Karenz: Erziehungszeit und Elterngeld in Deutschland

Die 6 wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema

28.Mai 2017
Deutsch

Anfang 2015 gab es in Deutschland die letzte große Änderung im Zusammenhang mit der Lohnersatzleistung Elterngeld. Diese staatliche Förderung für Eltern heißt nun ElterngeldPlus und wird zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt. Davor wurde das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz BEEG verabschiedet. Als Voraussetzung gilt die Einhaltung der grundsätzlichen Anforderungen wie der Wohnsitz in Deutschland und die eigene Betreuung des Kindes. Die Regelungen für das Elterngeld gelten dabei für Frauen, die im Jahr vor der Entbindung in Vollzeit oder auch in Teilzeit angestellt waren.

Karenz: Erziehungszeit und Elterngeld in Deutschland

Foto: Shutterstock 

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für euch zusammenzufasst - hier und hier erhältst du sämtliche Infos nochmals im Detail. 

1. Was ist ElterngeldPlus?

Dieses neue Modell des Elterngeldes bietet Vätern die Möglichkeit, sich mehr um ihren Nachwuchs zu kümmern, und ermöglicht Müttern einen besseren Berufswiedereinstieg.Das Ziel ist, dass erwerbstätige Eltern durch eine berufliche Unterbrechung oder die Reduktion der Arbeitszeit keine zu großen finanziellen Einbußen erleiden. Die Vereinbarkeit von einem beruflichen Teilzeitmodell kombiniert mit dem Basis-Elterngeld soll also gewährleistet werden, ohne dass Nachteile gegenüber Kinderlosen entstehen. Eine Mutter, die in Teilzeit arbeitet erhält durch das ElterngeldPlus dieselbe staatliche Förderung wie eine Mutter, die volle zwölf Monate zu Hause bleibt. Sie hat also keine finanziellen Einbußen. Wird aber von der Krankenversicherung Mutterschaftsgeld bezahlt, so wird dieses Geld auf die Zahlung des Elterngeldes für den Zeitraum des Mutterschutzes angerechnet. Dies bedeutet für die meisten Arbeitnehmerinnen, dass ihnen im ersten Lebensmonat des Kindes ein verringertes oder gar kein Elterngeld ausgezahlt wird. Eine ausfallende Lohnzahlung wird jedoch vom Mutterschaftsgeld un dem Zuschuss des Arbeitsgebers aufgefangen

2. Elternzeit und ElterngeldPlus – Wie setzt es sich zusammen?

Bei einer Elternzeit von 12 Monaten erhält die Mutter einen Mindestsatz von 65% des Einkommens vor der Geburt (§ 2 Abs. 2 Satz 2 BEEG). Bei einer Kombination von Basiselterngeld und ElterngeldPlus halbiert sich das Einkommen, wenn du einer Teilzeitarbeit ab dem 7. Monat nachgehst. Durch die Reform verlängert sich die Bezugsdauer von 6 auf 12 Monate und kann aber bei Bedarf auf 18 Monate ausgedehnt werden. Die Bezugsdauer kann auf 18 Monate ausgedehnt werden. Spitzenverdiener erhalten kein Elterngeld. Als Spitzenverdiener gilt, wer ein zu versteuerndes Einkommen von 250.000 Euro (alleinstehend) beziehungsweise 500.000 Euro (verheiratet) im Veranlagungszeitraum vor der Geburt des Kindes hatte.

Nachteile gibt es bei der Anrechnung des Elterngeldes auf Sozialleistungen (Hartz IV, Sozialhilfe und Kinderzuschlag). Denn seit einer Neuregelung aus dem Jahr 2011, wird der Elterngeld-Sockelbetrag als Einkommen auf die Hartz IV Leistungen angerechnet. So gesehen, erhalten Betroffene kein Elterngeld als Zusatzzahlung. Boni beim Elterngeld sind der Geschwisterbonus und der Mehrlingsbonus. Eine Höchstgrenze von 1.800 Euro Elterngeld monatlich bleibt bestehen. Es werden mindestens 65% gewährt, der so genannten Kappungsgrenze.

3. Wie hoch ist der Geschwisterbonus?

Der Geschwisterbonus beträgt 10 % des bis zum Zeitpunkt der Elterngeld-Berechnung ermittelten Betrages. Der Sockelbetrag ist in diesem Fall mindestens 75 Euro.

4. Wie hoch ist der Mehrlingsbonus?

Der Mehrlingsbonus gewährt dem Antragsteller einen zusätzlichen Betrag von 300 Euro je Mehrlings-Kind, also bei Zwillingen 300 Euro, bei Drillingen 600 Euro, etc.

5. Bekommen Selbstständige Elterngeld?

Für Selbständige gelten dieselben Regeln wie für Arbeitnehmer. Der Gewinn aus der Tätigkeit während des Bezuges von Elterngeld wird ebenso auf die Höhe des Elterngeldes angerechnet wie bei einem Arbeitnehmer. Bei Selbstständigen wird der um Steuern und Sozialabgaben bereinigte Gewinn der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes zur Berechnung des Elterngeldes herangezogen. Es darf nach der Geburt die wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden im Durchschnitt nicht überschritten werden. Und es müssen regelmäßig die für die Berechnung notwendigen Unterlagen, wie Bilanzen sowie Gewinn- und Verlustrechnungen vorgelegt werden. Selbständige dürfen Aufträge mit vorübergehenden Aufenthalten im Ausland annehmen, ohne dass ein Anspruch auf Elterngeld in Deutschland erlischt. Hingegen wird ein angestellter Arbeitnehmer für eine befristete Festanstellung im Ausland vorort sozialversicherungspflichtig.

6. Was ist der Partnerschaftsbonus?

Der Partnerschaftsbonus wird unmittelbar an den ElterngeldPlus-Bezug angeschlossen und kann vom Kindesvater bezogen werden. Es profitieren dabei Paare, die sich die Betreuung ihres Kindes teilen, und zeitgleich für vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten.

Hier findest du alle Infos zu Regelungen in Österreich

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