Hygiene bei Babys – wieviel Sauberkeit ist nötig?

Schmutz als Training fürs Immunsystem?

03.März 2017
Deutsch

Hygiene bei Babys: Zuhause achten wir Eltern penibel auf einen Fußboden, von dem man glatt essen könnte. Unser Nachwuchs aber scheint von Schmutz regelrecht angezogen zu werden. Es ist ein Phänomen, das wir alle kennen: Ob im Sandkasten, auf dem Supermarktboden oder mitten auf der Straße – alles, was Babys und Kleinkinder finden, wandert auf direktem Wege in den Mund. Und so sehr wir uns auch bemühen beim Spaziergang einen Bogen um Pfützen zu machen, schlussendlich rutscht dein Sprössling auf dem Hosenboden mittendurch. Doch wie gefährlich sind Bakterien, Viren und ähnliche Erreger wirklich? Wie viel Sauberkeit ist nötig? Und dient Schmutz tatsächlich als Training fürs Immunsystem? 

 

Hygiene bei Babys – wieviel Sauberkeit ist nötig?Fotos: Shutterstock

Experten sind sich größtenteils einig, dass der Kontakt mit Schmutz und Erregern Babys und Kleinkindern bei Weitem nicht so sehr schadet, wie lange Zeit befürchtet wurde. Denn das Immunsystem ist lernfähig und so entwickelt sich ein gesundes Abwehrsystem. Unsere Helferzellen können sich demnach an Krankheitserreger erinnern. Und das ist wichtig für die Allergievorbeugung.

Training für das Immunsystem

Kinder lieben es im Sand und Matsch zu wühlen. Und das sollte ihnen immer wieder gegönnt werden. Wir Eltern machen uns unnötig Sorgen, wenn es darum geht, feindlichen Mikroorganismen die Stirn bieten zu wollen. Selbstverständlich wollen wir verhindern, dass sich unser Kind irgendetwas einfängt. Dabei macht durchaus Sinn, das Kind noch im Baby-Alter den Garten- und Haushaltskeimen der Umgebung auszusetzen. Auch zur Verringerung des Risikos für Asthma und Allergien. Entscheidend ist, dass der Kontakt zu Bakterien, Viren und Keimen im ersten Lebensjahr stattfindet. Später können Kinder die Körperabwehr nicht mehr so einfach aufbauen. Also alles erlauben, das bisschen Dreck wird dem Kind schon nicht schaden? Für uns Eltern ist diese Entscheidung natürlich oftmals eine Gradwanderung. Im Eigenheim jedenfalls kannst du einen für dich sinnvollen und akzeptablen Hygienestandard etablieren. Straßenschmutz, Hundekotspuren, Wurmeier aus Sandkisten sind alles Dinge, die das Risiko zu erkranken erhöhen. Die daraus resultierenden Krankheiten sind aber meist harmlos und ganz einfach behandelbar.

Oft vergessen wir auch, dass aggressiv wirkende Reinigungs- und Desinfektionsmittel aufgrund bedenklicher Inhaltsstoffe ebenfalls gefährlich sein können. Putzmittel sollten grundsätzlich immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden!

Viele von ihnen können Allergien und andere Hautentzündungen hervorrufen und außerdem   schädlich für die Umwelt sein. Daher empfehlen wir für die Reinigung zu Hause kannst du ganz einfach milde und schadstofffreie Reinigungsmittel verwenden, dazu gehören:

  • Soda
  • Natron
  • Salz
  • Essig
  • Zitrone
  • Kernseife

Online findest du unzählige DIY Anleitungen für Reinigungsmittel. Denn natürlich kommt es in der Anwendung auf die richtige Mengendosierung an. Mehr Infos gibt’s außerdem hier.

Hygiene bei Babys – wieviel Sauberkeit ist nötig?

 

Merke:

Nach dem ausgiebigen Wälzen im Schmutz ist die Körperpflege von Kopf bis Fuß für deinen kleinen Schatz unerlässlich. Auch wenn dies in der Regel unter Protesten stattfindet. Meist genügt dafür aber ein Waschlappen und Fließwasser. Besonders in den ersten Lebensmonaten solltest du beim Waschen deines Babys auf Seife verzichten. Nur so kann sich der Schutzmantel der Babyhaut optimal entwickeln. Und nicht vergessen: das Spiel im Wasser ist ja für dein Baby ein genauso spaßiges Erleben, wie in der Sandkiste oder im Matsch zu wühlen!

Sende diese Seite an einen Freund