How to: Babysitter finden

Wie findet man sie und worauf muss man achten?

28.Apr 2020
Deutsch

Wem man das eigene Kind anvertraut, ist manchmal gar nicht so einfach zu entscheiden. Nicht immer gibt es Verwandte wie Großeltern, Onkel und Tanten, die aufpassen können oder wollen. Wie findet man dann einen fremden, aber dennoch vertrauenswürdigen Menschen für diese wichtige Aufgabe?


Foto: Jordan Rowland via Unsplash
 

Mundpropaganda

Der erste Weg ist für viele Eltern, sich erst einmal im Freundeskreis umzuhören. Das ist besonders deswegen empfehlenswert, da man hier glaubwürdige Erfahrungsberichte erhält.
 

Kindergarten/Kita-Empfehlungen

Auch Kindergarten- bzw. Kita-Personal weiß manchmal Rat bzw. kennt (ehemalige) Kollegen und Kolleginnen, die privat Kinder betreuen. Sollte es bei dir ein schwarzes Brett geben, ist das ebenfalls eine gute Möglichkeit, den Suchradius über den eigenen Bekanntenkreis auszuweiten und dennoch vertrauenswürdige Tipps zu bekommen.
 

Professionelle Vermittler

Dass die Babysittersuche eine Herausforderung sein kann, haben auch diverse professionelle (online) Vermittler erkannt. Auf Plattformen wie betreut.de – laut eigenen Angaben das weltweit größte Onlineservice im Betreuungsbereich – kann nach Postleitzahl eine geeignete Kinderbetreuung gesucht werden. Der Vorteil: die registrierten Babysitter werden von anderen bewertet, man sieht die Erfahrung sowie Lebensläufe und kann sich somit ein relativ genaues Bild machen, noch bevor man die Person kontaktiert hat. Es können meist auch Auswahlkriterien wie z.B. eine spezielle Ausbildung eingegeben und die Suche damit verfeinert werden.
 

Praktikanten und Praktikantinnen

Manche Ausbildungseinrichtungen verlangen Praktika, die Haushaltshilfe und Kinderbetreuung beinhalten. Gibt es solche Schulen in deiner Nähe, informiere dich dort. Das ist zwar ein kleines Experiment mit dem Risiko, dass es vielleicht doch nicht passt, aber dafür oft eine zumindest vorübergehende, kostengünstige Alternative.
 

Au-pairs

Wer genügend Platz hat und über ein Gästezimmer verfügt, hat mit einem Au-pair gleich mehrere Vorteile: tägliche Betreuung über einen festgelegten Zeitraum und internationales Flair. Die Kinder lernen vielleicht etwas einer anderen Sprache und/oder Kultur. Die wichtigste Lektion ist aber, über den eigenen Tellerrand zu schauen und offen für Neues zu sein. Dass eine fremde Person zum „Familienmitglied auf Zeit“ wird und man zusammenwohnt, ist allerdings nicht für alle das Richtige.
 

(!) Nicht nur der Lebenslauf zählt: passt die Chemie?

 

Babysitter-Checkliste

#1 Mindestalter

Laut Deutschem Jugendarbeitsschutzgesetz dürfen 13-Jährige mit Zustimmung der Eltern zwischen 8-18:00 max. 2 Stunden/Tag babysitten. 15-18-Jährige dürfen bis 20:00 als Babysitter arbeiten.* In Österreich dürfen Jugendliche ab 14 babysitten.
 

#2 Übertragung der Aufsichtspflicht

Passen Jugendliche auf ein fremdes Kind auf, liegt die Aufsichtspflicht dennoch bei den Eltern. Diese wird darum am besten schriftlich auf den Babysitter übertragen, gilt allerdings nur dann, wenn auch die Erziehungsberechtigten des minderjährigen Babysitters schriftlich zustimmen, dass ihr Kind laut Jugendschutzgesetz die Aufsichtspflicht für ein anderes Kind übernimmt.
 

#3 Versicherung

Ein Babysitter/eine Babysitterin braucht unbedingt eine Haftpflichtversicherung. Die meisten Minderjährigen sind bei ihren Eltern mitversichert.
 

#4 Ausbildung/Zertifikate

Ideal ist natürlich eine pädagogische Ausbildung. Einige Vereine oder soziale Organisationen bieten aber auch „Babysitter-Kurse“ an. Hier wird zum Beispiel auch erste Hilfe bei Babys und Kleinkindern vermittelt.
 

#5 Verlässlichkeit

Die lässt sich zwar erst im Lauf der Zeit endgültig beurteilen, Unpünktlichkeit beim ersten Kennenlernen ist aber mit Sicherheit kein gutes Zeichen.
 

#6 Motivation

Macht der Babysitter/die Babysitterin den Job nur für Geld oder hat er/sie echtes Interesse an Kindern?
 

#7 Flexibilität

Ist der Kandidat/die Kandidatin bereit bzw. so flexibel auch mal länger zu bleiben, wenn es z.B. bei der Arbeit oder beim Eltern-Date später wird als geplant?
 

#8 Soziales Verhalten / „Chemie“

Wirkt die Person offen, freundlich, an euch als Familie interessiert? Stimmt die Chemie zwischen euch? Eine Person, die dir unsympathisch ist und der du nicht vertraust, kommt als Betreuung nicht in Frage – auch wenn subjektive Gefühle nicht heißen, dass jemand tatsächlich nicht geeignet ist, kann es sein, dass sich dein schlechtes Gefühl auf dein Kind überträgt und die Person ablehnt.

 

Fragen, die mit Babysittern geklärt sein sollten

  • Hat das Kind Allergien/medizinische Besonderheiten
  • Schnuller ja oder nein
  • Flasche ja oder nein
  • Wo sind E-Card / Mutter-Kind Pass / Mutterpass / Impfpass
  • Notrufnummern / Nummer vom Kinderarzt
  • Wo sind Pflaster / Erste Hilfe Kasten
  • Wenn gewickelt wird: womit? Wo sind Wickelsachen? Muss etwas beachtet werden?
  • Wenn Kind aufs Töpfchen geht: wo ist es, gibt es etwas zu beachten?
  • Wo ist Reservekleidung
  • Lieblingsspielzeug/Lieblingsbücher
  • Wie bist du zu erreichen
  • Wann bist du zurück
  • Was hat das Kind gegessen und getrunken / was soll das Kind noch essen und trinken
  • Darf/soll der Babysitter mit dem Kind noch etwas unternehmen? Was? Kleidung?
  • Gibt es etwas Bestimmtes, was das Kind nicht darf (essen, trinken, tun)
  • Wenn zur Schlafenszeit: wie sieht das Einschlafritual aus? Wie kann man das Kind beruhigen/wieder zum Einschlafen bringen, wenn es aufwacht?
  • Wenn zur Schlafenszeit: Muss das Kind gebadet werden
  • Wenn zur Schlafenszeit: Was darf der Babysitter? Fernsehen, Computer spielen, mit Freunden telefonieren?
  • Soll der Babysitter ans Telefon und zur Tür gehen
  • Gibt es Haustiere, auf die der Babysitter auch achten soll und was darf das Kind mit den Haustieren tun

 

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Quellen:
https://www.betreut.de
*https://www.jobruf.de/elternratgeber/kinderbetreuung_tipps/babysitten_tipps/ab_wann_babysitten.html
https://www.roteskreuz.at/gesundheit/ausbildungen-im-oerk/babysitter/

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