Karenz: Erziehungszeit und Elterngeld in Österreich

Die wichtigsten Facts rund ums Thema

19.Mai 2017
Deutsch

Die Thematik rund um Karenz, Erziehungs- oder Elternzeit, Mutterschafts- oder Vaterschaftsurlaub sind sehr umfangreich. Grundsätzlich findest du genaue Informationen auf den offiziellen Amtsseiten deiner Region. Diese sind immer aktuell und enthalten die wichtigsten Eckdaten zu den Leistungen, Anforderungen und Rahmenbedingungen. Nichts desto trotz haben wir hier die wichtigsten Facts rund ums Thema Karenz, Erziehungszeit und Elterngeld in Österreich zusammengefasst.

 

Karenz: Erziehungszeit und Elterngeld in Österreich

Foto: Shutterstock 

Was ist überhaupt Elternkarenz?

Im Anschluss an die gesetzlich geregelte Zeit im Mutterschutz haben du und der Vater deines Kindes in Österreich Anspruch auf eine erste Erziehungszeit für das Baby. Sie endet spätestens zum Ende des 2. Lebensjahres des Kindes. Die Karenzzeit kannst du bis zu zweimal mit deinem Partner teilen. Dabei gibt es aber gesetzliche Unterschiede zwischen der Karenz für Mütter und für Väter. Zusätzlich ist eine „Aufgeschobene Karenz“ bis zum 7. Lebensjahr des Kindes möglich. Während diesen Zeiträumen besteht ein Kündigungsschutz und du kannst nach dem vereinbarten Elternzeitmodell zurück in den Job oder eine Teilzeitstelle beantragen. Zu beachten sind dabei vorgegebene Meldepflichten. Im amtlichen Sprachgebrauch bedeutet Karenz die Freistellung von der Arbeitsleistung gegen den Entfall des Arbeitsentgelts. Ein Zuverdienst ist während der Karenz möglich.

Was ist das pauschale Kinderbetreuungsgeld-Konto?

In Österreich gab es seit 2010 die Möglichkeit, eines von 5 Modellen für den Bezug des Kinderbetreuungsgeldes zu wählen. Für Eltern, deren Kinder ab dem 1. März 2017 geboren werden, gelten nun neue Regelungen. Die bisherigen 5 Pauschalvarianten wurden durch das pauschale Kinderbetreuungsgeld-Konto ersetzt. Dabei gilt: je länger die Bezugsdauer, desto geringer ist der Tagessatz. Bei geteilter Elternkarenz mit dem Vater, habt ihr gemeinsam aber eine längere Laufzeit der Bezüge. Ein Wechsel ist höchstens zweimal möglich, deshalb können sich maximal drei Bezugsblöcke ergeben.

Bei Inanspruchnahme durch einen Elternteil: 365 Tage bis 851 Tage ab der Geburt des Kindes

Bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile: 456 Tage bis 1.063 Tage ab der Geburt des Kindes

Wichtig:

  • Jeder Bezugsblock jedes Elternteiles muss immer durchgehend mindestens 61 Tage betragen. Von der jeweiligen Gesamtanspruchsdauer pro Kind sind 20 Prozent dem zweiten Elternteil übertragbar.
  • Je nach Bezugsdauer beträgt die Bezugshöhe nun 14,53 Euro bis 33,88 Euro täglich. (Der monatliche Betrag variiert durch die unterschiedliche Tagesanzahl/Monat)
  • Die Bezugsdauer kannst du also individuell, unter Absprache mit dem Arbeitgeber vereinbaren. Die gewählte Variante kann pro Kind unter bestimmten Voraussetzungen einmal geändert werden.
  • Zusätzlich zu diesen Bezügen erhältst du pro Kind monatlich den gesetzlich festgelegten Betrag der Familienbeihilfe.
  • Voraussetzung für alle Bezüge ist, dass dein Lebensmittelpunkt und der des Kindes, als auch der gemeinsame Hauptwohnsitz in Österreich liegen. Die Durchführung aller vorgeschriebenen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen wird ebenfalls vorausgesetzt.

Es gibt auch ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld, das aber an spezielle Anspruchsvoraussetzungen gebunden ist. Für nähere Auskünfte wende dich vor der Antragstellung an die zuständige Krankenkasse.

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