Huch, zwei Streifen! Bin ich wirklich schwanger?

Blog Gastartikel: Stadt Land Mama

10.Jul 2018
Deutsch

Es ist der erste magische Moment im Leben als Mama: Wenn man plötzlich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hält. Unsere Gastbloggerin Katharina vom Blog Stadt Land Mama erinnert sich noch ganz genau an diesen Tag…

Foto: Shutterstock

Wie lang können bitte drei Minuten sein? Vor mir auf dem Badewannenrand lag also dieser Teststreifen, ich tigerte barfuß auf den kalten Fließen auf und ab. Ich hatte mich entschieden, den Test nicht 180 Sekunden anzustarren, sondern erst einen Blick darauf zu werfen, wenn die Zeit reif ist. 

Drei Minuten, in denen die Gedanken Achterbahn fahren. Bin ich wirklich schwanger? Die leichte Übelkeit würde ja dafürsprechen. Aber müde bin ich eigentlich nicht - vielleicht doch nur ein Fehlalarm? Und wenn doch - ich habe doch am Wochenende noch zwei Gläser Wein getrunken. Wenn da jetzt zwei Streifen sind, kann ich laaaaange keinen Wein mehr trinken. Ist mein Leben jetzt vorbei? Was wird wohl mein Chef sagen? Oh, ich freu mich schon auf die schönen Umstandskleider. Wo wir wohl das Babybett hinstellen? Hoffentlich muss ich mich nicht zu oft übergeben. Ob wir entspannte Eltern werden? Ich muss dringend mal Meike fragen, welcher Kinderwagen der Beste ist. Sag ich meinem Mann jetzt am Telefon das Ergebnis oder warte ich bis heute Abend? Sind die drei Minuten jetzt endlich vorbei?

Vorsichtig ging ich zum Badewannenrand. Kein Zweifel - ich war schwanger. In einem Hollywood-Streifen würde die zukünftige Mutter jetzt vor Freude weinen und ihr Mann käme überraschend mit einem Blumenstrauß zur Tür rein und würde ihren Bauch küssen. 

Ich dagegen setzte mich auf den Boden, starrte den Test an und musste erstmal tief ein-und ausatmen. Und wisst ihr was? Ich glaube, dass es tatsächlich ganz vielen Frauen so geht. Ein positiver Schwangerschaftstest stellt alles auf den Kopf, das muss man erstmal verdauen. Bei mir mischten sich Freude, Angst, Unsicherheit, Hoffnung, Liebe und Zweifel zu einem riesengroßen Hormoncocktail. 

Ich setzte mich an den Küchentisch, machte mir einen großen Kaffee und starrte Luftlöcher in den Raum. Und dann, nach einer ganzen Weile, spürte ich, wie von ganz unten aus dem Bauch ein Gefühl in mir hochstieg. Es war warm, es kribbelte und es machte mich glücklich. Ich würde also Mutter werden. 

Dann nahm ich mein Handy, rief meinen Mann an. Ich hörte, wie seine Stimme brach, als er mir sagte, wie sehr er sich freue. Abends nahm er mich lange in den Arm und sagte: „Was für ein Abenteuer.“ Und damit hatte er absolut recht: Elternschaft ist ein Abenteuer. Eins mit Höhen und Tiefen. Eins, das wohl oft einfach mit zwei kleinen Strichen und sehr nervenaufreibenden 180 Sekunden beginnt…

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