Hochschwanger in den Urlaub

Blog Gastartikel: Juli von Doppelkinder

11.Nov 2019
Deutsch

Im neunten Monat schwanger und dann noch einmal in den Campingurlaub? Juli vom Blog Doppelkinder erzählt von ihrem Leben als Zwillingsmama und ihrer erneuten Schwangerschaft. Um noch einmal ein bisschen Sonne zu tanken haben sie und ihr Mann eine Fahrt mit den „großen“ Söhnen zum Gardasee geplant. Der Reiseantritt stand jedoch zunächst auf der Kippe. Heute erzählt sie in ihrem Gastartikel, welche Hindernisse dabei umschifft werden mussten und wie entspannt der Urlaub wirklich war.

Frau mit Babybauch und Kinder

Foto: Doppelkinder

Eigentlich beginnt die Zeit des Wartens

Die 34. Schwangerschaftswoche – nun beginne die Zeit des Wartens, des sich Erholens und der letzten Vorbereitungen, las ich vor Kurzem irgendwo. Wir sind in der 34. Schwangerschaftswoche erstmal mit dem Wohnmobil zum Gardasee gefahren, erholen kann man sich ja schließlich auch in Italien. Wobei es natürlich fraglich ist, wie erholsam ein Campingurlaub mit vierjährigen Zwillingen generell sein kann. Aber da kann ich an dieser Stelle schon einmal vorweggreifen: Zehn Tage zu viert zuhause wären unter Garantie noch nervenaufreibender gewesen.

Uns war schon im Frühling klar, dass wir im Spätsommer noch einmal gemeinsam zu viert wegfahren möchten. Das klingt jetzt sehr romantisch, hat aber offen gestanden einen sehr pragmatischen Hintergrund. In das Wohnmobil meines Papas passen nur zwei Kindersitze. Mit einem dritten Kind haben wir uns also leider selbst für künftige Reisen mit dem Familien-Camper disqualifiziert. Nur der Zeitraum stand zunächst nicht genau fest.
 

Stundenlange Autofahrten mit Babybauch

So lange wir außerhalb der Ferien Urlaub machen können, tun wir das natürlich. Außerdem nehmen wir gerne noch ein bisschen Sommer mit in den Herbst. Deshalb reisen wir gerne im September. Zwar fühle ich mich in dieser Schwangerschaft körperlich wesentlich selbstsicherer – bei den Zwillingen hatte ich zeitweilig das Gefühl, komplett die Kontrolle verloren zu haben – aber ganz kurz vor dem errechneten Geburtstermin des Novemberbabys wollte ich dann doch nicht fahren. Stundenlange Autofahrten werden ja mit wachsendem Bauchumfang bekanntlich nicht unbedingt angenehmer.

Nach Befragung des Ferienkalenders rutschten wir mit unseren Reiseplänen also in die 32. Schwangerschaftswoche. Das empfand ich als machbar. Nicht mal die Zwillinge haben sich bei ihrer Geburt zu früh auf den Weg gemacht, deswegen war ich mir ziemlich sicher, dass sich auch das zukünftige Geschwisterkind an seine Zeiten und Fristen hält.
 

Planungsfehler im Büro

Doch dann hatte der liebe Gatte Pech beim Denken. Er war im Büro für die Planung und Ausrichtung einer Feier zuständig und stellte den Kollegen ganz basisdemokratisch drei Termine zur Auswahl. Einer davon fiel in unseren Urlaub. Und jetzt muss man kein Genie sein, um sich ausmalen zu können, an welchem Tag das Fest stattfinden sollte – richtig: Mitten in unserem Urlaub.

Ich knirschte mit den Zähnen und schmollte ein bisschen. Schließlich steht mir etwas Erholung als Schwangere zu. Dann rechnete ich nach und beschloss, dass unser Kind höchstwahrscheinlich auch nicht sechs Wochen vor Termin geboren werden würde. Auch Hebamme und Frauenarzt gaben nach gründlichem Blick auf Bauch, Muttermund und Gebärmutterhals grünes Licht.
 

Vor der Abfahrt zum Osteopathen

Wir verschoben die Abreise. Und zwar soweit, dass wir auf dem Hinweg noch die Hochzeitsfeier guter Freunde in Baden-Württemberg mitnehmen konnten. Wenn schon, denn schon. Selbst eine Muskelreizung, die kurz vor Reiseantritt noch meine linke Körperhälfte außer Gefecht setzte, konnte uns nicht stoppen. Zum Glück behielt der junge Osteopath, der mich und mein Gesäß in Unterwäsche in Augenschein nehmen durfte Recht und zwei Tage nach der Behandlung war ich dann auch tatsächlich so gut wie beschwerdefrei.

So fuhren wir. Erst zur Hochzeit, dann nach Italien. Und es ging uns allen gut damit – auch, wenn ich mit riesigem Babybauch und den Zwillingen am Strand des Gardasees eine solche Attraktion war, dass wir Eintritt verlangen hätten können.

Zurück Zuhause bin ich nun froh, dass wir noch einmal gefahren sind. Zehn Tage zu viert mit Bauchbewohner. Zehn Tage Sonne und süßes italienisches Leben. Ich stelle fest: Warten, sich erholen und letzte Besorgungen lassen sich auch sehr gut noch in der 36. Schwangerschaftswoche einrichten.

Unsere Gastbloggerin Christina vom Blog „Einer schreit immer“ hat sich getraut und ist bereits im 2.Trimester ihrer Zwillingsschwangerschaft auf Urlaub gefahren. In ihrem Artikel erzählt sie über ihre persönlichen Erfahrungen und die damit verbunden erstaunlichen Ereignissen.

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