Im Interview mit Christina vom Blog The Blonde Bird über Veganismus

Schwangerschaft und vegane Ernährung? Christina erzählt von ihren Erfahrungen

09.Jul 2019
Deutsch

Christina ist die Gründerin des Blogs The Blonde Bird und nutzt die Plattform um über verschiedenste Lifestyle Themen, sowie auch über Veganismus und ihre Frühstücks-Liebe zu schreiben. Die angehende Mama ist gerade mit ihrem ersten Baby schwanger und genießt die Zeit mit Babybauch in vollen Zügen. Im Interview verrät sie, wie sie Schwangerschaft und Veganismus vereint und teilt ihren Ansichten zur Ernährung.

Christina vom Blog The Blonde Bird

Foto: Little Big Heart by MAM

1. Ernährung und Sport stehen bei dir ganz oben auf der Liste – und das hast du auch jetzt während der Schwangerschaft beibehalten. Wir sind ganz neidisch: Wie schaffst du das bloß, so diszipliniert zu sein?

Danke! :) Ich war schon immer ein sportlicher Typ und habe auch stets darauf geachtet, was ich esse. Seit ich mich vegan ernähre, beschäftige ich mich aber noch viel mehr mit Lebensmitteln als zuvor.

Als ich dann erfahren habe, dass ich schwanger bin, habe ich eine Liste mit Lebensmitteln angefertigt, die mein Baby und mich mit allem nötigen versorgen. Sie stehen fast täglich auf meinem Speiseplan.

Der Sport ist leider seit dem dritten Trimester weniger geworden. Ich versuche aber täglich viel zu Fuß zu gehen, denn für mich ist Bewegung in der Schwangerschaft sehr wichtig!

 

2. Zum Thema Veganismus in der Schwangerschaft spalten sich die Meinungen. Worin siehst du die Vorteile aber auch die Nachteile dieses Ernährungsstils?

Mich vegan zu ernähren war ein Entschluss von heute auf morgen. Ich hatte gesundheitliche Probleme. Da war immer dieser Druck am Zwerchfell. Außerdem war mir war nach dem Essen oft übel und ich fühlte mich träge.

Mir persönlich hat die Umstellung auf einen veganen Ernährungsstil nur Positives gebracht: Energie, Lust am Kochen und Essen und die Übelkeit war auch weg. Ich lebe seither bewusster, gesünder, tue damit etwas Gutes für unsere Erde und verschone tierisches Leben.

Nachteile sehe ich in einer veganen Lebensweise also keine, solange man weiß, worauf man achten muss. Denn eine einseitige, ungesunde vegane Ernährung (es gibt genügend Junkfood in diesem Sektor!), ohne sich mit Nährstoffen, die der Körper dringend benötigt, auseinanderzusetzen, kann genau ins Gegenteil umkehren. 

 

3. Bald kommt dein Nachwuchs zur Welt. Weißt du schon, ob du ihn auch vegan ernähren wirst?

Diese Frage wurde mir nun schon häufiger gestellt. Ich werde unsere Tochter nicht vegan ernähren, weil ich ihr nichts aufzwingen möchte.

Milch und Joghurt ist wegen meinem Lebensgefährten immer daheim. Wenn es ihr also schmeckt, werde ich sie später nicht davon abhalten es zu essen. Und was unsere Tochter dann bei meinen Eltern, Schwiegereltern und Freunden serviert bekommt, kann ich ohnehin nicht zur Gänze beeinflussen.

Ich werde sie aber früh genug aufklären, woher das Fleisch und die Milchprodukte kommen und sie dann selbst entscheiden lassen, ob sie es essen will oder eben nicht. 

 

4. Dein Partner lebt im Gegensatz zu dir nicht vegan - ist die unterschiedliche Ernährung deswegen oft ein Thema bei euch?

Kaum! Er liebt alles, was ich koche :). Anfangs hatte er natürlich seine Bedenken wegen meiner veganen Ernährung im Zusammenhang mit der Schwangerschaft. Das hat sich nach und nach dann aber doch geändert, weil er weiß, dass meine Blutwerte top sind und auch unsere Ärztin mit der Versorgung und dem Wachstum des Babys zufrieden ist.

Christina vom Blog The Blonde Bird

Foto: Little Big Heart by MAM

5. Worauf sollte man deiner Meinung nach besonders bei einer veganen Ernährung achten? Gibt es grundsätzliche Dos und Don´ts die du interessierten Lesern empfehlen kannst?

Es gibt genug Veganer, die sich einseitig und ungesund ernähren. Sie tun der Umwelt und den Tieren gut, jedoch nicht sich selbst. 

Ich finde es wichtig, frisch und gesund zu kochen und am besten regionale und saisonale Bio-Produkte einzukaufen. Ein Blutbild gibt sehr viel Aufschluss darüber, ob dem Körper etwas fehlt. Ich supplementiere täglich Vitamin B12 und Algenöl und nehme zusätzlich ein veganes Schwangerschaftspräparat zu mir. 

 

6. Veganismus wird auch oft mit Nachhaltigkeit verbunden – wie stehst du dazu?

Nachhaltig zu leben ist seit Längerem ein Thema bei mir und an dessen Umsetzung arbeite ich laufend.

Ich achte wie bereits empfohlen sehr darauf, regionale Bio-Produkte einzukaufen. Ab und zu landen aber auch Exoten im Einkaufswagen. Ich bin ehrlich, Avocados schmecken mir einfach zu gut!

Das Thema Zero Waste steht weit oben auf meiner To-Do-Liste, angefangen bei Lebensmitteln bis hin zur Kosmetik. Ob es wohl irgendwann möglich ist, das Leben müllfrei zu gestalten?

Was Babykleidung betrifft, haben wir schon sehr viel von Bekannten „geerbt“, trotzdem habe ich auch einiges selbst gekauft. Da klappt es mit der Nachhaltigkeit noch nicht ganz so gut bei mir. Dennoch wird diese Babysachen wieder ein anderes Baby tragen, da bin ich mir sicher.

 

7. Du bekennst dich als wahre Frühstücks-Liebhaberin und liebst generell gesunde Snacks. Mittlerweile hast du sogar deinen eigenen Catering-Service und belieferst deine Kunden mit köstlichen Jars, Desserts oder Salaten. Wie bist du denn zu dieser Idee gekommen?

Die Idee dazu hatte ich vor 6 Jahren. Ich habe mein Essen immer sehr schön angerichtet, Fotos gemacht und auf Instagram und Facebook geteilt. Freunde wollten wissen, wo man so schönes Essen bekommt und so startetet ich einen Lieferservice für Freunde und Bekannte, Follower und Interessierte. 2015 stand dann das erste größere Catering an. Mein Highlight war es, als 2016 Bryan Adams (er lebt seit 30 Jahren vegan) an der Tür klopfte und nach meinem selbstgemachten Granola fragte. Seitdem schicke ich ihm immer wieder Granola und er gibt mir im Austausch sein OK für neue Kreationen.

 

8. Wir sind ganz neugierig auf deine gesunden Rezepte – verrätst du uns dein einfachstes Lieblingsrezept zum Nachmachen?

Derzeit stehe ich wieder total auf Energy Balls! Sie sind gesund und super schnell und einfach zuzubereiten.

Rezept für 10 Kugeln:

- 150g Datteln, entsteint

- 1 EL Kakao Nibs

- 2 EL Kokosflocken

- 2 EL Erdmandelmehl

- 1 EL Kokosöl, geschmolzen

- 65g Mandelmus

- noch mehr Erdmandelmehl und Kokosflocken um die Kugeln darin zu wälzen

Alle Zutaten in einen leistungsstarken Mixer geben und so lange mixen, bis alles zerkleinert ist. Aus der Masse Kugeln formen und anschließend in Erdmandelmehl und Kokosflocken wälzen. Die Energiekugeln im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 5 Tagen verbrauchen.

 

9. Und zu guter Letzt möchten wir außerdem gerne wissen, wie du dich auf die bald bevorstehende Geburt vorbereitest und wie du zu der Anschaffung von Babyartikel stehst? Hast du all die Schnuller, Fläschchen und Co. bereits besorgt oder wartest du damit lieber, bis dein Baby da ist?

Ich lese sehr viel über die Geburt, hole mir Ratschläge ein, höre mir Geschichten von meinen Freundinnen an, die erst vor Kurzem ihre Babys bekommen haben und gehe zur geburtsvorbereitenden Akupunktur. 

Ich habe Schnuller, Fläschchen, Zahnpflegeprodukte, Windeln, Kinderwagen usw. für das Baby daheim, aber noch nicht allzu viel davon selbst besorgt. Was mir am Ende fehlt, besorge ich, nachdem unser Baby auf der Welt ist.
 

Nach diesem Interview haben wir wohl alle mit Magenknurren zu kämpfen. Damit der Hunger aber schnell wieder verfliegt, haben auch wir in unserem Video ein super leichtes und gesundes Rezept für eine vegane Linsen-Currysuppe für dich parat.

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