. Vielleicht geht es anderen werdenden Müttern anders. Aber ich fühle mich im Moment wie eine gefüllte Biotonne.

Meine Füße sind derart angeschwollen, dass ich Waldbrände damit austreten könnte und bei jedem Schritt frage ich meinen Körper, wann denn endlich die verdammten Glückshormone einschießen. Mama braucht ihren Kick Endorphine. Und zwar ausnahmsweise einmal nicht von Himbeerschokolade! Stattdessen habe ich eine innige, ja beinahe intime, Beziehung zu meiner Kloschüssel aufgebaut und träume nachts von Sushi.
 

Unterirdische Schuhe 

Aber fangen wir am Anfang an. Oder unten. Also bei den Füßen. Die gerade mehr Wasser eingelagert haben als ein Kamel im Höcker trägt. Ich könnte mit dem Wasser in meinen Beinen die Sahara durchqueren und hätte noch Reserven, um einen Acker zu bewässern. Mühsam quäle ich mich also morgens in meine Socken und überlege mir beim Schuhe zu machen, was ich noch alles in Bodennähe erledigen könnte, wenn ich schon mal da unten bin. 

Mein Schuhwerk sieht aus wie aus einer Geriatrie-Kollektion und wer von mir nur die Treter sieht, weiß schon um meine Schwangerschaft. Und das obwohl ich vor der Schwangerschaft niemals ohne Stilettos das Haus verlassen hätte. 
 

Gar nichts für Instagram.... 

Nein, Schwangerschaften sind nicht idyllisch. Zumindest meistens nicht. Oft denke ich an diese wunderschönen Bilder von Schwangeren auf Instagram, die im Rapsfeld idyllisch im Sonnenuntergang ihren Bauch streicheln. Aber wisst ihr was? Ich vermute, dass das fake ist! Denn: Niemand latscht als Schwangere in einem Feld herum und trägt dabei einen Blumenkranz im Haar. Weil keine Schwangere ohne Hilfe jemals wieder von der besagten Blumenwiese aufstehen könnte. Ich frage mich außerdem, wer den Damen für das Shooting die Beinchen rasiert. 

Und jetzt kommt's, liebe Damen. Ich spoilere heute ein wenig: Die größte Sauerei seit der Erfindung des Geschlechtsverkehres ist nämlich: Neun Monate Schwangerschaft, zehn Stunden Geburt und hunderte schlaflose Nächte, und dann schaut das Kind aus wie sein Vater...

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