Im Wochenbett aufs eigene Bauchgefühl vertrauen!

Blog Gastartikel: Lächeln und Winken

22.Jun 2018
Deutsch

Das Wochenbett ist eine ganz besondere Zeit: Es geht darum, das Baby kennenzulernen, sich als Familie neu zu finden und natürlich um Erholung für die Mama. Und dabei zählt vor allem das Bauchfühl, findet Gastbloggerin Anke von LÄCHELN UND WINKEN

Im Wochenbett aufs eigene Bauchgefühl vertrauen!

Als ich zum ersten Mal schwanger war, hatten mein Mann und ich noch Zeit, uns so richtig auf unser Baby vorzubereiten. Deshalb besuchten wir gemeinsam einen Wochenend-Geburtsvorbereitungskurs, indem natürlich auch das Thema Wochenbett ausführlich besprochen wurde. Es war von viel Ruhe die Rede, viel Kuscheln, viel Liebe und wenig Stress.

„Hört auf euer Bauchgefühl“, riet uns die Hebamme. Und ich dachte: „Lahmer Tipp ... auf was sollte ich denn sonst hören!“ Ich war schließlich eine erwachsene, selbstbewusste Frau, mit Lebenserfahrung und ausgezeichneter (theoretischer) Vorbereitung auf mein erstes Kind. Natürlich würde ich auf mein Bauchgefühl hören!
 

Die Realität sah irgendwie anders aus

Und dann war sie plötzlich da, unsere Mausemaus, und mit ihr ein wahres Potpourri an Hormonen, Ängsten und Selbstzweifeln. Mein hochgerühmtes Selbstbewusstsein hatte sich vorübergehend aus dem Staub gemacht (unverschämt) und mich als unsichere Erstlings-Mama im Wochenbett zurückgelassen.
In der Theorie wusste ich natürlich immer noch genauestens über alles Bescheid, was das Baby brauchte und was für mich jetzt gut wäre. Praktisch jedoch... war ich in erster Linie müde, erschöpft und oftmals überfordert.
Ich wollte unbedingt Besuch haben, um mein wunderschönes Kind zu präsentieren, fand dann aber jedes Gespräch anstrengend.
Ich wusste, dass ich den Haushalt einfach Haushalt sein lassen und mich stattdessen mit dem Baby auf meiner Brust im Bett schonen sollte, fühlte mich aber mehr als unwohl, wenn ich auf dem Weg zum Klo durch knietiefe Staubflocken und Katzenstreu-Krümel waten musste.
Ich ahnte, dass Ausflüge zum Supermarkt nur 4 Tage nach der Geburt eher eine extrem blöde Idee waren, tat es aber dennoch, weil ich dachte, ich müsste mal raus.
Und dann war da noch der Mann, mit seinen Vorstellungen vom Wochenbett, die irgendwie so gar nicht konform gingen mit den meinen.

 

Den Stress und Streit hätten wir uns sparen können

Ständig diskutierten der frischgebackene Papa und ich darüber, was denn nun gerade das Richtige für mich bzw. für uns wäre. Weil wir Theorien vom perfekten Wochenbett im Kopf hatten. Gelesen, gehört und empfohlen von Fachleuten.
Dabei hätten wir nur auf eines achten sollen: mein Bauchgefühl. Denn das sagte mir, dass ich eine geordnete Wohnung zum Entspannen brauchte und das auch gerne selbst machen wollte, um nicht nur „rumzuhängen“ – langsam eben.
Zu Besuch wollte ich nur meine Liebsten. Und vom Mann erwartete ich, dass er mich entscheiden ließ, was mir guttäte. Eigentlich doch ganz einfach. Hätte mir das doch bloß vorher jemand gesagt. Ach ... hatte es ja ;) . 

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