Hoch die Tassen!

Kinderwunschtee, Stilltee, Babytee – was es gibt und wie es hilft

07.Nov 2019
Deutsch

Tee ist ein in Europa seit dem 17. Jahrhundert beliebtes Genussmittel, dem je nach Inhalt auch bestimmte Wirkungen zugeschrieben werden. Während Tee streng genommen aus der Teepflanze hergestellt wird, versteht man heute darunter jedes Getränk, bei dem Pflanzen- oder Fruchtteile mit heißem Wasser zubereitet werden. Und genau um diese verschiedenen Bestandteile geht es uns heute: sie können Auswirkungen auf den Körper haben, die vor allem in der Zeit vor, während und nach der Schwangerschaft mit Baby interessant sind.


Foto: Drew Taylor on Unsplash

Kinderwunschtee - mehr als nur ein Zauber?
Tee kann zwar keine Wunder bewirken, gewisse Kräuter können aber durch hormonähnliche Wirkstoffe sehr wohl den Zyklus beeinflussen. Hier wird zwischen Teemischungen für die erste und zweite Zyklushälfte (also ab dem Eisprung) unterschieden, da auch unterschiedliche Wirkungen gewünscht sind.

Zyklustee 1:
Die Kräutermischung soll nicht nur für einen guten Aufbau und die Durchblutung der Gebärmutter sorgen, sondern auch den Eisprung durch Phytohormone, die dem Östrogen ähnlich sind im wahrsten Sinne auf die Sprünge helfen. Der Zyklustee 1 oder auch „Tieflagentee“ (in der Zeit vor dem Eisprung ist die Körpertemperatur etwas niedriger, darum spricht man von „Tieflage“) besteht zu gleichen Teilen aus folgenden Kräutern:

Himbeerblätter, Rosmarin, Beifuß, Holunderblüten und Salbei

Dieser Tee wird vom 1. Zyklustag bis zum Eisprung (ist der Zyklus wie im Bilderbuch also ca. bis Tag 14) genommen.

Zyklustee 2:
Ab dem Eisprung dominiert das Hormon Progesteron. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut gut aufgebaut bleibt und sich das befruchtete Ei einnisten kann. Die zweite Zyklushälfte oder auch „Gelbkörperphase“ dauert im Idealfall zwischen 12-16 Tagen bis die Menstruationsblutung einsetzt - oder eben im Fall einer Schwangerschaft ausbleibt. Ist diese Phase kürzer als 10 Tage kann es sein, dass sich ein befruchtetes Ei nicht festsetzen kann und die Blutung eintritt. Eine Unterstützung mit natürlichen, Progesteron-ähnlichen Stoffen kann also helfen, die zweite Zyklushälfte zu verlängern. Der Zyklustee 2 oder „Hochlagentee“ (nach dem Eisprung steigt die Körpertemperatur leicht an) besteht aus Kräutern, die Gestagen-artig sind, den Gelbkörper unterstützen und entschlackend wirken:

Frauenmantel, Schafgarbe und Brennnessel.

Anwendung:
Du kannst dir den Tee in der Apotheke mischen lassen, z.B. je 40g pro Kraut. Nimm dann 1-2 EL der Kräutermischung und übergieße sie mit kochendem Wasser. 15 Minuten ziehen lassen. 3 Tassen täglich über den Tag verteilt trinken.

Es gibt viele Frauen, die auf Zyklustees gut ansprechen, aber nicht alle merken Veränderungen. Außerdem muss Frau beachten, dass sich eine Wirkung des Tees erst nach einer regelmäßigen Einnahme über einen längeren Zeitraum bemerkbar machen kann – hier ist also Geduld gefragt. Für alle, die ihren Zyklus erst einmal auf natürliche Art harmonisieren wollen, sind die Tees aber eine hervorragende Wahl und jedenfalls einen Versuch wert.

Stilltee – mehr Milch aus der Teekanne?
Das beste Mittel, um den Milchfluss zu fördern, ist das Saugen des Babys selbst – oder einer Pumpe. Aber auch einigen Kräutern wird eine Milch-bildende oder zumindest -fördernde Wirkung nachgesagt. Klassische Bestandteile sind Fenchel, Anis und Kümmel. Sie sollen sich auch positiv auf die Verdauung des Babys auswirken.

Hier ist aber auch Vorsicht geboten: manche Kinder – vor allem Neugeborene – reagieren auf die Kräuter stärker als gewünscht. Die Verdauung wird zu sehr angeregt und Bauchweh kann die Folge sein. Am besten also langsam herantasten und testen, was und wie viel euch beiden guttut!

In manchen Stilltees sind auch beruhigende Kräuter enthalten, die für deine seelische Ausgeglichenheit sorgen können – schaden kann das in der aufregenden Zeit mit einem Neugeborenen auf keinen Fall.

Vorsicht ist übrigens bei Salbei und Pfefferminze geboten: sie wirken Milch-reduzierend! Auch die anregenden Inhaltsstoffe von normalem Tee können sich auf dein Baby auswirken.

Babytee – ohne Zucker, mit Geschmack
Tee ist ein tolles Getränk, wenn es ohne Zucker zubereitet wird: man löscht den Durst mit Geschmack. Da aber je nach Sorte auch bestimmte Wirkungen eintreten können, achte besonders bei Babys und Kleinkindern darauf, dass der Tee wirklich für die Kleinen geeignet ist. Fenchel- und Anistee werden gerne gegen Bauchweh gegeben – beobachte aber auf jeden Fall, wie dein Kind reagiert. Kamillentee wirkt beruhigend auf den Magen und ist entzündungshemmend. Roiboos-Tee enthält kein Koffein und ist daher auch Baby-tauglich.

Finger weg von: Pfefferminze (Menthol kann Atemprobleme verursachen), Grün- und Schwarztee (Gerbstoffe, wirkt anregend)

Gut zu wissen: Generell wird Tee erst für Kinder ab dem 2. Monat empfohlen. Stillbabys brauchen eigentlich ohnehin keinen zusätzlichen Tee. Alles Wichtige ist in der Muttermilch enthalten – sogar Stoffe gegen Krankheiten. In der Beikostzeit ist in erster Linie Wasser zum Trinken wichtig, um das Kind an ein Getränk ohne Geschmack zu gewöhnen.

Ist Wasser als Durstlöscher aber erst einmal angenommen, ist Tee eine tolle, geschmackvolle Abwechslung im Alltag oder Unterstützung bei Krankheiten!

 

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