Ich bin enttäuscht, es wird ein Junge!

Blog Gastartikel: Moana von Miss Broccoli

01.Sep 2019
Deutsch

Als Mama wünscht man sich doch ein Mädchen! Jedenfalls ging es Moana vom Blog Missbroccoli so. Sie war in der ersten Schwangerschaft fest davon überzeugt, ein Mädchen zu bekommen. Doch dann kam der Termin des Ultraschalls beim Gynäkologen und die Prognose war: Herzlichen Glückwunsch, es wird ein Junge! Es dauerte lange, bis sie diese Tatsache annehmen konnte. Wie es ihr dabei ging, erzählt sie im heutigen Gastbeitrag.

Schwangere Frau

Foto: Missbroccoli 

Früher habe ich mich nicht wirklich mit der Frage des Geschlechts meines Kindes auseinandergesetzt. Dennoch war es für mich immer klar: ich würde irgendwann eine Tochter in den Armen halten. Gemeinsam mit ihr die Welt entdecken und ihr all das zeigen, was ich so sehr liebe. Bei meiner ersten Schwangerschaft war es für mich (und auch für den Papa in spe) klar, dass es ein Mädchen werden würde. Doch der Gynäkologe tippte bereits in der 25. Schwangerschaftswoche auf einen Jungen. Nach jedem Termin sagte ich mir dennoch: „solange es nicht fix ist, stirbt die Hoffnung auf ein Mädchen nicht!“

Erst 4 Wochen vor der Geburt wusste ich das Geschlecht meines Babys endgültig. Es würde ein Junge werden. Die Tendenz zu einem Jungen war durch meinen Frauenarzt, wie vorhin schon erwähnt, bereits einige Wochen vorher da. Aber wahr haben wollte ich es einfach nicht. In diesen Wochen der Gewissheit zwang ich mich, mich darauf einzustellen, dass ich KEIN Mädchen bekommen würde, sondern einen Jungen.

Ich muss zugeben: ich hatte Mühe. Ich freute mich plötzlich ein kleines bisschen weniger auf mein Baby. Die Gedanken, keine schönen Frisuren machen zu können, keine süßen Sommerkleidchen zu nähen und später keine Frauenthemen zu diskutieren, machten mich schon etwas traurig.

Doch nach einer Zeit waren diese negativen Gedanken dann auch wieder komplett verschwunden. Und zwar ab dem Zeitpunkt, als ich draußen überall kleine Jungs sah. Süße kleine Jungs. Und als dann mein erster Sohn auf die Welt kam, war ohnehin alles wie weggeblasen. Ich stellte mir die Frage nicht mehr, ob ein Mädchen besser gewesen wäre und liebte mein Baby vom ersten Tag an.
 

Es wird schon wieder ein Junge!

Dann kam die zweite Schwangerschaft. Und wieder hatte ich die Hoffnung, dass ich bald ein kleines Mädchen in den Armen halten würde. Ich stellte mir vor, wie es wäre, mit dem großen Bruder und seiner kleinen Schwester unterwegs zu sein. Wie sie zusammen spielten und streiten. Doch dieses Mal war sehr früh klar: Es wird wieder ein Junge! Bäm! Ich war auch dieses Mal kurz enttäuscht, aber noch viel mehr war ich über meine eigene Reaktion empört, dass ich so empfand. Darf man das als werdende Mutter überhaupt? Es gab Tage, da beneidete ich jede Mutter, die ein Mädchen im Arm hielt. Doch dann traf ich wieder auf andere Mamas von Jungen und sah, dass auch sie gute Mamas waren und man mit Jungs genauso viele schöne Dinge machen kann.
 

Wie ich zur glücklichen Jungs-Mama wurde

Schlussendlich war ich aber einfach nur froh, dass auch mein zweites Kind gesund und munter auf die Welt kam, denn das ist ja wohl das aller wichtigste. Mein Großer bekam nun also einen kleinen Bruder und plötzlich sah ich all die guten Dinge: Der große Bruder wird noch viel Freude mit dem männlichen Nachwuchs haben. Sie werden vielleicht die gleichen Interessen haben, gemeinsam spielen, basteln und Fahrradfahren. Ich sagte mir: Es ist doch viel besser zwei Jungs zu haben! Ich muss keine anderen Kleider besorgen und beim Spielzeug sind wir mit Traktoren, Baggern und Autos auch schon bestens ausgestattet. Und auch der Opa wird Freude haben, sein Handwerker-Wissen an die beiden Enkel weiterzugeben.

Ich hätte zwar nie gedacht, dass ich mal Traktoren-Marken auswendig kennen würde, oder dass ich mich mit den Themen Waffen und Autowerkstatt auseinandersetzen muss, doch durch meine Jungs lerne ich täglich viel Neues dazu. Und das ist gut so.
 

Um nur einige Beispiele zu nennen:

  • Ich gehe viel öfter in den Wald, um dort Holz zu sammeln (für ein Lagerfeuer, für eine Schlange oder einen Pfeilbogen).
  • Ich schaue mir eine Baustelle mit den Baggern und Kränen auch mal lange, gewissenhaft und von der Nähe an.
  • Ich bin sogar schon meinem Sohn zu liebe in einem Traktor über ein Feld gefahren.
     

Und ist es schlussendlich nicht egal, ob ich einen Jungen oder ein Mädchen habe? Es sind schließlich meine Kinder und die liebe ich so sehr ich nur kann und zwar unabhängig vom Geschlecht! Ich kann ihnen beim Älter werden zuschauen, ihnen meine Welt zeigen, ihnen das Kochen beibringen, meine Gedanken weitergeben – und da ist es vollkommen egal, ob sie nun Jungs oder Mädchen sind. Die Gesundheit steht auf jeden Fall an erster Stelle! Und wenn ich mir jetzt vorstelle, wie dann erst die Pubertät wird… Ich bin ganz froh, dass ich zwei Jungs habe!

Und wenn du wissen willst, wie ich meine zweite Schwangerschaft empfunden und auch geheim gehalten habe, dann schau doch bei meinem letzten Gastartikel vorbei!

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