Horror SIDS – Der plötzliche Kindstod

Ursachen und Prävention

24.Jan 2020
Deutsch

SIDS ist die Abkürzung für „Sudden Infant Death Syndrome“ und der Albtraum aller Eltern: der plötzliche Kindstod, bei dem das scheinbar völlig gesunde Baby oder Kleinkind unerwartet ohne erkennbare Ursache stirbt. Meistens betrifft dieses Horror-Szenario Säuglinge in den ersten Lebensmonaten. Gemeinsam haben fast alle, dass der Tod im Schlaf eintritt. Eine Häufung der Fälle lässt sich in den Wintermonaten feststellen. Abgesehen davon ist oft kein Zusammenhang oder Grund erkennbar, selbst bei einer Obduktion nicht. Neuere Studien und Forschungen geben aber nun erstmals Hinweise auf Gründe und Präventionsmöglichkeiten.


Foto: Nynne Schroder via Unsplash

Fakten zum SIDS

Der plötzliche Kindstod tritt durch das Aussetzen der Atmung ein. Betroffen sind meistens Kinder bis zu einem Jahr, eine Häufung der Fälle liegt zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat. Buben sind etwas häufiger betroffen als Mädchen. Das SIDS tritt zwar sehr selten auf, ist in Industrieländern aber dennoch eine der häufigsten Todesursachen.
 

Ursachen

Man geht davon aus, dass eine Kombination verschiedener Faktoren zum plötzlichen Kindstod führt. Neueste Studien weisen dabei als äußere Ursache besonders das Rauchen während der Schwangerschaft als Mitverursacher aus. Bereits eine Zigarette am Tag erhöht das Risiko eindeutig!*

Neben äußeren Umständen wie der Bauchlage, Überhitzung oder Rauchen (auch nach der Schwangerschaft im Umfeld des Babys) gibt es seit einer Studie 2018 auch Hinweise auf genetische Faktoren.* Die Muskelzellen arbeiten im Fall dieser genetischen Mutationen nicht richtig. Kommen dann äußere Faktoren wie eine behinderte Atmung durch das Liegen am Bauch oder Zigarettenrauch hinzu, kann die fehlerhaft arbeitende Muskulatur den Sauerstoffmangel im Blut nicht verhindern.
 

Wie kann man Plötzlichen Kindstod vermeiden?

Es gibt einige vorbeugende Maßnahmen, die empfohlen werden. Dass solche Empfehlungen viel bringen können, zeigt der starke Rückgang der Fälle von Krippentod seitdem die Rückenlage propagiert wird.
 

Was du vorbeugend gegen plötzlichen Kindstod tun kannst:

  • Baby in Rückenlage hinlegen
  • Feste Unterlage/Matratze besorgen
  • Keine Gegenstände im Bett lassen wie z.B. Kuscheltiere, Decken, Kissen, Schaffell
  • Für ein kühles (Baby-)Schlafzimmer sorgen (18-20 Grad)
  • Keine schweren, zu warmen Decken, Schlafsäcke oder zu viel Kleidung – viele Eltern neigen dazu, Babys zu warm anzuziehen
  • Keine Kopfbedeckung beim Schlafen
  • Nicht rauchen in der Umgebung des Kindes
  • Stillen zur Vorbeugung von Infektionen
  • Schnuller, wenn das Kind ihn akzeptiert
  • Bett in der Nähe der Eltern aufstellen, auch Beistellbett ist möglich
  • Nicht im Elternbett schlafen lassen
  • Achte auf gute Luftzirkulation rund um die Schlafstelle und besonders den Kopf deines Babys (keine Nestchen und Betthimmel)
     

Als nicht nötig oder hilfreich erachtet werden Schlafüberwachungssysteme, da sie aktuell noch viel zu fehleranfällig sind.

Ein guter Test, ob es deinem Baby zu warm ist, ist der Griff in den Nacken statt auf den Kopf. Ist das Kind dort verschwitzt oder heiß, zieh ihm etwas aus bzw. etwas Leichteres an und/oder sorge für Frischluft.

 

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Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode=s&wo=17&typ=1&nid=92158&s=kindstod&s=pl%F6tzlicher

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/76769/Ploetzlicher-Saeuglingstod-Einige-Saeuglinge-haben-erhoehte-Serotonin-Spiegel-im-Blut

https://www.netdoktor.at/krankheit/ploetzlicher-kindstod-8142

https://de.wikipedia.org/wiki/Plötzlicher_Kindstod

* US-Studie in Pediatrics (2019; doi: 10.1542/peds.2018-3325)

*Lancet (2018; doi: 10.1016/S0140-6736(18)30021-7

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