Kein Platz in der Kita?

10 wichtige Infos über deinen Anspruch auf Kinderbetreuung

13.März 2018
Deutsch

Gut geplant ist halb gewonnen. Aber eines der größten Hindernisse beim beruflichen Wiedereinstieg, ist die Sache mit der Kita. Dabei liegt Deutschland im DACH Raum mit der Nase vorne, was den Anspruch auf einen Platz für eine Kinderbetreuung anbelangt. Im Gegensatz dazu, gibt es weder in der Schweiz noch in Österreich eine derartige rechtskräftige Regelung.

Familien in der Schweiz greifen obendrein tief in die Taschen. Rund ein Drittel ihres Einkommens geben sie für einen privaten Platz in der Kita aus. Ganz schön teuer ist das. Und die Garantie auf einen freien Platz gibt es wohl nirgendwo in Europa.

Kein Platz in der Kita?

Foto: Shutterstock

Einige wichtige Infos über die Vorgangsweise für einen Platz in der Kita in Deutschland, haben wir für dich zusammengestellt.
 

  • Seit 2013 haben deutsche Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Tagesplatz für ihr Kind. Dieses nun gesetzlich verankerte Anrecht, muss von der Familie aber selbstständig eingefordert werden.
     
  • In Deutschland hat eine Familie gemäß § 24 Sozialgesetzbuch VIII erst ab dem dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt des Kindes ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenbesuch. Die außerfamiliale Erziehung wird deshalb in den meisten Fällen auch erst ab dem dritten Lebensjahr in Anspruch genommen.
     
  • Die Betreuungsrate für ein- und zweijährige Kleinkinder liegt in Deutschland bei einer nur zehnprozentigen Quote. Im Verhältnis zu anderen EU-Ländern also eher niedrig. Das liegt vermutlich daran, dass man in Deutschland einen Anspruch auf Elternzeit bis zu drei Jahren hat.
     
  • Die Betreuung in einer Kindertagesstätte ist nicht durch freie Plätze garantiert. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat aber entschieden, dass Eltern, die trotz der gesetzlichen Garantie auf einen Kitaplatz leer ausgehen, Schadenersatz geltend machen können. Ist das Kind jünger als drei Jahre, muss dafür ein Antrag beim Jugendamt gestellt werden.
     
  • Ein von der jeweiligen Gemeinde angebotener Kita-Platz ist nur dann zumutbar, wenn die Anfahrt unter einer halben Stunde beträgt. Ist die Kita weiter entfernt, darfst du den Platz ablehnen.
     
  • Bei einem nachweisbaren Verdienstausfall auf Grund von einem Unfall oder ärztlichen Behandlungsfehlerbrauchst du die Bestätigung deines Arbeitgebers. Darin muss stehen, ab wann du die Arbeit aufnehmen wolltest. Auch die Höhe des Arbeitsentgeltes musst du angeben. Über ein Gerichtsverfahren kannst du bei deinem Landkreis oder der Kommune das verlorene Entgelt einklagen. Bisher gab es nur wenige Verfahren dieser Art. Und die wurden außergerichtlich geregelt.
    Auch Anwaltskosten wurden dabei erstattet. Eine professionelle Rechtsvertretung lohnt sich also.
     
  • Kita und Tagespflege stehen gleichwertig nebeneinander. Es sollten auf jeden Fall genügend Plätze bei Tagesmüttern oder -vätern bereitstehen. Ist dem nicht so, kann vor dem jeweiligen Verwaltungsgericht geklagt werden.
     
  • Das Kita-Angebot soll dem Bedarf der Eltern entsprechen. In der Regel werden Halbtagesplätze angeboten. Wenn das nicht reicht, muss ein erhöhter Bedarf nachgewiesen werden.
     
  • Kleinkinder haben auch dann einen Anspruch auf einen Platz, wenn die Eltern nicht berufstätig sind.
     
  • Wünsche, wie zum Beispiel für eine Montessori-Pädagogik oder eine Integrations-Gruppe, können wegen geringer Kapazitäten leider kaum berücksichtigt werden.

 

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