Hyperemesis Gravidarum – Wenn die Übelkeit in der Schwangerschaft zur gefährlichen Krankheit wird

Blog Gastartikel: Mama Rocks

06.Apr 2018
Deutsch

Gastbloggerin Deborah vom Blog Mama Rocks über Übelkeit am Morgen bis hin zum unstillbaren Erbrechen, das den Alltag komplett einnimmt und sogar gefährlich für das Baby werden kann.

Hyperemesis Gravidarum – Wenn die Übelkeit in der Schwangerschaft zur gefährlichen Krankheit wird

Foto: Mama Rocks

„Stell dich nicht so an, du bist schwanger, nicht krank!“ „Ach, wieder diese Übelkeit. Da muss man einfach durch, nicht?“ Diese beiden Sätze hörte ich zu Beginn meiner zweiten Schwangerschaft sehr häufig. Auch wenn es diese Leute nicht besser wussten, so waren diese Aussagen doch sehr verletzend. Und falsch. Denn ich litt an Hyperemesis Gravidarum – was übersetzt so viel wie „unstillbares Erbrechen“ bedeutet.

Hyperemesis Gravidarum ist eine Krankheit, die durch die Schwangerschaft ausgelöst wird. Sie ist viel mehr als Morgenübelkeit. Etwa eine von 100 Schwangeren ist davon betroffen. Es gibt Frauen, die erbrechen sich dabei über 30 Mal pro Tag. In ganz seltenen Fällen können diese sogar ihr ungeborenes Baby verlieren.

So schlimm ging es mir zum Glück nicht. Ich könnte nicht sagen, wie oft ich mich erbrochen habe. Um ehrlich zu sein, habe ich aufgehört zu zählen. Ich weiß nur noch mit Sicherheit, dass ich mich komplett dehydriert zu meiner Gynäkologin schleppte, weil ich keinen Schluck Wasser mehr bei mir behalten konnte. Und das, obwohl ich bereits Medikamente gegen Übelkeit nahm. Sie verschrieb mir dann ein sehr starkes Medikament und schrieb mich mehrere Wochen krank. Zudem musste ich regelmäßig Blut und Urin kontrollieren lassen. Sie hätte mich auch ins Krankenhaus eingewiesen, wenn es mein Wunsch gewesen wäre. Ich wollte aber zu Hause bei meinen Lieben bleiben.

Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mich so gar nicht mehr über meine Schwangerschaft freuen. Im Gegenteil: ich fragte mich immer wieder, wieso ich mir das antat. Hätte ein Kind nicht auch gereicht? Ich lag im Bett, konnte nur schlafen oder mich erbrechen. Draußen war es Frühling, alle genossen die ersten Sonnenstrahlen und ich hatte das Gefühl, dass das Leben an mir vorbeizog. Zudem musste ich meiner Vorgesetzten viel früher, als eigentlich geplant, von meiner Schwangerschaft erzählen.

Irgendwie überstand ich das erste Trimester. Dank diesem sehr starken Medikament, Akkupunktur und dem maßlosen Konsum von Smoothies. Die Fruchtsäfte waren nämlich – neben Wasser mit Kohlensäure – so ziemlich das Einzige, das ich in mir behalten konnte.

Im zweiten Trimester wurde die Übelkeit zum Glück weniger stark – trotzdem gab es in meiner Schwangerschaft nur einen einzigen Monat, in dem ich mich nicht erbrechen musste. Die Kinder von Schwangeren, die an Hyperemesis litten, werden in Online-Foren auch liebevoll „Kotzbrocken“ genannt. Ich war unglaublich erleichtert, als mein „Kotzbröckchen“ gesund auf die Welt kam. Noch eine Schwangerschaft kann ich mir trotzdem nicht vorstellen.

Also liebe Mamas, bitte, wenn ihr unter starker Schwangerschaftsübelkeit leidet, dann kontaktiert euren Arzt. Hyperemesis Gravidarum kann gefährlich für euch und euer Baby werden und es gibt Mittel und Wege euch zumindest einen Teil des Leidens zu nehmen.

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